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02.09.2024

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Herausforderungen von Apps im Gesundheitswesen: Interview mit Nia Health

12.10.2022

Apps auf Rezept sind in der Healthcare-Branche auf dem Vormarsch und viele Start-ups entwickeln neue Lösungen, die Patienten digital entlasten sollen. Um mit digitalen Gesundheitsanwendungen erfolgreich zu sein, muss allerdings eine Reihe an Herausforderungen gemeistert werden: Von gesetzlichen Regulatorien über eine Vielzahl an Stakeholdern bis zur Schaffung von Akzeptanz. Auch Nia Health hat das Ziel, mit der Neurodermitis App Nia, die erste dermatologische DiGA von BfArM listen zu lassen. CEO Tobias Seidl einen spannenden Einblick in seine Erfahrungen und hat wertvolle Tipps parat.  Wer seid Ihr und was macht Euer Start-up? Wir, Nia Health, nutzen Technologie als Bindeglied zwischen medizinischer Betreuung und Patienten von chronischen Hauterkrankungen. 2019 als Spin-off der Berliner Charité gegründet, haben wir unter anderem die preisgekrönte und in Europa meistgenutzte Neurodermitis-App Nia entwickelt. Nia ist die erste als Medizinprodukt zugelassene dermatologische App, die ortsunabhängige, digitale und klinisch validierte Unterstützung der Patienten erlaubt. Wir nutzen dabei innovative Technologien, wie zum Beispiel Machine Vision. Unser Ziel ist es, die Versorgungsqualität durch vollumfängliche und digitale Unterstützung von chronisch Erkrankten nachhaltig zu verbessern.  Zum Zeitpunkt, als Ihr Eure App entwickelt habt, bestand die Möglichkeit, Apps auf Rezept zu verschreiben, noch nicht. Inwiefern hat das Euer Geschäftsmodell beeinflusst? Habt Ihr bereits fest damit gerechnet, dass eine entsprechende Regelung bald folgt?  Wir haben von Anfang an viel Potenzial im Digital Health Bereich des deutschen Gesundheitswesens gesehen, vor allem in der Dermatologie. Das Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG) schafft die Voraussetzung, um Digitalisierung auf offizieller und politischer Ebene zu etablieren. Wir haben damit gerechnet, dass so etwas wie das DiGA-Fast-Track-Programm kommt und arbeiten momentan auch an unserem Ziel, als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) gelistet zu werden. Unser Geschäftsmodell hat das allerdings wenig beeinflusst, da viele Krankenkassen ohnehin bereit sind, zu kooperieren und ihren Versicherten digitale Behandlungsergänzungen anbieten. Von Beginn an war es uns wichtig, mit allen Stakeholdern in dem deutschen Gesundheitsmarkt eng zusammenzuarbeiten – unabhängig von politischen Rahmenbedingungen, die dennoch richtungsweisend sind. Was waren die größten Herausforderungen bei der Gründung von Nia Health? Die Strukturen und Regulatorik des deutschen Gesundheitswesens sind sehr komplex. Dabei mussten wir die vielen Stakeholder berücksichtigen. Denn obwohl Patienten unsere Endnutzer sind, spielen alle Stakeholder eine enorm wichtige Rolle für den Erfolg des Unternehmens. Seien es Ärzte, Krankenkassen, Patienteninstitutionen, Kliniken oder Pharmaunternehmen. Gerade für jemanden wie mich, der aus dem E-Commerce Bereich kommt, war diese vielschichtige Branche zu Beginn besonders spannend. Hier haben sich aber auch wieder unsere komplementären Erfahrungen im Gründerteam ausgezahlt (mein Co-Gründer Oliver war zuvor jahrelang CTO bei Caresyntax), sodass wir von Anfang an gut in dem Gesundheitsmarkt manövrieren konnten.  Wie holt man Krankenkassen an Bord?  Das ist eine gute Frage! Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Krankenkassen sehr interessiert an digitalen Lösungen und Behandlungsergänzungen sind. Sie sehen oft einen Mehrwert für Ihre Versicherten und sind gerne bereit, eine Zusammenarbeit einzugehen – vorausgesetzt, Zeitpunkt und Lösung sind sinnvoll und passend für ihre Versicherten. Krankenkassen müssen natürlich auch wirtschaftlich denken und setzen je nach Versichertenstruktur einen Fokus. Man muss den aktiven Austausch suchen, aber wenn sich erfolgreiche Kooperationen rumsprechen, kommen Krankenkassen auch auf einen zu – was uns immer sehr freut. Wir stehen ständig im Austausch mit (potenziellen) Kooperationspartnern. Eine langfristige und nachhaltige Partnerschaft, gerade im Umfeld der medizinischen App-Entwicklung, ist uns hierbei sehr wichtig. Ihr habt seit 2021 eine Kooperation mit Sanofi Genzyme. Wie habt ihr es geschafft, einen so großen Partner mit ins Boot zu holen? Sanofi Genzyme ist in der Tat ein wichtiger Partner für uns. Wir haben den Austausch mit Sanofi Genzyme damals gesucht, da wir davon überzeugt waren, dass eine Zusammenarbeit ein perfekter Fit ist. Sanofi ist sehr innovativ und agil aufgestellt, wenn es um neue Lösungsansätze zur Therapiebegleitung geht. Dabei haben sie früh den Mehrwert und das Potenzial unserer Plattform erkannt. Anfang 2022 haben wir unsere Kooperation verlängert, was für unsere Lösungen spricht und uns stolz macht. Es gibt sicherlich nicht DEN einen geheimen Tipp, um so einen großen Pharmakonzern als Partner zu gewinnen. Wenn die Technologie innovativ und Mehrwert stiftend ist und herausgearbeitet werden kann, wohin die gemeinsame Reise gehen soll, sind auch große Konzerne offen, mit jüngeren Unternehmen zusammenzuarbeiten. Durch so eine Zusammenarbeit profitieren dann häufig beide vom Know-how und der Arbeitsweise des anderen. Mit Sanofi hat das von Anfang an hervorragend geklappt. Die Teilnahme am Science4Life Venture Cup hat uns bei den Kooperationsgesprächen mit Sanofi Genzyme natürlich sehr geholfen. Wie ist die Akzeptanz der Ärzte? Gibt es dort besondere Hürden?  Diese Frage lässt sich tatsächlich nicht einfach mit gut oder schlecht beantworten. Ich kann natürlich nur aus unseren Erfahrungen sprechen. Wir haben uns bereits ein Dermatologen-Netzwerk mit niedergelassenen Ärzten aufgebaut, die von unserem Ansatz überzeugt sind und unsere medizinischen Apps ihren Patienten aktiv empfehlen. Da gibt es also unserer Erfahrung nach viel Offenheit und Interesse. Das bestätigt auch unser Auftreten auf dermatologischen Fachmessen, wie zum Beispiel der FOBI in München (Fortbildungswoche für praktische Dermatologie & Venerologie). Dort bekommen wir im direkten persönlichen Austausch nochmal sehr gute Rückmeldung zu Nia und merken, wie interessiert vor allem junge Ärzte an dem Einfluss der Digitalisierung in ihrem Berufsfeld sind. Ich denke aber auch, unser Advisory Board mit führenden Key Opinion Leader aus der Dermatologie spricht für sich. Führende Experten wie Prof. Dr. med. Margitta Worm, PD Dr. Alexander Zink oder PD Dr. med. Athanasios Tsianakas, um nur ein paar zu nennen, formen unseren wissenschaftlichen Beirat und unterstützen uns, unsere Unternehmung weiter voranzutreiben.  Hürden gibt es dennoch, die gerade durch Unwissenheit entstehen, wenn Ärzte nicht genügend über DiGAs aufgeklärt werden. Hier sehen wir die Entscheider auf politischer Ebene in der Pflicht, dies auszubauen. Man kann nicht erwarten, dass Ärzte etwas verschreiben, was sie noch nicht kennen. Deswegen sind Ärzte sehr froh, wenn wir in den Austausch treten und nicht nur über unsere Anwendung, sondern auch über die Regulatorik sachlich aufklären. Ihr habt im Oktober 2020 die Psoriasis App Sorea entwickelt – was habt Ihr diesmal anders gemacht und was für Learnings habt Ihr aus der Entwicklung von Nia mitgenommen? Bei Sorea gehen wir eine komplett andere Indikation an und haben entsprechend auch andere Erhebungsinstrumente implementiert. Von der engen Zusammenarbeit mit Ärzten, Kliniken und Patienten konnten wir allerdings viel Gelerntes bei Sorea umsetzen. Uns war von Anfang an bewusst, wie wichtig die Expertise von niedergelassenen Ärzten, als auch von Kliniken ist – genauso wie die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen. Bei Nia haben wir mit dem AGNES Verein zusammengearbeitet. Bei Sorea haben wir auch wieder mit einer Fachklinik ein bestehendes Curriculum digital weiterentwickelt. Das Wichtigste ist, wirklich von Anfang an alle mit ins Boot zu holen, nur so kann die App bei Patienten und Ärzten gut angenommen werden. Deshalb kooperieren wir auch mit dem deutschen Psoriasis-Bund, der größten deutschsprachigen Patientenvereinigung. Welche Tipps habt Ihr für Start-ups, die eine App auf Rezept entwickeln? Meine Top 3 Tipps wären: Beharrlichkeit, exzellente Expertise und Agilität. Beharrlichkeit, da das Gesundheitswesen ein herausforderndes Pflaster ist, vor allem bei der Digitalisierung. Da braucht es viel Durchhaltevermögen. Die richtigen Experten – Kliniker, niedergelassene Ärzte und Patienten – sind wichtig bei der Entwicklung einer qualitativ hochwertigen, patientenorientierten Lösung, die auch in der Praxis funktioniert und anwendbar ist. Agilität, um schnell und flexibel zu agieren, um den Anforderungen aller Stakeholder gerecht zu werden. Gerade in einem stark regulierten System wie dem Gesundheitswesen, das von Natur aus nicht besonders schnell Änderungen anstößt, ist Agilität wichtig. Aber auch der Austausch mit anderen DiGA Herstellern ist wichtig. Man kann immer voneinander lernen und sich unterstützen.  9. Wo seht Ihr die Digital Health Branche in 10 Jahren – welche Entwicklungen erwartet Ihr? Eine schwierige Frage. Für die Digital Health Szene sind 10 Jahre eine enorm lange Zeit. Vor allem, wenn man bedenkt, welche Fortschritte es allein seitens technologischer Entwicklung in den letzten Jahren gegeben hat – gerade in der Dermatologie! Es gibt unglaublich spannende Einsatzmöglichkeiten von Wearables. Aktuell befinden wir uns in einer entscheidenden Phase, wie es mit den DiGAs weitergeht. Es gibt noch viel Verbesserungspotenzial beim DiGA-Prozess und dem niederschwelligen Zugang zu DiGAs. Das wird sicher auch einen entscheidenden Einfluss auf den Einsatz digitaler Tools im Praxis-Alltag nehmen. Die Digitalisierung wird eine individualisierte Medizin weiter vorantreiben und so eine immer wichtigere Rolle in der Versorgung spielen und auch die Qualität der Versorgung weiterhin erheblich aufwerten. Schon jetzt gibt es starke Lösungen auf Basis von KI, die das Fachpersonal unterstützen und entlasten können und einen Mehrwert für Patienten stiften. Wir hoffen, dass im Gesundheitswesen Schnittstellen übergreifend zusammengearbeitet werden kann, dass der clincial pathway eines jeden Patienten individualisiert und reibungslos über alle Stationen des Gesundheitswesens hinweg möglich ist.

