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02.09.2024

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Die Ideenphase von Science4Life

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“Deutschlands Gesundheitswesen hängt in der Digitalisierung um Jahrzehnte zurück” – Was muss sich ändern?

25.09.2023

Von Telemedizin über Wearables bis hin zu Gesundheits-Apps – der digitale Wandel hat die Art und Weise, wie wir unsere Gesundheit managen und medizinische Versorgung erhalten, grundlegend verändert. Dennoch hinkt Deutschland in der Digitalisierung hinterher, sagt beispielsweise Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Aber wie viel ist wirklich dran am Problemkind Digitalisierung?   Ärzte fordern mehr Tempo und Innovationen Eine 2022 durchgeführte Studie* zeigt: 78 Prozent der deutschen Ärzte denken, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens hinterherhinkt. Entsprechend fordern zwei Drittel dieser Ärzte ein schnelleres Tempo.  Kein Wunder – schließlich sind die Potenziale groß und noch lange nicht ausgeschöpft: Zum Beispiel ermöglicht die Digitalisierung eine Effizienzsteigerung in der Gesundheitsversorgung. Durch den Einsatz elektronischer Patientenakten und digitaler Kommunikation können Ärzte Zeit sparen und den Arbeitsablauf sowie Datenmanagement verbessern, was zu einer besseren Patientenversorgung führt. Aber auch abseits strategischer Aufgaben helfen innovative Lösungen: Viele Krankenhäuser und Arztpraxen in Deutschland setzen diese bereits für die Diagnose und Behandlung ein. Trotz der Fortschritte sind die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Die Revolution der Medizin: Hightech-Robotik und künstliche Intelligenz Innovative Lösungen in der Robotik rücken immer mehr in den Fokus. Diese Technologien sind darauf ausgerichtet, Ärzte bei komplexen chirurgischen Eingriffen zu unterstützen und menschliche Fehler zu minimieren. Durch präzise Roboterarme, die automatisiert agieren, können Operationen noch genauer und effizienter durchgeführt werden. Ein solcher Ansatz ermöglicht es Medizinern, optimale Resultate zu erzielen und gleichzeitig das Risiko für Patienten zu verringern. Laut einer bitcom Studie von Ende 2022 wird Robotik allerdings nur von 19 Prozent der Ärzte in Operationen und Eingriffen verwendet - obwohl weitere 25 Prozent deren Einsatz für sinnvoll halten.  Künstliche Intelligenz schafft in der Medizin neue Möglichkeiten für Diagnose und Behandlung. Vor allem Start-ups bringen hier fortschrittliche neue Lösungen. Durch die Analyse großer Datensätze kann KI Muster und Zusammenhänge identifizieren, die für menschliche Experten oft schwer erkennbar sind. Dies ermöglicht eine präzisere Diagnose von Krankheiten, die frühzeitige Erkennung genetischer Risiken und die Entdeckung neuer Behandlungsansätze. Dennoch nutzen mehr als die Hälfte aller Kliniken in Deutschland noch keine KI-Lösungen, obwohl sie diese durchaus befürworten.  Effizientere Kommunikation im Gesundheitswesen: Digital Health Apps Die Medizin findet zunehmend auch ihren Weg aus Kliniken in den Alltag von Patienten – Stichwort Gesundheits-Apps. Diese Apps bieten Funktionen wie Schrittzähler, Kalorienzähler, Blutdruckmessung und Schlafüberwachung, um den Nutzern ein besseres Verständnis ihrer Gesundheit zu ermöglichen. Diese Patientendaten können von Ärzten direkt ausgewertet werden. Ein weiteres Beispiel ist die Telekonsultation, bei der Patienten über Videokommunikation mit Ärzten in Kontakt treten können. Diese virtuellen Arztbesuche ermöglichen es den Patienten, medizinischen Rat und Behandlungen bequem von zu Hause aus zu erhalten, ohne persönlich eine Arztpraxis aufsuchen zu müssen. Ärzte können dadurch eine Diagnose stellen, ohne dass der Patient physisch anwesend sein muss. Diese E-Health-Lösungen sparen viel Zeit und ermöglichen eine schnellere Behandlung, besonders für Patienten mit eingeschränkter Mobilität. Videosprechstunden werden bisher allerdings nur von 14 Prozent der deutschen Kliniken und 18 Prozent der niedergelassenen oder angestellten Ärzte angeboten.  