Die Energiewende als Mission: Wie Start-ups Deutschlands Nachhaltigkeit fördern

13.09.2022

Im ersten Halbjahr 2022 wurde etwa 14 Prozent mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Damit stammt laut Statistischem Bundesamt knapp die Hälfte des genutzten Stroms hierzulande aus erneuerbaren Quellen. Das bedeutet gleichzeitig aber auch, dass mehr als 50 Prozent weiterhin konventionell erzeugt werden. Start-ups bringen die notwendige Agilität und Innovationskraft auf, um den Weg für die Energie von morgen zu ebnen. Wir stellen die spannendsten Teams vor. Energy-Sharing statt Energy-Wasting Solaranlagen werden oftmals nicht optimal genutzt – das liegt auch daran, dass es regulatorisch technisch relativ kompliziert ist, privat erzeugten Strom zu teilen. Das Münchner Start-up Pionierkraft hat sich die Lösung dieser Problematik zur Aufgabe gemacht und will die Energienutzung im privaten Rahmen revolutionieren. Ihre Hardware ermöglicht es, selbst erzeugte Energie aus Solaranlagen mit Nachbarhaushalten zu teilen. Dabei steuert eine elektronische Box – das Pinonierkraftwerk – den Energiefluss, erkennt Überschüsse und beliefert Nachbarhaushalte so mit Strom. Solarstrom kann so sein volles Potenzial ausschöpfen und gleichzeitig wird mehr Menschen der Zugang zu sauberer und bezahlbarer Energie ermöglicht. Das erkennen auch Medien und Investoren: Co-Founder Andreas Eberhard zählte 2021 zu den „Forbes 30 under 30“ und sammelte Ende 2021 eine Millionen Late Seed Finanzierung für den Start in Deutschland ein. Biogas statt Erdgas Nicht nur Solar, Wind- und Wasserkraft spielen beim Thema nachhaltige Energiegewinnung eine Rolle. Das Start-up Reverion hat eine Technologie entwickelt, mit der Biogas in Zukunft optimal genutzt werden soll. Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien ist Biogas eine regelbare Quelle an Energie. Jedoch ist es hierzulande nicht in ausreichenden Mengen verfügbar und wird gleichzeitig ineffizient genutzt. Klassischerweise werden momentan motorbasierte Blockheizkraftwerke genutzt, die die Energie nicht optimal nutzen. Das fünfköpfige Team um Reverion entwickelt ein neues System auf Basis von Festoxidbrennstoffzellen, das sich durch mehr Effizienz auszeichnet – bis zu 80 Prozent elektrischer Wirkungsgrad sind möglich. Würde diese Technologie in ganz Europa erfolgreich eingeführt, können alle europäischen Emissionen um 10 Prozent reduziert und die Stromproduktion aus Biogas verdoppelt werden. Das funktioniert so: Das Kraftwerk des Start-ups kann Strom aus Biogas sowie erneuerbare Gase aus Strom erzeugen. Darüber hinaus ist das System in der Lage, reines CO2 abzuscheiden und der Atmosphäre zu entziehen. Im Juni 2022 erhielt das Start-up eine Seed-Finanzierung in Höhe von gut 7 Millionen Euro. Luft als Energiespeicher Mit dem Thema Energie speichern setzte sich auch die Gründer von phelas auseinander. Das Team ermöglicht die künftige Nutzung von Solar- und Windstrom auch dann, wenn die Sonne nicht scheint, der Wind nicht weht und zudem keine Atom- oder fossilen Kraftwerke zur Verfügung stehen. Der Schlüssel: Umgebungsluft als Speichermedium. Diese wird verflüssigt und die Energie dabei gespeichert. Dazu verdichtet ein Kompressor im ersten Schritt die Luft. Dabei entsteht Wärme, die in einem speziellen Speicher für den Rückverstromungsprozess vorgehalten wird. Im flüssigen Zustand kann die Luft bis zu mehrere Wochen gespeichert werden. Wird der Strom dann gebraucht, wird die Luft erwärmt und verdampft. Hierfür wird ihr Wärme aus dem internen Wärmespeicher zugeführt. Bei der Verdampfung der Luft schließlich entsteht ein starker Druck, der eine Turbine zur Stromerzeugung antreibt. Die bei der Verdampfung entstehende Kälte wird zudem in einem eigenen Kältespeicher eingespeist und kann dann für den nächsten Einspeicherungszyklus zur Verflüssigung der Luft genutzt werden. Im August 2021 schloss phelas erfolgreich ihre Pre-Seed Finanzierung in Höhe von 600.000 Euro ab. Umfangreiche Aufklärung und effiziente Planung Aufklärung ist der erste Schritt zu mehr Nachhaltigkeit – das gilt auch für Solaranlagen. Die Gründer von everyone energy erkannten hier eine Marktlücke. Wie der Name schon verrät, möchte das Start-up so vielen Menschen wie möglich den Zugang zu umweltfreundlichen Energien ermöglichen. Dies realisiert das Team durch eine digitale Energieberatung, die Endkunden und Lösungsanbieter gezielt zusammenbringt. Im Zuge der Beratung werden viele Faktoren – wie die Größe und Ausrichtung eines Daches bei Solarprojekten – vollautomatisch erfasst. So hilft das Berliner Jungunternehmen dabei, Tausende Energieprojekte zu realisieren. Wenn es anstelle von Privathaushalten um Unternehmen, Stromversorger oder sogar ganze Städte geht, hilft greenventory dabei, die beste Lösung zu finden. Das Team bietet Energieversorgern und Netzbetreibern eine datengetriebene Unterstützung zur Identifizierung, Planung und Umsetzung von Energieprojekten in Kommunen, Städten und Quartieren. Sie analysiert Daten aus Gebäuden, Netzen und sogar ganzen Regionen, um eine Basis für effiziente Energieprojekte zu schaffen. Den Stadtwerken Stuttgart, der Stadt Staufen und vielen anderen konnte greenventory bereits helfen, die Energiewende voranzutreiben. Diese Start-ups sind lediglich fünf unter unzähligen Green-Techs, die mit ihren innovativen Ideen die Energiewende vorantreiben. Laut Deutschem Start-up-Monitor geben 42,8 Prozent der Deutschen Start-ups an, dass ihre Produkte und Dienstleistungen sich der Green Economy zuordnen lassen – rund 860 der befragten Jungunternehmen. Jetzt gilt es, mit ausreichend politischer, finanzieller und strategischer Unterstützung diese Ideen weiter voranzutreiben, sodass die Wirtschaft in den kommenden Jahren nicht nur nachhaltiger, sondern im Idealfall klimaneutral agieren kann.

Status quo: Wie steht es um die Deutsche Gründerszene im Jahr 2022?

08.09.2022

Eine wachsende Zahl an Med-Techs, fehlender Gründernachwuchs und spannende Erkenntnisse zur Diversität: Die deutsche Start-up-Szene steht irgendwo zwischen post-pandemischen Chancen und fehlenden gesetzlichen Rahmenbedingungen. Wie wird sich das Ökosystem in Zukunft verändern und wo liegen Anknüpfungspunkte für Verbesserungen? Ein Blick auf den Status quo und die Zukunft der deutschen Gründerszene.  Die zwei Seiten der Pandemie Die Covid-19-Pandemie spaltete das Start-up-Ökosystem: Während die Krise einige Start-ups und Branchen wie den stationären Handel oder die Reisebranche schwer traf, profitierten andere stark oder entwickelten ihre Ideen zum erfolgreichen Business. Das wirkt sich auch auf den Status quo aus: Aktuell gibt es besonders viele Start-ups im Medizin- und Gesundheitswesen, Tendenz steigend. In 2021 waren es beispielsweise 1,4 Prozent mehr als noch im Vorjahr. (*1;2) Der Grund lag sicher nicht zuletzt in der gestiegenen Akzeptanz und Notwendigkeit für Innovationen im Med-Tech-Bereich. Davon zeichnete sich jedoch wenig im Investitionsvolumen ab: Kapitalgeber investierten deutlich mehr in IT-Unternehmen als in Start-ups aus dem Medizinbereich.(*1) Allerdings sollte bedacht werden, dass auch online Plattformen, Software und KI häufig medizinische Zwecke verfolgen. Ein Beispiel dafür ist auch der Science4Life-Alumni eye2you. Das Team entwickelt eine Lösung, die es Hausärzten mit Hilfe von künstlicher Intelligenz ermöglicht, Routine-Check-Ups der Netzhaut zuverlässig durchzuführen.  Größter Verlierer war die krisengebeutelte Tourismus- und Reisebranche, die aktuell das Branchen-Schlusslicht unter den Start-up-Geschäftsmodellen bildet. Laut Deutschem Startup Monitor wurden 70 Prozent der Tourismus-Start-ups beeinträchtigt und lediglich rund 3 Prozent konnten positive Entwicklungen verzeichnen. (*1) Geschlecht und Diversität Die Start-up-Szene gilt als jung, innovativ und schlichtweg am Puls der Zeit gelegenes Ökosystem. In einem Punkt besteht jedoch noch immer Aufholbedarf: Der Anteil von Gründerinnen. Die Zahl weiblicher Gründerinnen steigt zwar Jahr für Jahr an, liegt mit aktuell 17,7 Prozent aber weit entfernt von einer ausgeglichenen Marke. (*1) Um genau diese zu erreichen, ist vor allem die allgemeine Förderung von Gleichberechtigung und Diversität in der Gesellschaft wichtig. Denn sind hier die Weichen gestellt, wird auch die Geschäftswelt davon profitieren. Eine 2020 durchgeführte Studie des Charta der Vielfalt e.V. belegt, in welchem Umfang Diversität in der Arbeitswelt an Relevanz gewinnt. So sehen beispielsweise zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland mit Diversity Management konkrete Vorteile für ihr Unternehmen verbunden. (*4)  Etwas anders sieht es beim Faktor Herkunft aus. Über ein Viertel der Start-up-Mitarbeiter kommt laut dem DSM aus dem Ausland. Zudem hat mehr als jeder fünfte Gründer einen Migrationshintergrund. (*1) Neben Geschlecht und Herkunft gilt es in den kommenden Jahren jedoch auch andere Diversitätsdimensionen zu etablieren. Denn diverse Teams sind nicht nur inklusiv, sie steigern auch die Innovationskraft innerhalb von Unternehmen. (*5;6) So können Start-ups auch von Faktoren wie Altersdiversität oder körperliche-/geistige Fähigkeiten profitieren. Der Anteil der arbeitslosen Fachkräfte ist laut dem Bundesministerium für Wirtschaft unter Menschen mit Handicap beispielsweise höher als bei Menschen ohne Handicap. (*7) Hier liegen immens viele ungenutzte Chancen für Unternehmen zur Mitarbeitergewinnung.   Gründernachwuchs Mit etwa 85 Prozent hat der mit Abstand größte Teil an Gründenden in Deutschland einen Hochschulabschluss. (*1) Das bedeutet jedoch nicht, dass viele Studierende nach ihrem Abschluss gründen. Der Branchenexperte und Dozent für Digital Entrepreneurship, Prof. Dr. Tobias Kollmann spricht im Science4Life Podcast beispielsweise von seiner eigenen Erfahrung. Er verrät, dass der Anteil an Jungunternehmern unter den Hochschulabgängern durchaus ausbaufähig ist.(*8) Der Großteil an Absolventen strebt nach dem Abschluss immer noch eher nach Sicherheit und einer Festanstellung. Gerade in Deutschland ist dieses Sicherheitsdenken stark ausgeprägt: Laut dem Analyse-Institut Hofstede Insights, liegen die Deutschen in puncto langfristigem Denken und sicheren Vorausplanen sehr weit vorne und deutlich über Ländern wie Frankreich, den USA oder Großbritannien. (*9) Der Fakt, dass mit über 80 Prozent ein Großteil der Start-ups scheitert, trägt dem leider nichts Positives entgegen. (*10;11) Um diese Denkweise zu ändern und die Zahl der Nachwuchsgründer zu steigern, sollte das Bildungssystem schon früh ansetzten und die Einstellung junger Menschen im Bezug aufs Gründen positiv prägen. So könnten Entrepreneure und CEOs als Redner und Gastdozenten an Hochschulen, Universitäten oder sogar schon in Schulen die Relevanz von Start-ups herausstellen und junge Menschen motivieren, selbst zu gründen. Neben Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung sollte auch Entrepreneurship in den Lehrplan der Mittel- und Oberstufen mit aufgenommen und unterrichtet werden.  Welche Technologien und Geschäftsmodelle sind relevant? Eine der relevantesten Zukunftstechnologien stellt nach wie vor Künstliche Intelligenz dar. Ob im Life Sciences-Sektor, beim Online-Handel oder der Mobilität von morgen: KI findet Anwendung in unzähligen Bereichen und soll uns das Leben erleichtern. So kann die Technologie eine tragende Rolle spielen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken oder die Straßen sicherer zu machen. Zwischen 2019 und 2020 stieg die Anzahl von Unternehmen, die KI nutzen von 6 auf 8 Prozent an.(*12;13) Das ist sehr wenig, vergleicht man diese Zahl mit denen der Start-up Szene. Hier geben über 84 Prozent an, dass KI einen Einfluss auf ihr Geschäftsmodell hat. (*1) Neben Technologien wie KI lohnt es sich, einen Blick ins Metaverse zu werfen. Das digitale “Parallel-Universum” ist seit geraumer Zeit in aller Munde und bietet scheinbar grenzenlose Geschäftsmöglichkeiten im Rahmen einer virtuellen Welt. Start-ups können hier praktisch mit allem Fuß fassen, das auch in der Realität existiert. Seien es Messen, Finanzen, Kunst, Handel oder andere Geschäftsbereiche: Das Metaverse nimmt immer weiter Form an und gewinnt auch für Gründer an Relevanz. Auch ein großer Teil der Ideen der Science4Life Businessplanphase 2022 basierte auf einem Grundgedanken: Nachhaltigkeit. Denn hierbei handelt es sich um viel mehr als um einen Trend: Um dem Klimawandel so effektiv wie möglich entgegenwirken zu können, gilt es für junge Unternehmen Innovationskraft zu zeigen. Für über 60 Prozent der Gründer spielt das Thema in ihrem Geschäftsmodell eine Rolle. Über 40 Prozent ordnen ihr Produkt oder ihre Dienstleistung der “Green Economy” zu. (*1) Dieses Business-Modell ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern macht auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn, denn es gibt hier nach wie vor eine hohe Anzahl an Marktlücken. Viele Start-ups haben verstanden, dass beide Faktoren Hand in Hand gehen. Quellen *1 Deutscher Startup Monitor 2021 (2021). Bundesverband Deutsche Startups e. V. Abgerufen am 8. August 2022, von https://startupverband.de/fileadmin/startupverband/mediaarchiv/research/dsm/dsm_2021.pdf  *2 Deutscher Startup Monitor 2020 (2020). Bundesverband Deutsche Startups e. V. Abgerufen am 8. August 2022, von https://deutscherstartupmonitor.de/wp-content/uploads/2020/09/dsm_2020.pdf  *3 Capital. (2022, 24. Juni). German Start-up Awards 2022: Das sind die Gewinner. capital.de. Abgerufen am 8. August 2022, von https://www.capital.de/wirtschaft-politik/german-start-up-awards-2022--das-sind-die-gewinner-31982912.html  *4 Studie Diversity Trends. - Für Diversity in der Arbeitswelt. (2020). Charta der Vielfalt e.V. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.charta-der-vielfalt.de/aktivitaeten/studie-diversity-trends/  *5 Van Knippenberg, D., De Dreu, C. K. W., & Homan, A. C. (2004). Work group diversity and group performance: An integrative model and research agenda. Journal of Applied Psychology. Athens. *6 Parrotta, P., D. Pozzoli & M. Pytlikov (2012). Does Labour Diversity Affect firm productivity?. ssrn electronic journal. Rochester. *7 Fachkräfte finden – Rekrutieren von Menschen mit Behinderung (2012) Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Ausbildung-und-Beruf/fachkraefte-finden-rekrutierung-von-menschen-mit-behinderung.pdf?__blob=publicationFile&v=1  *8 Kollmann, T. (2022, 17. Juni). Wie entwickelt sich die Deutsche Start-up-Szene? [Audio-Podcast]. In: Science4Life Podcast. Science4Life. https://open.spotify.com/episode/66CV34jILqa3jlvHihrAC2  *9 Hofstede Insights. (2021, 21. Juni). Country Comparison. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.hofstede-insights.com/country-comparison/france,germany,the-uk,the-usa/  *10 Gründerpilot. (2022, 17. März). Wie viele Startups scheitern. Gründerpilot. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.gruenderpilot.com/wie-viele-startups-scheitern/  *11 Embroker. (2022, August 3). 106 Must-Know Startup Statistics for 2022. Embroker. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.embroker.com/blog/startup-statistics/  *12 Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Deutschen Wirtschaft (2019) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirtschaft/einsatz-von-ki-deutsche-wirtschaft.pdf?__blob=publicationFile&v=8#:~:text=Im%20Jahr%202019%20haben%20rund,8%20%25%20aller%20Unternehmen%20im%20Berichtskreis.  *13 Bitkom e.V. (2021, 21. April). Künstliche Intelligenz kommt in Unternehmen allmählich voran. Abgerufen am 10. August 2022, von https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Kuenstliche-Intelligenz-kommt-in-Unternehmen-allmaehlich-voran