Die Praxis: Start-ups bringen Innovationskraft Besonders Start-ups sind ein starker Treiber digitaler Innovation in der Medizin. Ein perfektes dafür ist das Berliner Start-up Nia Health, das sich mit ihrer App das Ziel gesetzt hat, Neurodermitis-Patienten das Leben zu erleichtern, um besser mit ihrer Erkrankung umgehen zu können. Die App ermöglicht den Betroffenen, ihre Symptome wie Juckreiz und Schlafstörungen zu dokumentieren und bietet konkrete Handlungsempfehlungen zur Bewältigung der Krankheit. Darüber hinaus analysiert die App mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Patientendaten, insbesondere Bilder von entzündeten Hautpartien, um Muster zu erkennen und Ärzten sowie Patienten Empfehlungen zu geben. Das Team von Mental Stark hat seinen Fokus auf die Bereitstellung psychologischer Unterstützung bei Kinderwunsch gelegt. Viele Frauen erleben schwere Schicksalsschläge im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt und stehen vor Herausforderungen wie begrenzten Therapieplätzen. Mental Stark hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Frauen emotionalen Beistand zu leisten und ihnen den Zugang zu einer umfassenden Informationsmediathek sowie individuellen Gesprächen mit Psychologen per Videokonferenz zu ermöglichen.  Das Problem: Veraltete Prozesse Start-ups bieten innovative neue Lösungen, während Künstliche Intelligenz, Robotik und Telemedizin bereits in einigen Kliniken und Praxen eingesetzt werden. Dass Ärzte dennoch der Meinung sind, Deutschland hänge bei der Digitalisierung hinterher, liegt laut bitcom vor allem an an einigen sehr veralteten Prozessen: Die Kommunikation verläuft noch weitgehend analog via Telefon und Fax, Rezepte werden überwiegend auf Papier ausgestellt und lediglich sechs Prozent hatten 2022 schon einmal eine elektronische Patientenakte (ePA) genutzt. Die Gründe für dieses langsame Voranschreiten der Digitalisierung sehen Ärzte vor allem in der Komplexität des Gesundheitssystems: lange Zertifizierungsverfahren, eine starke Regulation des Sektors, die strenge Auslegung des Datenschutzes und ein hoher Aufwand für IT-Sicherheit seien die Hauptprobleme.  Digitalgesetz und ePA – die Ziele der Politik Die Politik ist hingegen ambitioniert: Deutschland plant bis 2025, dass 80 Prozent der gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte nutzen. Dies ist Teil einer umfassenden Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege, die von Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach vorgestellt wurde. Die Strategie wurde in enger Zusammenarbeit mit Patientenvertretern und Gesundheitsakteuren entwickelt und zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung durch die Nutzung von Gesundheitsdaten und modernen Technologien zu verbessern. Das Digitalgesetz sieht vor, bis Ende 2024 die ePA für alle gesetzlich Versicherten verbindlich einzuführen. Ab dem 1. Januar 2024 wird das E-Rezept zum Standard in der Arzneimittelversorgung. Eine digitale Medikationsübersicht wird automatisch in der ePA erstellt, um unerwünschte Arzneimittelwechselwirkungen zu vermeiden. Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) sieht die Einrichtung einer zentralen Datenzugangs- und Koordinierungsstelle vor, die den Zugang zu Forschungsdaten aus verschiedenen Quellen ermöglicht.  Wie steht es nun um unsere medizinische Zukunft Die aktuellen Zahlen und Entwicklungen legen nahe, dass die Einschätzung der Ärzte nicht unberechtigt ist: Deutschlands Gesundheitswesen hinkt in der Digitalisierung aktuell hinterher. Hauptgrund ist nicht mangelnde Innovationskraft, sondern die strenge Regulatorik der Branche. Die Zukunft lässt dennoch optimistisch bleiben: Sie verspricht weitere Fortschritte durch Telemedizin, KI und Robotik, Start-ups wie Nia Health und Mental Stark zeigen bereits, wie digitale Lösungen in der Medizin wichtige Unterstützung bieten können. Die geplante Ausweitung der elektronischen Patientenakte (ePA) und das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) sind wichtige Schritte in Richtung einer digitalisierten Gesundheitsversorgung. Wenn regulatorische Anforderungen so angepasst werden, dass Patienten weiterhin geschützt und gleichzeitig Innovation gefördert wird, sind die Aussichten also vielversprechend, um Deutschlands Gesundheitswesen auf den neuesten Stand zu bringen. *https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitalisierung-Medizin-2022