Endlich wieder vor Ort: Science4Life feiert die Gewinner der Businessplanphase

19.07.2022

In der Businessplanphase des Science4Life Venture Cup gewinnen CatSper, DNTOX, FUSIX BIOTECH, HBOX Therapies, Revoltech, Advylop, Dymium, n-biotics, OPSYON Therapeutics  und Shards. Die Start-ups Reverion, PV2+ und plugX überzeugen die Jury des Science4Life Energy Cup. Was für ein toller Abend! Zum ersten Mal seit 2019 konnte die Abschlussprämierung des Science4Life Venture Cup und Science4Life Energy Cup wieder wie gewohnt im großen Rahmen in Frankfurt stattfinden. Das gesamte Science4Life-Netzwerk, darunter Alumni, Experten, Unterstützer und natürlich die Gewinner der Businessplanphase trafen sich in der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank für einen spannenden Abend voller innovativer Geschäftsideen, Networking und Wiedersehensfreude. Der Anlass: Die besten Businesspläne bzw. Read-Decks aus Life Sciences, Chemie und Energie wurden ausgezeichnet. Beim Science4Life Venture Cup sicherte sich CatSper den ersten Platz und damit 25.000 Euro. Glückliche Gewinner des Science4Life Energy Cup und 10.000 Euro Startkapital sind Reverion. Herzlichen Glückwunsch! Coaching für die Zukunft: Die Academy-Days Vor der Prämierung in Frankfurt ging es für die fünf bestplatzierten Teams aus Life Sciences und Chemie und die drei bestplatzierten Energie-Teams zu den Academy-Days in den Rheingau und nach Wiesbaden. Hier wurde der Businessplan noch einmal auf Herz und Nieren geprüft und durch erfahrene Branchenexperten, Rechtsanwälte und Investoren mit den Teams diskutiert. Die individuellen Coachings und Medien-Trainings rundeten den Tag ab und bereiteten gleichzeitig auf die Präsentation der eigenen Unternehmensidee vor der Experten-Jury vor. Ideen für die Zukunft: Die Gewinner des Science4Life Venture Cup Nun aber zu den glücklichen Gewinnern: Im Science4Life Venture Cup überzeugte CatSper aus Münster. Das Team entwickelt einen neuen Labortest, der die männliche Fruchtbarkeitsstörung “Cat-Sper-Dysfunktion” erstmals medizinisch sichtbar machen kann und damit diagnostische Hinweise zur Früherkennung ermöglicht. Platz 2 belegt DNTOX aus Düsseldorf: Das Team bietet eine derzeit einzigartige, tierversuchsfreie Analyse von Chemikalien an – eine kostengünstigere Alternative zu ressourcenintensiven und ethisch umstrittenen Tierversuchen. FUSIX BIOTECH aus München möchte Patienten mit schwer zu therapierenden Krebserkrankungen sichere und effektive immuntherapeutische Therapieansätze mit Hilfe einer Plattform-Technologie bieten. HBOX Therapies aus Aachen entwickelt ein neues, effektives und flächendeckend anwendbares Medizinprodukt zur Behandlung von Kohlenmonoxidvergiftungen. Revoltech aus Darmstadt hat das Tierwohl im Fokus – mit dem weltweit ersten lederähnlichen Textil, das ohne Kunststoffe auskommt, vegan ist und aus Reststoffen des regionalen Hanfanbaus besteht. Die Plätze 6 bis 10 belegten die folgenden Start-up-Ideen: Polyethylenglykol (PEG) findet vielseitige Anwendung in der Behandlung chronischer Krankheiten oder als Bestandteil von Impfstoffen, führt jedoch in letzter Zeit vermehrt zu Allergien und Nebenwirkungen. Das Team von Advylop aus Mainz bietet eine PEG-Alternative, die Nebenwirkungen vermeidet und gleichzeitig die medizinischen und produktionstechnischen Vorteile bewahrt. Dymium aus München bietet die weltweit erste Methode zur rückstandsfreien Nierensteinentfernung mithilfe einer magnetischen Separationstechnologie. n-biotics aus Karlsruhe hat eine antibakterielle Oberflächentechnologie für Implantate aus den Bereichen Zahnmedizin, Frakturversorgung und Orthopädie entwickelt, die bakterielle Infektionen und die damit verbundenen Folgen für Betroffene deutlich reduziert. OPSYON Therapeutics aus München entwickelt eine einzigartige, effiziente und tumorspezifische Immuntherapie mit reduzierten Nebenwirkungen und bietet Krebspatienten eine langfristige und bessere Überlebensperspektive. Das Produkt von Shards aus Sassenberg sind nachhaltige Fliesen aus Bauschutt – so wandelt das Team Abfallstoffe in ein wertiges und umweltfreundliches Produkt um. Bereit für die Energiewende: Die Gewinner des Science4Life Energy Cup Beim Science4Life Energy Cup gewinnt Reverion aus München. Das Team nutzt Biogas, um die unstete Stromversorgung aus Wind- und Sonnenenergie mit einem CO2 neutralen Verfahren auszugleichen. PV2+ aus Freiburg entwickelt ein patentiertes, kostengünstiges und umweltfreundliches Galvanisierungsverfahren zum Ersatz von Silber durch Kupfer in Solarzellenkontakten – das soll die Solarbranche weiter stärken und zur Erreichung der Klimaziele beitragen. Das Team von plugX aus Fulda mit ihrem Konzept, Stromanschlüsse mit wenig Aufwand zu Ladesäulen für E-Bikes, E-Scooter und E-Autos umzurüsten. Jubiläum: Am 1. September 2022 startet die 25. Wettbewerbsrunde Du hast auch eine Geschäftsidee und möchtest Dein eigenes Business im Bereich Life Science, Chemie und Energie starten? Dann sei in der 25. Wettbewerbsrunde von Science4Life dabei. Sie startet am 1. September 2022 mit der Ideenphase.

Das sind die Gewinner des Science4Life TechSLAM

18.05.2022

20 Start-ups haben jeweils nur drei Minuten Zeit, ihre Geschäftsidee so unterhaltsam und verständlich wie möglich zu präsentieren – das ist der Science4Life TechSLAM. Auch in diesem Jahr votete das Publikum für ihre Favoriten in vier Kategorien. Über den Sieg und Preisgeld in Höhe von 500 € freuen sich HBOX Therapies, Cell2Green, Zählerfreunde und medicalvalues. Einfache Regeln für den Pitch komplizierter High-Tech-Geschäftsmodelle – beim Science4Life TechSLAM ging es für unsere 20 Start-ups darum, ihre Idee vor einem großen Publikum zu präsentieren. Die Rahmenbedingungen: 3 Minuten Zeit pro Pitch, das Publikum votet für seinen Favoriten in vier Kategorien und legt seinen Fokus auf Verständlichkeit, Unterhaltungswert und Bedarf.  Per Livestream konnte die Publikumsjury aus Unternehmen, Investoren, Start-ups und allen Interessierten der Gründerszene die Pitches am Dienstagabend in den Kategorien Medtech, Analytics & Bioeconomy, Energie und Pharma & Diagnostik mitverfolgen. Natürlich boten die teilnehmenden Teams auch in diesem Jahr wieder jede Menge Unterhaltung und ließen auch die Kreativität nicht zu kurz kommen. Das Team von Innoshine schauspielerte sich beispielsweise mit viel Talent und einer wichtigen Message in die Herzen der Zuschauer, während LOVR das Publikum mit in sein Labor nahm und nebenbei mit einem tollen Outfitwechsel die Aufmerksamkeit sicher hatte. medicalvalues band mit viel Humor jede Menge visuelle Metaphern ein, um zu erklären, warum Künstliche Intelligenz in der medizinischen Diagnostik so wichtig ist.  Diese Teams überzeugten das Publikum In der Kategorie Medtech überzeugte HBOX Therapies anhand von Fortpflanzungs-Muffeln, Fleischkonsum, Vulkanausbruch und Feuer, warum die Neandertaler mit ihrer Lösung für die Sauerstoffversorgung nicht ausgestorben wären. Cell2Green entschied die Kategorie Analytics & Bioeconomy für sich und zeigte, wie stark die Auswirkungen der Verschmutzung durch nicht recyclebares Plastik ist und wie ihre biologisch abbaubare Lösung dabei helfen kann. Unter den Energie-Start-ups gewann Zählerfreunde mit ihrer einfachen und verständlichen Darstellung der Plattform für intelligente Stromzähler. In der Kategorie Pharma & Diagnostik gab das Publikum den Sieg an medicalvalues, die anschaulich in der Sauna, auf dem Liegestuhl und beim Sprung in den Pool zeigen, wie sie die medizinische Diagnostik mit Künstlicher Intelligenz verbessern. Die TechWEEK läuft noch bis zum 20. Mai 2022 – jetzt für die Workshops registrieren! Mit dem Science4Life TechSLAM ist die TechWEEK noch nicht beendet. Am Donnerstag, 19. Mai 2022 und Freitag, 20. Mai 2022 finden fünf interaktive Workshops statt. Im Workshop “DOs und DONTs bei Kooperationen von Start-ups mit Konzernen und Mittelstand” führt Dr. Jörg Traub durch eine Diskussion mit sechs Experten und zeigt, was Start-ups bei Kooperationen beachten sollen. Parallel läuft der Workshop zu Green Start-ups. Hier finden sich vier Experten unter der Leitung von Julia Woth zusammen, um zu klären, wie Start-ups für eine grünere Zukunft unterstützt werden können. Im Workshop “Das perfekte Team: Mitgründer finden und erfolgreich wachsen” gibt Jana Hollmann Einblicke, wie man als Team gemeinsam wächst und bei “War for IT talent” verrät Manuel Wesch seine Top-Tipps für das Recruiting von IT-Talenten. Am Freitag dreht sich dann alles um Kommunikation und Carina Goldschmid zeigt, wie Start-ups sich Aufmerksamkeit bei ihrer Zielgruppe verschaffen.  Die kostenlose Anmeldung zu den Workshops ist nach wie vor ganz einfach möglich. Hierzu können sich alle Interessierten kostenlos unter https://app.science4life.de/registertech registrieren.