25 Jahre Science4Life – Start-ups im Wandel der Zeit

23.08.2023

Science4Life feiert 25-jähriges Jubiläum – Grund genug, um nicht nur einen Blick zurück in die 90er-Jahre und die Anfänge der Gründerinitiative zu werfen, sondern auch einen in die Zukunft. Im Laufe der Jahre hat sich das Start-up-Ökosystem stark verändert – ebenso der Wettbewerb. Doch wie sah die Start-up-Welt vor 25 Jahren aus, wie sieht sie heute aus und wie wird sie in 25 Jahren aussehen?  Die Start-up Welt in den 90er-Jahren Ende der 1990er-Jahre: Der Begriff “Start-up” ist in Deutschland kaum geläufig, große Geldgeber und Förderprogramme für junge Unternehmen sind noch weitaus weniger vorhanden als heute. Generell spielt Venture Capital bei Start-ups eher eine untergeordnete Rolle. Jedoch wird sich die Wirtschaft langsam des potenziellen Einflusses innovativer Gründundteams bewusst: Der deutsche Wagniskapitalmarkt wächst und die Zahl der Venture-Capitals steigt. Eine durchdachte Finanzplanung und Skalierung steht bei den meisten Gründenden noch im Hintergrund und man konzentriert sich oftmals einzig auf die Idee selbst. Science4Life legt zu diesem Zeitpunkt den Fokus vor allem darauf, Start-ups aus dem Pharma- und Biotech-Bereich zu unterstützen. Die Trennung in den Science4Life Energy Cup und den Science4Life Venture Cup existieren noch nicht – allerdings bereits die Aufteilung des Wettbewerbs in drei Phasen. Der beste Businessplan wird damals mit einem Preisgeld von 30.000 DM Mark ausgezeichnet.  Status-quo der deutschen Start-up Welt Die Gründerlandschaft hat besonders in den letzten drei Jahren der Covid-19-Pandemie einige Hochs und Tiefs erfahren müssen. Im medizinischen Bereich hat vor allem das Bewusstsein für innovative Lösungen und Investitionsbereitschaft stark zugenommen. Science4Life fokussiert sich nach wie vor auch auf den Life-Sciences-Bereich; wurde jedoch bereits einige Jahre nach der Gründung um die Chemiebranche ergänzt. Gründungen in den Bereichen Agrar, Umwelttechnologie, Medtech, Analytik, Diagnostik und Nanotechnologie sind nur einige Beispiele für regelmäßig behandelte Themen beim Businessplanwettbewerb. Natürlich stehen vor allem Umweltfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und Tierwohl heute ganz oben auf der Liste, wenn es um Innovationen im Life-Sciences Bereich geht. Der Anteil der Gründungsteams mit nachhaltigen Geschäftsideen steigt – nicht nur im Life-Sciences- und Chemie-Bereich: Seit 2016 teilt sich der Businessplanwettbewerb in den Science4Life Venture-Cup und Science4Life Energy-Cup auf. Mit dem Science4Life Energy-Cup wurde vor sieben Jahren ein Angebot geschaffen, das sich spezifisch an die Herausforderungen und Bedürfnisse von Energie-Start-ups richtet. Produkte, welche die Energiewende vorantreiben, sind hoch im Kurs und werden dringend benötigt, um die weltweiten Klimaziele realisieren zu können.  Künstliche Intelligenz und digitale Lösungen werden grundlegender Teil von unzähligen Geschäftsmodellen – sowohl im Life-Sciences- als auch im Chemie- und Energie-Bereich. Digital Health soll die Revolution des Healthcare-Sektors sein und will in Zeiten regelmäßig überlasteter Gesundheitssysteme den Weg zurück zur effizienten Patientenversorgung ebnen. Egal ob durch neue Diagnosemöglichkeiten, digitale Medikamentenforschung oder flächendeckende Zugänglichkeit zu Behandlungsmöglichkeiten. Globalisierung im Umbruch Zudem befindet sich die Gesellschaft 25 Jahre nach der Gründung von Science4Life in einer industriellen Umbruchphase. Lieferkettenkonzepte und über Jahrzehnte hinweg aufgebaute Standort-Vernetzungen werden neu diskutiert und strukturiert. Das stellt Innovatoren in Deutschland vor neue Herausforderungen, denn der Zugriff auf viele Ressourcen ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs limitiert. Andererseits bietet ihnen diese Situation aber auch neue Chancen: Innovative Ideen werden aktuell so sehr gebraucht wie nie zuvor. Das verschafft Start-ups einen noch höheren Stellenwert. Auch Investments sowie Förderungen für Gründerteams sind deutlich leichter zu sammeln als noch vor 25 Jahren und werden teils in sehr hohen Summen vergeben. Ein Blick auf die nächsten 25 Jahre Was können wir von der Gründerszene in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erwarten? Sorge um einen Rückgang der Innovationskraft sollte auch in der Zukunft nicht bestehen. Durch den ständigen gesellschaftlichen Wandel und die konstant auftretenden Herausforderungen eröffnen sich immer wieder neue Geschäftsfelder. Innovationen, die keine nachhaltigen Ziele verfolgen oder gar diesen entgegenwirken, werden es in Zukunft schwer, wenn nicht sogar unmöglich haben. Nachhaltigkeit wird von einem Alleinstellungsmerkmal zu einem Must-have. Auf der anderen Seite gilt es weiterhin, Digitalisierungslücken zu füllen. Hier können Gründerteams auch in Zukunft anknüpfen und sich etablieren. Das Thema KI wird immer mehr in den Mittelpunkt der Digitalisierung rücken, eröffnet unzählige Möglichkeiten für Business-Modelle und könnte Fachkräftemangel entgegenwirken.  Science4Life wird Start-ups weiterhin begleiten und fördern. Vor allem durch ein sich ständig erweiterndes Expertennetzwerk wird der Wettbewerb auch in den nächsten Jahren wertvollen Input und pointiertes Wissen weitergeben können. Einige Alumni, die sich vor Jahren noch von Science4Life-Experten beim Aufbau ihres Business haben helfen lassen, gelten heute schon selbst als Branchenexperten. Genau so entwickelt sich der Gründerwettbewerb parallel zum Start-up-Ökosystem konstant weiter und will auch noch in 25 Jahren Innovationen vorantreiben.