Marketing für Tech-Start-ups: Das richtige Format für Deinen Erfolg

26.04.2022

Eine Geschäftsidee kann noch so gut sein – wenn niemand von ihr erfährt, bleibt der Unternehmenserfolg aus. Daher ist Marketing für Start-ups ab einem bestimmten Punkt essenziell. Doch die Möglichkeiten sind vielseitig und das Budget ist begrenzt. Ob Social Media, PR oder SEO – wir zeigen, mit welchem Format Du Deine Ziele erreichst und wie Du auch mit wenig Aufwand einfach loslegst.   Social Media: Direkter Draht zu Deinen Kunden Die wohl simpelste und kostengünstigste Art, mit Online-Marketing zu starten, ist über Social Media Kanäle. Über Facebook, LinkedIn, Instagram und Co. lassen sich ohne Umwege Inhalte verbreiten und eine Community aufbauen. Obwohl Budget, professionelle Tools und Fachwissen Deine Strategie hier deutlich verbessern, kannst Du dennoch ohne große Hürden schon selbst damit starten. Der ideale Einstieg in die Marketing-Welt. Eine wichtige Entscheidung musst Du dabei schon ganz am Anfang treffen, denn es gibt unzählige Plattformen, die alle einzigartige Möglichkeiten für Unternehmen bieten. Trotzdem lässt sich sagen: Weniger ist mehr. Lieber sollte sich Dein Start-up auf nur 1-2 Kanäle konzentrieren, diese richtig pflegen und mit hochwertigen Inhalten bespielen. Für Start-ups die im B2B-Bereich aktiv sind, bietet sich LinkedIn als Marketing-Kanal an. Hier sind Experten, Investoren, Fachleute und damit auch potenzielle Kunden sehr aktiv und auch thematisch befindest Du Dich direkt im passenden Umfeld. Neben den klassischen Bild- und Videoposts kannst Du aber auch ganz andere Formate kreativ nutzen. Erstelle doch mal ein LinkedIn-Event, gehe als Unternehmen live, befrage Deine Community im Rahmen einer Umfrage oder zeige Dein Pitch-Deck als Document Post. Für B2C Start-ups lohnen sich Instagram und Facebook. Diese Plattformen bieten einen direkten Draht zu Privatnutzern und viele Möglichkeiten verschiedene Inhalte zu verbreiten. So vielseitig die Plattformen, so unterschiedlich auch die Ziele, die Dein Start-up mit einer Präsenz auf Social Media erreichen kann. Sicher ist: Egal was Du gerade erreichen möchtest – Social Media unterstützt Dich dabei. Dennoch gilt hier auch die gute alte Regel aus der Dating-Welt: Erst flirten, dann nach der Nummer fragen. Für Dein Business übersetzt heißt das, dass Du bei Deiner Zielgruppe zunächst Aufmerksamkeit für Deine Lösung schaffen musst. Im Marketing-Jargon nennt man das “Awareness schaffen”. Erst wenn das passiert ist, solltest Du im Normalfall darauf hoffen, Leads zu generieren oder erfolgreichen Sales zu betreiben. Von rein organischem Content, also klassischen Beiträgen bis zu (bezahlten) Werbeanzeigen (“Ads”) ist hier alles möglich. Wer guten Content liefert und etwas Werbebudget dazu schießt, darf sich bald über die ersten Erfolge und eine wachsende Community freuen. Damit Dein Content bei der Zielgruppe ankommt, halte Dich an folgende Regeln: Liefere, was die Community hören will, nicht was Du kommunizieren willst Stelle sicher, dass jeder Beitrag einen Mehrwert bringt Nutze # und vertagge Personen mit @ Halte Beiträge kurz, einfach und informativ Liefere nur eine Message pro Post Interagiere mit Deiner Community: Beantworte Fragen, like und kommentiere Reaktionen   Vertrauen aufbauen durch Öffentlichkeitsarbeit (PR) Ein weiterer wichtiger Teil des Marketings ist die Öffentlichkeitsarbeit oder PR. Auch hier kannst Du bereits ohne Agentur oder großartiges Budget starten. Was Du benötigst sind vor allem Zeit, Geduld und ein gewisses Grundwissen dazu, wie die Presse funktioniert. Im Gegensatz zum Online-Marketing spielen in der PR nämlich weitere Personen eine wichtige Rolle: Journalisten. Denn nur über sie gelangt Dein Start-up in die Medien. Das Positive: Diese Art Reichweite zu erzeugen, schafft nicht nur Aufmerksamkeit, sondern Vertrauen. Schließlich schreiben unabhängige Redakteure über Dein Start-up. Auch in der PR solltest Du dir zunächst bewusst machen, welches Ziel du erreichen möchtest. Zum Start bieten sich beispielsweise die Steigerung Deiner Brand Awareness und die Positionierung als Thought Leader an. Das heißt: Deine Marke bekannt machen und Dich und Dein Team als Experten auf Eurem Gebiet positionieren. PR ist zwar deutlich mehr als nur eine Pressemitteilung – und dennoch ist genau diese noch immer das verbreitetste PR-Werkzeug. Sie informiert – im besten Fall auf höchstens zwei Seiten – über aktuelle Geschehnisse oder Entwicklungen in Deinem Start-up. Passende Themen für eine Pressemitteilung könnten also zum Beispiel eine abgeschlossene Finanzierungsrunde, starkes Wachstum, eine spannende News oder die Weiterentwicklung eines Produkts sein. Durch eine Pressemitteilung können mit relativ geringem Aufwand viele Medien in kurzer Zeit erreicht werden. Für den Inhalt dieser gilt generell: Wichtig ist nicht, was Dein Unternehmen für wichtig erachtet, sondern was für Journalisten und deren Publikum Relevanz hat. Bevor man also mit einem Thema an die Presse geht, sollte man sich als erstes fragen, ob dieses überhaupt für sie relevant ist und ob eine Pressemitteilung das richtige Instrument ist, um das Thema zu verbreiten. Bei schreiben der Pressemitteilung ist zu beachten, die wichtigsten Informationen direkt am Anfang zu geben und alle W-Fragen zu beantworten. Eine Pressemitteilung muss immer von hinten kürzbar sein. Anschließend steht die Wahl der richtigen Medienvertreter auf der Agenda. Hierzu kann durchaus eine Recherche von Nöten sein, um zunächst diejenigen Medien zu identifizieren, für die das Thema relevant sein könnte. Da meist verschiedene Redakteure für verschiedene Ressorts zuständig sind, lohnt es sich, etwas mehr Zeit zu investieren und die passenden Ansprechpartner zu finden. E-Mail Adressen von Redakteuren können oft im Impressum oder den Kontakt-Reitern der Medien-Website gefunden werden. In Anblick auf die Erwartungshaltung sollte man sich jedoch über zwei Dinge im Klaren sein: Journalisten sind frei und müssen nicht über dieses Thema berichten und sie bekommen meist täglich so viel E-Mails, dass eine Einzelne schnell untergehen kann. So kann es sein, dass am Ende die Pressemitteilung gar nicht veröffentlicht wird. Ist das der Fall, ist ein Anruf in der Redaktion (oder direkt beim Redakteur) die beste Möglichkeit, um die Neuigkeiten doch noch in einem Medium zu platzieren. Wer hierdurch gute Kontakte in die Medienwelt knüpft, kann auf diese bei weiteren Mitteilungen zurückgreifen und langfristige Kooperationen hegen. Ein weiterer wichtiger Pfeiler der Pressearbeit liegt im individuellen und persönlichen Kontakt zum Journalisten. Vielleicht hast Du einen spannenden Beitrag gelesen und vertrittst als Experte eine andere Position oder Du möchtest gerne Dein Fachwissen zu einem sehr feingranularen, greifbaren Thema teilen? Dann macht es Sinn, in den direkten Kontakt mit den zuständigen Journalisten zu gehen und zum Telefon zu greifen. Die zuständigen Journalisten erkennst Du meist daran, dass sie bereits Beiträge zu sehr ähnlichen Themen veröffentlicht haben. Hier kannst Du gerne verschiedene Formate anbieten: Ein Interview, Hintergrundinformationen oder auch einen Gastbeitrag, bei dem Du der Autor bist.   Kunden gewinnen durch “SEO” Gehört haben es die Meisten schon einmal, doch vorstellen können sich darunter die Wenigsten etwas: Search Engine Optimization (SEO), zu deutsch “Suchmaschinenoptimierung” verfolgt das Ziel, Dein Start-up respektive Deine Website im World Wide Web für Interessierte leicht auffindbar zu machen. Oder kurz gesagt: Wer würde nicht gerne bei Google als erstes Suchergebnis auftauchen? SEO ist ein komplexes Feld. Selbst bei Experten besteht nach wie vor nicht völlige Klarheit über alle Faktoren, die Suchmaschinen-Algorithmen beeinflussen. Dennoch können auch Laien hier etwas bewegen. Ein Werkzeug für langfristigen Erfolg bildet z.B. ein Blog auf der Website. Dieser bietet die Möglichkeit, sich ausführlich mit Themen rund um das Produkt, die Branche oder ähnliche Dinge, die mit Deinem Start-up zusammenhängen, zu befassen. Sei Dir dabei aber vor allem einer Tatsache bewusst: SEO ist eine Angelegenheit, die viel Geduld erfordert. Bis Deine Website gut rankt, also bei der Google Suche auf den ersten Seiten erscheint, können durchaus Jahre ins Land ziehen und auch anschließend musst Du kontinuierlich weiter arbeiten, um Deine Position zu halten. Die Mühe zahlt sich allerdings auch aus, denn Du kannst Menschen ganz ohne Budget auf Deine Website holen. Gerade bei SEO ist die richtige Strategie der Schlüssel zum Erfolg. Neben der Identifizierung Deiner Keywords, also den Suchbegriffen, für die Du gefunden werden möchtest, spielen auch Dein Content und verschiedene technische Eigenschaften Deiner Website eine große Rolle – denn die Kombination aus allen Faktoren bestimmt letztendlich, auf welcher Seite der Google-Suche Deine Beiträge landen.   Noch einfacher “gefunden” werden mit SEA Wer in puncto Auffindbarkeit in Suchmaschinen etwas nachhelfen will, beschäftigt sich mit Search Engine Advertising (SEA). Diese Werbung innerhalb von Suchmaschinen sorgt für eine Platzierung Deiner Website weit oben im Ranking. Die “gesponserten” Links sind hierbei als Anzeige gekennzeichnet und finden sich noch vor den organischen Suchergebnissen. Auch hier geht es um die richtigen Keywords und darum, Deine Message prägnant zu vermitteln. Voraussetzungen für SEA sind neben Budget auch ein Konto bei Google Ads und die richtige Strategie.   Mit Influencer-Marketing genau die richtige Zielgruppe erreichen Influencer-Marketing spielt sich zwischen Online Marketing und PR ab. Es handelt sich bei der Zusammenarbeit mit den “Creators” zwar um eine Marketing-Partnerschaft, dennoch dienen diese als Vermittler zwischen einem Unternehmen und der Zielgruppe – ähnlich wie Journalisten in der PR. Durch diese Mittlerrolle können Start-ups z.B. Vertrauen innerhalb der Influencer-Communities aufbauen. Der große Vorteil: Die Follower vertrauen den Influencern und wenn diese die Produkte eines Unternehmens bewerben, gewinnt auch die Marke an Vertrauen. Zudem produzieren sie ihren Content selbst und nehmen Deinem Start-up die Arbeit, die beim Erstellen eigener Inhalte anfällt, ab. Auch wenn Influencer klassischerweise eher Lifestyle Produkten zugeordnet werden, gibt es durchaus auch einen Markt für Creators aus anderen Branchen. So bietet beispielsweise LinkedIn B2B und Tech- Influencern eine Plattform. Um letztlich einen passenden Kooperationspartner zu finden, solltest Du zunächst die für Dein Unternehmen relevanten Hashtags und Themenbereiche auf der jeweiligen Plattform durchsuchen. Hast Du einige potenziell spannende Personen gefunden, schau Dir ihre Kanäle genauer an. Passen die Themen des Influencers zu Deinem Start-up? Gefällt Dir der Kommunikationsstil? Sagt Dir ein Creator zu, trete mit ihm in Kontakt und besprecht eure Vorstellungen – im Idealfall steht einer Partnerschaft dann nichts mehr im Wege. Die verschiedenen Bereiche des Marketing sind vielfältig und teilweise durchaus komplex. Wer umfangreiche Maßnahmen plant, sollte deshalb auf eine Zusammenarbeit mit Experten nicht verzichten. Steigt Dein Start-ups jedoch gerade erst ins Marketing ein, kannst Du auch durch Eigeninitiative einiges erreichen und die Bekanntheit Deines Start-ups erhöhen. Ob PR, Social Media, Blog oder Influencer-Marketing, für jede Aufgabe findet sich eine passende Lösung um Zielgruppen zu erreichen und am Ende Marketing-Erfolge zu feiern.