“E-Mobilität wäre schon vor 140 Jahren die Lösung gewesen”: Interview mit Innocept mobility

20.07.2023

Der Straßenverkehr ist in der EU für rund ein Drittel der Emissionen verantwortlich und der Weg, diese zu senken, führt unweigerlich über innovative Technologien. Die Faszination für diese Technologien brachte Masih Akbar und seine Mitgründer im Studium zusammen. Aus einer gemeinsamen Vision entstand das erste Büro in der WG-Küche und letztlich ihr Start-up innocept mobility. 2021 hat Science4Life sie auf ihrem Weg von der Idee zur Gründung unterstützt. Jetzt befindet sich das Gründerteam in der Pilotphase ihrer E-Charging-Lösung. Im Interview erzählt Masih Akbar, warum er damals den Schritt gewagt hat und wie er mit innocept den Weg zu zugänglicher E-Mobilität in Deutschland ebnen will.    Was macht euer Start-up? Wir haben die Software „OmniCharge“ für die Verwaltung von E-Ladestationen entwickelt, welche die Organisation der Ladeprozesse von E-Fahrzeugen vereinfacht. Unsere Lösung richtet sich an unternehmenseigene Ladeinfrastruktur von kleinen und mittelständischen Unternehmen, optimiert Ladevorgänge und automatisiert die gesamte Organisation für Betreiber und Nutzer. Konkret heißt das: Durch optimale Energieverteilung und eine intelligente Steuerung kann das Meiste aus den Ladestationen rausgeholt und die „nervigen“ Ladevorgänge so komfortabel wie möglich gemacht werden. Dadurch sparen unsere Kunden große Mengen an Energie und Kosten. Außerdem ermöglichen wir Unternehmen, ihre Ladestationen mit der Öffentlichkeit zu teilen – natürlich gegen Bezahlung. So gehen wir das Problem fehlender Ladeinfrastruktur an und bieten Unternehmen gleichzeitig eine Lösung, um ihre Infrastruktur nachhaltig zu finanzieren.   Welche Intention hattet ihr bei der Gründung eures Start-ups? Batteriebetriebene Autos existieren schon seit etwa 140 Jahren –  2023 diskutieren wir aber immer noch darüber, ob diese „neue“ Technik ein sinnvoller Weg ist, um Umweltprobleme zu lösen. Rückblickend betrachtet ist es offensichtlich, dass die Automobilindustrie von Anfang an auf das richtige Pferd hätte setzen sollen: auf E-Autos statt Verbrenner. Es hat uns frustriert, dass kurzfristige Gewinne für Aktionäre der deutschen Automobilindustrie wichtiger zu sein schienen als eine intakte Umwelt. Aus dieser Frustration heraus entstand unser Wunsch, ein Unternehmen zu gründen, das das Thema E-Mobilität nach vorne bringt und es noch zugänglicher und attraktiver für die breite Masse macht.   Was hat letztlich dazu geführt, dass ihr gegründet habt? Während des Studiums haben wir uns in einem Freundeskreis aus Kommilitonen fast jedes Wochenende in der WG eines Freundes getroffen, um über Technologie-Trends, Ingenieurs-Errungenschaften und auch über den Umweltschutz zu diskutieren. Dabei wurde uns schnell klar, dass uns das Plaudern nicht ausreicht und wir lieber selbst etwas bewegen wollen. Wir waren uns sicher, dass wir unsere Leidenschaft für neue Technologien nutzen und damit einen Beitrag leisten können. So wurde aus der WG-Küche nach und nach unser erstes Büro.   Inwiefern war Science4Life bei der Gründung für euch von Bedeutung? Wir hatten zwar eine klare Vorstellung, wie unser Produkt aussehen soll und welche Vision dahinter steckt, allerdings keine Erfahrung beim Gründen und im Aufbau eines Businesses. Während des Science4Life Wettbewerbs, sowohl in der Ideen- als auch in der Businessplanphase, ist uns aufgefallen, wie schwach wir noch in der Konzeptionierung unserer Ideen hinsichtlich des wirtschaftlichen Erfolges aufgestellt waren. Mit dem Feedback der Science4Life Coaches haben wir anschließend unser Produkt und damit auch die Zielgruppe stark verändert, sodass wir letztlich auch gut auf den Markteintritt vorbereitet waren und echte Aussichten auf Erfolg mit unserem Unternehmen hatten.   Was war das wichtigste Learning auf eurem bisherigen Weg? Während der Science4Life Academy Days hat uns einer der Experten mehrfach auf die fehlende Struktur in den Operations aufmerksam gemacht. Das hat uns etwas verwirrt, denn darin haben wir zunächst nur eine Banalität vermutet. Im Nachhinein können wir allerdings nur „Danke” sagen. Wir hatten hier wirklich Nachholbedarf, denn heute baut unser Geschäftsmodell genau darauf auf und ohne dieses wertvolle Learning hätte uns ein bedeutender Teil für den weiteren Ausbau von Innocept gefehlt.   Wie sieht die Zukunft von Innocept Mobility aus? Der E-Mobilität-Markt ist zwar in Deutschland so populär wie nie zuvor, aber trotzdem noch sehr innovationsarm. Standard-Lösung über Standard-Lösung wird derzeit auf dem Markt produziert und vertrieben. Genau dem wirken wir entgegen und werden alle bisher verfügbaren Lösungen für kleine- und mittelständische Unternehmen in Europa disruptieren. Das ist unsere Vision und an dieser gilt es in den nächsten Jahren zu arbeiten.    