Science4Life TechWEEK vom 16. bis 20. Mai 2022

01.04.2022

Die Science4Life TechWEEK ist das digitale Festival für Start-ups. Von 16. bis 10. Mai 2022 stehen spannende Pitches, interaktive Workshops und Networking auf dem Programm. Highlight ist der Science4Life TechSlam am 17. Mai, an dem Gründende ihre Geschäftsidee in maximal drei Minuten erklären. Am Donnerstag und Freitag stehen interaktive Live-Sessions und Workshops zu verschiedenen Business-Themen an. Bei den Reverse-Pitches am Mittwoch stellen Investoren ihre spezifische Investitionsstrategie vor, Geschäftsführer verschiedener Startups berichten am Montag von unternehmerischen Fehlschlägen und Erfolgen. Weitere gründungsrelevante Workshops beschäftigen sich mit den DOs und DONTs bei Kooperationen mit dem Mittelstand, Kommunikation, Aufbau von Unternehmerteams oder digitalen Geschäftsmodellen. Du bist interessiert? Dann melde dich einfach unter https://app.science4life.de/registertech für die TechWEEK an, die Teilnahme ist kostenlos. Digitales Networking, Failure Pitches und Workshops Die Science4Life TechWEEK ist auf die spezifischen Bedürfnisse angehender Unternehmer ausgerichtet. Die Woche startet am Montag mit einer Keynote von Science4Life-Alumni Hydrogenious und einer Panel-Diskussion zum Thema "Auf Wachstumskurs – Wie Deutschland viele Deep-Tech Start-ups produziert". Beim anschließenden Failure-Pitch berichten die CEOs verschiedener Start-ups von ihren größten Herausforderungen, Erfolgen und Misserfolgen und in den Reverse-Pitches am Mittwoch stellen Investoren ihre Investitionsstrategie vor. In der TechLOUNGE können sich Interessierte die gesamte TechWEEK über verabreden und per Video-Chat im geschlossenen Kreis kommunizieren. Natürlich ist es auch möglich, einfach andere Besucher in der Lounge zu treffen und sich ungezwungen auszutauschen. Der Donnerstag und Freitag stehen im Zeichen interaktiver Workshops. Gründerteams lernen, wie sie ihr digitales Geschäftsmodell auf die Straße bringen, was bei Kooperationen mit Konzernen und dem Mittelstand zu beachten ist, wie sie eine zielgerichtete Kommunikationsstrategie aufbauen und das perfekte Team zusammenstellen. Alle Programmpunkte sind kostenlos. Highlight: Der Science4Life TechSlam am 17. Mai 2022 Am 17. Mai 2022 steigt der digitale Science4Life TechSlam!  Start-up-Teams aus den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie erklären ihre Geschäftsidee mit einem kreativen Pitch in maximal drei Minuten. Anders als beim klassischen Pitch geht es beim Slam nicht um Fachjargon, sondern um Wortakrobatik. Denn wer seine Idee am verständlichsten und am lustigsten erklärt, gewinnt das Publikums-Voting. Es gilt, die Performances aus den letzten Jahren zu toppen. Spoiler-Alert: Wir hatten schon Gründer als Albert Einstein auf der Bühne. Beim TechSlam sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.   Zum Programm: https://science4life.de/wp-content/uploads/2022/04/TechWEEK-Programm.pdf 

Science4Life zeichnet aus: Die besten Geschäftskonzepte 2022

17.03.2022

Die Gründerteams von Advylop, Applimeda, Aptamimetics, DNTOX, HISTOLUTION, Korallenwächter, LOVR, NUNOS, PolymerActive und RooWalk gewinnen beim Science4Life Venture Cup. Beim Science4Life Energy Cup räumen Arteria Technologies, BioCORE und everyone energy ab. Energiewende und Umweltschutz sind auch in der Wissenschaft Top-Themen: Bei den 81 Start-ups der Konzeptphase des Businessplan-Wettbewerbs von Science4Life legten sehr viele Teams Wert auf Nachhaltigkeit. Ob Green Tech, nachwachsende Rohstoffe oder digitale Lösungen für die Klimaneutralität – der Trend geht zu verantwortungsvoller Zukunft.  Nachhaltig und innovativ: Gründerteams aus Life Science und Chemie Die Gewinner des Science4Life Venture Cup überzeugen in der Konzeptphase mit nachhaltigen Geschäftskonzepten und innovativen Lösungen für aktuelle Herausforderungen. Polyethylenglykol (PEG) findet vielseitige Anwendung in der Behandlung chronischer Krankheiten oder als Bestandteil von Impfstoffen, führt jedoch vermehrt zu Allergien und Nebenwirkungen. Das Team von Advylop aus Mainz bietet eine PEG-Alternative, die Nebenwirkungen vermeidet und gleichzeitig die medizinischen und produktionstechnischen Vorteile bewahrt. Die Applimeda GmbH aus Aachen entwickelt eine “App auf Rezept”, die digital zur leitliniengerechten Bewegungstherapie bei Morbus Bechterew anleitet und so die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig steigern soll. Um Zellkulturtechnologien in einem breiten Spektrum ökonomisch attraktiv einsetzbar zu machen, entwickelt die  Aptamimetics GmbH aus Freiburg im Breisgau neue vollsynthetische und kostengünstige Zellkultur-Rohstoffe. Das Team von DNTOX aus Düsseldorf bietet eine derzeit einzigartige, tierversuchsfreie Analyse von Chemikalien an. Damit möchte DNTOX eine kostengünstige Alternative zu ressourcenintensiven und ethisch umstrittenen Tierversuchen ermöglichen. Das Ziel der HISTOLUTION GmbH aus Lübeck ist es, dem Chirurgen im OP mit einem optimierten Multi-Photonen-Mikroskop eine einfache und schnelle Krebsdiagnostik zur Verfügung zu stellen. Das Team von Korallenwächter aus Aachen bietet ein neuartiges und nutzerfreundliches Wasseranalysenverfahren an, mit dem die Wasserqualität in Aquarien kontrolliert und entsprechend angepasst werden kann. Empfindlichen Spezies wie Korallen wird damit ein besseres Wachstum und Überleben gesichert. LOVR aus Darmstadt hat das Tierwohl im Fokus: Das Team entwickelt das weltweit erste lederähnliche Textil, das ohne Kunststoffe auskommt, vegan ist und aus Reststoffen des regionalen Hanfanbaus besteht. NUNOS aus Köln verwendet ein Verfahren aus der Raumfahrt zur biologischen Aufbereitung von Gülle und Gärresten. Das Düngemittel kommt ohne den Einsatz von Chemikalien aus und erhöht die Effizienz der organischen Düngung im Pflanzenanbau. Die PolymerActive GmbH aus Offenburg bietet zur Schadstoff-Elimination aus Wasser und Luft innovative Adsorptionsmaterialien, die durch ein spezielles Upcyclingverfahren aus Kunststoffabfällen hergestellt werden. Das Team von RooWalk aus Berlin entwickelt eine elektrisch unterstützte Gehhilfe für Kinder mit körperlichen Einschränkungen und fördert damit deren erweiterte Bewegungsfreiheit. Geschäftskonzepte für die Klimawende beim Science4Life Energy Cup In der Konzeptphase des Science4Life Energy Cup, der vom Land Hessen und Viessmann gesponsert wird, überzeugten Gründerteams mit grünen Technologien. Die Arteria Technologies GmbH aus Graz entwickelt eine Plattform zur Planung und Optimierung von Wärmenetzen im Smart City Kontext. Diese nutzt Digital Twins und hilft Energieversorgern, ihre Fern- und Wärmenetze klimaneutral zu planen und zu betreiben.  BioCORE aus Garching nutzt Biogas, um die unstete Stromversorgung aus Wind- und Sonnenenergie auszugleichen und zu speichern. Das Team ermöglicht erstmals wirtschaftlich darstellbar negative Treibhausgasemissionen im Großmaßstab. Das Team der everyone energy UG aus Berlin hilft Tausende neuer Energiewende-Projekte zu realisieren, indem sie Endkunden und Lösungsanbieter durch vollautomatisierte und nutzerfreundliche Energieberatung gezielt zusammenbringen.   Jetzt noch für die Businessplanphase bewerben! Einsendeschluss: 29.04.2022 Mit Abschluss der Konzeptphase startet gleichzeitig die dritte und letzte Phase des Wettbewerbs, die Businessplanphase. Die Teilnahme an Online-Seminaren von Rechts- und Patentanwälten, Marketing- und Finanzprofis, Business Angels und Investoren sowie individuelle Feedbackrunden zu den Businessplänen der Gründerteams sind nur einige der Programmpunkte, auf die sich die Teilnehmer der Businessplanphase freuen können. Neben medialer Aufmerksamkeit durch die Presse haben Start-ups außerdem die Chance, Startkapital für ihr Unternehmen zu gewinnen: Das Gewinnerteam des Science4Life Venture Cup erhält 25.000 Euro, auf den Gewinner des Science4Life Energy Cup warten 10.000 Euro. Die Preisverleihung ist für den 18. Juli 2022, in der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Frankfurt geplant. Bewerben können sich alle Start-ups, auch ohne vorherige Teilnahme an den anderen Phasen, unter www.science4life.de. Einsendeschluss ist der 29.04.2022.