Das sind die Gewinner der Businessplanphase

27.06.2023

In der Businessplanphase des Science4Life Venture Cup gewinnen Sedivention, Akribion Genomics, Octo Germany, MAKROPHAGEN 2.0, DeepEn, ArtifiCell, FLIPoQ, LigniLabs, MYTRA und SAFIA Technologies. Die Start-ups xemX, retoflow und ÖkoVision gewinnen beim Science4Life Energy Cup.  Wenn die zehn besten Teams des Science4Life Venture Cup und die drei besten Teams des Science4Life Energy Cup auf die Förderer und das Netzwerk des Science4Life e.V. treffen, ist es wieder soweit: Die Abschlussprämierung des Businessplan-Wettbewerbs findet statt. Zu diesem besonderen Abend wurde am 26. Juni 2023 in die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Frankfurt eingeladen. Gemeinsam wurde gespannt mitgefiebert, genetzwerkt und gefeiert. Den ersten Platz des Science4Life Venture Cup und damit 25.000 Euro sicherte sich das Team von Sedivention. Beim Science4Life Energy Cup gewinnt xemX und erhält 10.000 Euro.  Fit für Markt und Investoren: Die Science4Life Academy-Days  Für die zehn bestplatzierten Teams aus Life Sciences und Chemie und die drei bestplatzierten Energie-Teams wurde es schon im Vorfeld der Prämierung spannend und lehrreich. Auf den dreitägigen Academy-Days wurde der Businessplan noch einmal von Grund auf geprüft und durch erfahrene Branchenexperten, Rechtsanwälte und Investoren mit den Teams diskutiert. In individuellen Coachings und Medien-Trainings wurden alle Teammitglieder auch auf die Präsentation der eigenen Unternehmensidee vor der Experten-Jury vorbereitet.  Lösungen gegen Krebs, MedTech-Weltrekorde und spannende Ansätze für Nachhaltigkeit: Die Gewinner des Science4Life Venture Cup  Platz 1 des Science4Life Venture Cup geht an Sedivention aus Straßlach. Fettleibigkeit nimmt weltweit zu und führt zu Diabetes, Bluthochdruck und Krebs. Sedivention entwickelt ein medizinisches Gerät für eine einmalige, ambulante Behandlung: Ähnlich einer Magenspiegelung werden die Nerven, die das Hungergefühl vom Magen zum Hirn leiten, verödet. So wird ein verstärktes Hungergefühl gelindert und das Abnehmen erleichtert. Ohne Implantat, Operation oder Medikamente. Platz 2 sicherte sich Akribion Genomics aus Zwingenberg – das Start-up entwickelt neue CRISPR/Cas-Technologien mit unabhängiger IP-Basis zur Anwendung in Genomeditierung und Medizin. Die Systeme von Akribion Genomics sind bereits jetzt in verschiedenen Organismen anwendbar. Die völlig neuartige G-dase E Plattform ermöglicht gezielte Zelldepletion basierend auf RNA-Biomarkern und somit neuartige Behandlungsmöglichkeiten u.a. in der Krebstherapie. Octo Germany aus Mönchengladbach gewinnt Platz 3 und will ein zentrales Problem bei der Herstellung wasserabweisender Textilien lösen: hier werden PFAS eingesetzt, welche in der Umwelt nicht abgebaut werden können und potenziell toxisch sind. Alternativen sind bisher nicht leistungsstark genug. Das von Octo Germany entwickelte Octogarn löst dieses Problem, indem es „unbenetzbar“ ist. Ein Textil aus Ocotgarn bleibt selbst unter Wasser trocken. Platz 4 belegt MAKROPHAGEN 2.0 aus Dresden. Das Team entwickelt vermehrbare Makrophagen – Fresszellen des Immunsystems – als Zelltherapie gegen solide Tumore. Ein zentrales Problem für die Tumor-Zelltherapie mit Makrophagen war bisher, dass die Makrophagen von den Tumorzellen zu willigen Helfern „umgepolt“ wurden. Im Gegensatz dazu können die patentgeschützten Makrophagen von MAKROPHAGEN 2.0 nicht mehr von Tumorzellen für ihre Zwecke ausgenutzt werden und befinden sich deshalb in einem stabilen Anti-Tumor-Zustand, in dem sie Tumorzellen töten. Im Mausmodell hat das Team damit bereits beeindruckende Ergebnisse erhalten.Platz 5 geht an DeepEn aus Jena. Das Start-up entwickelt und vermarktet die dünnsten Endoskope der Welt. Durch minimalinvasive Bildgebung in empfindlichen Körperregionen, wie dem Gehirn, eröffnet das Team so neue Möglichkeiten für die Neurowissenschaften, medizinische Forschung und Pharmakologie.  