So läuft die Investorensuche – Tipps für Start-ups

03.02.2022

Die Suche nach Kapitalgebern, die im Idealfall neben Kapital auch Expertise mitbringen, ist neben der Idee Hauptthema bei der Gründung eines Start-ups. Passende Investoren zu finden, kann eine echte Herausforderung darstellen, die sich jedoch mit einigen Tricks meistern lässt. Hier finden Gründer eine Step-by-Step Anleitung, mit Tipps für die erfolgreiche Investorensuche Vorbereitung auf die Investorensuche Eine erfolgreiche Investorensuche fängt schon vor der ersten E-Mail und dem ersten Gespräch an. Denn bevor die Suche beginnen kann, sollten sich Gründer einige zentrale Fragen stellen, die den Rahmen bilden. Die Kernfragen lauten wie folgt: Wie viel Kapital wird benötigt? Die erste Frage, mit der sich Gründerteams beschäftigen sollten, ist die Investitionssumme. Für was genau wird Fremdkapital benötigt und welche Summe soll eingesammelt werden? Jeder Investor ist individuell und das spiegelt sich auch in der Investitionssumme wider – von kleinen bis zu großen Beträgen kann alles eingesammelt werden – man muss nur wissen, an wen man sich im jeweiligen Fall wendet. Hat der Investor etwas mit der Branche zu tun? Ein Investor ist zwar in erster Linie ein Geldgeber, letztlich kann aber auch die Expertise von Investoren sehr wichtig für die Entwicklung des eigenen Unternehmens sein. Gerade in komplexen Branchen wie Life Sciences, Chemie und Energie ist der Wissenstransfer von Investoren an Gründer ein enormer Vorteil. Ist zwar Sympathie vorhanden, hat die Person aber wenig bis keine Ahnung von der Branche, macht eine Zusammenarbeit nur Sinn, wenn ausschließlich Kapital benötigt wird oder weitere Investoren als Expertenteam zur Seite stehen. Wo finde ich den richtigen Investor und wie komme ich in Kontakt? Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Events und anderen Vernetzungsmöglichkeiten, die Gründer nutzen können, um ihr Netzwerk zu erweitern und Geldgeber zu akquirieren. Eine gute Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit Venture Capital Gebern ist es, wenn Investoren schon einmal von der Geschäftsidee bzw. dem Gründerteam gehört haben – eine persönliche Empfehlung oder Beiträge in der Presse können hier hilfreich sein. Durch die Präsenz in sozialen Netzwerken wie LinkedIn oder auch mit Pressearbeit können Start-ups auf sich aufmerksam machen. So steigern sich Bekanntheit und Vertrauen in das Produkt oder die Dienstleistung und das Unternehmen. Eigenrecherche und Akquise Selbst sind die Gründer! Online lassen sich Investoren beispielsweise in Datenbanken oder auf Vermittlungsportalen finden. Aber auch über Plattformen wie LinkedIn kann Kontakt hergestellt werden. Außerdem sind Veranstaltungen – offline und online – wertvolle Gelegenheiten für Start-ups. Dort können Gründerteams in den Austausch mit Gleichgesinnten gehen und gleichzeitig in Kontakt mit potenziellen Geldgebern treten. Seit Pandemiebeginn ist die Zahl der Vor-Ort Events gesunken, dafür findet vermehrt digitaler Austausch auf Online-Events wie beispielsweise der Science4Life TechWEEK statt. Wer regelmäßig an solchen Veranstaltungen teilnimmt, wird nicht nur neue Businesspartner finden, sondern auch in Investorenkreisen auf sich aufmerksam machen und damit die Chancen, den idealen Investor für sein Unternehmen zu finden, erhöhen. Gründerwettbewerbe Gründerwettbewerbe unterstützen Start-ups nicht nur finanziell, das Netzwerk von etablierten Wettbewerben bietet eine Vielzahl an Experten und Investoren. Zudem wird über die Pressearbeit und den Social Media Auftritt des Gründerwettbewerbs Aufmerksamkeit für das Start-up generiert und kann so wiederum Interesse bei potenziellen Geldgebern wecken. Wie sieht der erste Pitch aus? Ist Kontakt zu einem oder mehreren interessierten Investoren hergestellt und steht der Termin für den Pitch, wächst die Aufregung. Jetzt ist gute Vorbereitung das A und O, damit Gründer selbstbewusst und überzeugend in den Pitch gehen können. Dazu sollten Gründerteams folgende Punkte bedenken: Das Pitch Deck erstellen Zunächst ist es wichtig, die Eckdaten des Pitches zu visualisieren und damit einen Leitfaden in der Hand zu haben. Dazu eignet sich ein Pitch Deck, das alle wichtigen Informationen in einer Präsentation zusammenfasst. Das Pitch Deck enthält detaillierte Informationen zum Gründerteam und Geschäftsmodell und stellt heraus, welches konkrete Problem das Start-up mit seiner Geschäftsidee löst. Der USP darf ebenso wenig fehlen – damit ist das Alleinstellungsmerkmal gemeint, das das Start-up von anderen Unternehmen unterscheidet. Zudem sind Zahlen für Investoren sehr wichtig. Bereits erzielte und erwartete Umsätze, erreichte (potenzielle) Kunden, (mögliche) Marktanteile, etc. sollten deshalb mit in die Präsentation integriert werden. Wer pitcht? Neben den „harten Fakten“ sind selbstverständlich Gründerteam und gegenseitige Sympathie von großer Bedeutung für eine Zusammenarbeit. Das heißt konkret: Es muss nicht zwingend der geübteste Redner pitchen. Viel wichtiger sind Emotionen und die Begeisterung für das Thema zu vermitteln. Wenn diese an Investoren transportiert werden, erhöhen sich die Erfolgschancen. Pitchen für die Anschlussfinanzierung Schon vor der ersten Finanzierungsrunde sollten sich Gründer Gedanken über eine mögliche Anschlussfinanzierung machen. Denn wer im ersten Pitch abliefert, hinterlässt auch für folgende Finanzierungsrunden einen guten Eindruck. Auch hier gibt es ein paar Dinge zu beachten. So lohnt es sich, Zeit in die Erstellung von Umsatzprognosen zu investieren, damit diese möglichst realistisch sind. Wer im Pitch Zahlen vorweisen kann, die im Rahmen der Schätzung oder darüber liegen, hat deutlich höhere Chancen auf eine Anschlussfinanzierung. Letztlich ist eines am wichtigsten: Nicht entmutigen lassen! Wer beim ersten Pitch nicht überzeugt, wird es beim zweiten, dritten oder zehnten schaffen. Der perfekte Investor ist selten der erste vor dem man pitcht. Mit einer guten Geschäftsidee wird man am Ende aber sicher den idealen Partner für sein Geschäftsvorhaben finden.