Die Plätze 6 bis 10 belegten die folgenden Start-ups: ArtifiCell aus Göttingen hat ein modulares System entwickelt, in dem sich funktionierendes menschliches 3D-Gewebe züchten lässt. Zusätzlich können die mechanischen und subzellulären Eigenschaften des Gewebes automatisiert gemessen werden. Dies ermöglicht Hochdurchsatz-Tests von Therapeutika an echtem menschlichen Gewebe, um die Wirkung und Toxizität von Kandidatenwirkstoffen früher, präziser und vor allem tierversuchsfreier zu identifizieren. Mit dem innovativen mehrachsigen 3D-Druck-Verfahren von FLIPoQ wird eine ressourcenschonende Fertigung von klein- und großvolumigen Bauteilen im Prototypen- und Kleinserienbereich ermöglicht. Im Vergleich zu den herkömmlichen Verfahren kann dabei die Materialvielfalt der verarbeitbaren Kunststoffe erweitert und die Zykluszeiten reduziert werden. Durch den effizienten Material- und Energieverbrauch erweist sich das Verfahren als besonders nachhaltig und wirtschaftlich. LigniLabs aus Wiesbaden ist ein Spin-Off des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung in Mainz. Das Team entwickelt und produziert mit seiner neuartigen Building-Brick-Technologie, der Lignin-Microcarrier, biobasierte Lösungen zur Verkapselung von Wirkstoffen. Die Technologie ermöglicht es beispielsweise im Pflanzenschutz bislang als unheilbar geltende Pflanzenkrankheiten erstmals heilbar zu machen. MYTRA aus Bayreuth hat das Ziel, die Auswirkungen von Mikroplastik zu bekämpfen und eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten. Dazu bietet das Start-up präzise Messungen und Erkenntnisse auf Basis innovativer Sensorlösungen und Datenanalytik. Damit bietet das Team als erstes Unternehmen Sensoren zur kontinuierlichen Detektion von Mikroplastik mit Ergebnissen in Echtzeit. Lebensmittelkontamination durch hochtoxische Schimmelpilzgifte ist ein großes Gesundheitsrisiko für Verbraucher. Lebensmittel werden allerdings oft unzureichend getestet, da bestehende Methoden zu teuer und aufwendig sind. Mit dem System von SAFIA Technologies aus Berlin ist es möglich, die Lebensmittelsicherheit zu garantieren, indem schnell, einfach und kostengünstig Toxine in Lebensmitteln identifiziert werden können.  Bessere Energieeffizienz, digitalisierte Energiesysteme und maßgeschneiderte Katalysatoren: Die Gewinner des Science4Life Energy Cup Beim Science4Life Energy Cup gewinnt XemX aus Bochum. Das Team entwickelt maßgeschneiderte Katalysatoren für elektrochemische Prozesse wie der Wasserstofferzeugung. Mithilfe einer KI-datengetriebenen Hochdurchsatzforschung entdeckt xemX geeignete Kandidaten für Elektrokatalysatoren, die auf die individuellen Anforderungen der Kunden angepasst werden. Platz zwei geht an retoflow aus Kassel. Das Spin-Off des Fraunhofer IEE und der Universität entwickelt eine Softwareplattform zur digitalen Planung von Energienetzen. Mit retoflow können Netzbetreiber den Anschluss von neuen Anlagen ans Netz automatisiert überprüfen oder optimale Netzstrukturen für eine CO2-freie Energieversorgung planen. Im Vordergrund steht dabei die Digitalisierung von Planungsprozessen im Energiesystem. Den dritten Platz belegt Ökovision aus Kassel. Ihre KI-basierte Software erhöht die Energieeffizienz in Lebensmittelmärkten um bis zu 12 Prozent. Die Analyse basiert dabei auf hochaufgelösten Stromverbrauchsdaten, die es zudem ermöglichen, Gerätedefekte frühzeitig zu identifizieren. Start der neuen Wettbewerbsrunde: 1. September 2023  Du hast auch eine Geschäftsidee und möchtest dein eigenes Business im Bereich Life Science, Chemie und Energie starten? Dann sei in der 26. Wettbewerbsrunde von Science4Life dabei. Die neue Runde startet am 1. September 2023 mit der Ideenphase.

So rettet KI unsere Zukunft: 5 Anwendungsfelder

25.04.2023

Der Zugang zu Künstlicher Intelligenz ist in 2023 so stark demokratisiert wie nie zuvor – die Nutzungsmöglichkeiten scheinen schier unendlich. Gleichzeitig diskutiert die Politik über Verbote, Limitationen und Regularien für deren Nutzung. Richtig angewendet könnte KI die Zukunft der Medizin und der Energiewirtschaft stark positiv beeinflussen: Wir werfen einen Blick auf die vielversprechendsten Anwendungen und zeigen, wie eine ideale KI-Zukunft ohne Fachkräftemangel, fehlenden Zugang zu Spezialisten und komplexes Ressourcenmanagement aussehen könnte. Diagnosen ohne Wartezeit Auf Facharzt-Termine warten Patienten gut und gerne einige Monate, denn die Nachfrage nach Spezialisten ist deutlich höher als deren Anzahl. Durch die lange Wartezeit bis zur Diagnose verlieren Menschen so wertvolle Zeit, in der schon eine Behandlung stattfinden könnte. Genau hier schafft Künstliche Intelligenz enorme Erleichterung: KI- Instrumente ermöglichen es Allgemeinärzten oder Ärzten anderer Fachrichtungen, fachfremde Diagnosen zu stellen. Anstatt Patienten von einer Praxis zur anderen zu schicken, würde der Diagnoseprozess für eine größere Breite an medizinischen Fachpersonal ermöglicht werden. Geräte wie KI-gestützte Spaltlampen zum Befund von Augenerkrankungen oder Scanner, die Hauterkrankungen automatisiert erkennen, sind nicht mehr nur bloße Ideen, sondern teilweise schon Realität. Werden diese in Zukunft Standard in Praxen, könnte einer breiten Masse die Zugänglichkeit zu einer zeitnahen, präzisen Krankheitserkennung gewährleistet werden.  Präzise Früherkennung von Krankheiten Auch in der Fachdiagnostik wird KI bereits genutzt, um Krankheiten präziser zu diagnostizieren. Mit Machine-Learning-Modellen können große Datenmengen analysiert werden, um Krankheitsmuster zu identifizieren. Das hilft Ärzten dabei, schnellere und genauere Diagnosen zu stellen und eine bessere Behandlung zu empfehlen. Tumore, Hämatome oder andere lebensbedrohliche Anomalien können so viel früher erkannt werden. Eine Studie des National Institute for Research in Digital Science zeigte, dass Lungenkrebs mit der Unterstützung von KI bis zu einem Jahr früher identifiziert werden kann.* Darüber hinaus bieten die Systeme Hilfe bei der Diagnose von seltenen oder komplexen Erkrankungen, indem sie Ärzten Zugang zu relevanten Forschungsergebnissen und medizinischen Aufzeichnungen geben. Wearables als Datenlieferant Medizinische Wearables können bei der Prävention, Nachsorge und sogar der Therapie entscheidende Patientendaten liefern. KI unterstützt bei der Auswertung dieser Daten und hilft Ärzten dabei, Patienten besser zu betreuen. Gesundheitsdaten wie Puls, Blutdruck oder Schlafverhalten liefern wichtige Einblicke in den Gesundheitszustand der Patienten und ermöglichen es, frühzeitig auf gesundheitliche Probleme zu reagieren. Die Stärke von KI liegt in der effizienten Datenverarbeitung: Ohne die Hilfe von künstlicher Intelligenz würde die valide Auswertung von großen Datenmengen sehr viel Zeit kosten. Gerade Risikopatienten könnten so in Zukunft besser betreut werden, ohne dass zusätzliche Fachkräfte benötigt werden. Energiewende optimieren Vielversprechend gestaltet sich die KI-getriebene Zukunft auch mit Blick auf die Energiewende. Angefangen bei optimierten Stromnetzen: Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, die Energieerzeugung und den Verbrauch optimal aufeinander abzustimmen, um eine effiziente und umweltfreundliche Stromversorgung zu gewährleisten. Sie reagiert intelligent auf Abnehmer und steuert deren Verbrauch sowie die Speicherung überschüssiger Energie. Außerdem machen es KI-Systeme möglich, den Energiebedarf in einem bestimmten Gebiet vorhersagen, indem sie historische Daten und Wettervorhersagen verwenden. Diese Vorhersagen können anschließend genutzt werden, um die Energieerzeugung und -verteilung zu planen und zu optimieren. Doch auch schon während der Energiegewinnung bietet der Einsatz von KI-getriebenen Algorithmen Vorteile: Sie lassen sich  beispielsweise zur Maximierung der Leistung von Solaranlagen einsetzen oder um den optimalen Betriebspunkt von Windkraftanlagen zu finden. IT-Sicherheit 15 Millionen Cyberattacken verzeichnet Deutschland jährlich. Dabei ist das Gesundheitswesen mitunter am häufigsten betroffen und mit rund 12% die deutschen Stromnetze auch ein beliebtes Angriffsziel**. Die IT-Sicherheit in Deutschland ist zwar solide und im internationalen Vergleich weit vorne, jedoch bringt die steigende Anzahl von Attacken und das ständige Aufkommen neuer Schadprogramme diese oft an ihre Belastungsgrenzen. KI-basierte Systeme erkennen ungewöhnliche Aktivitäten in der Netzwerkumgebung und identifizieren Bedrohungen schneller als klassische Systeme. Darunter fällt auch die Überwachung medizinischer Geräte in Krankenhäusern. Sicherheitslücken und potenzielle Schwachstellen werden durch Scans erkannt und können so signifikant schneller geschlossen werden. Auch bei der Überwachung der Integrität von Stromzählern und anderen Geräten im Stromnetz unterstützt KI bereits und stellt sicher, dass diese nicht gehackt oder manipuliert werden. So kann künstliche Intelligenz die IT-Sicherheit zwar nicht ganzheitlich ersetzen, aber als ein Bauteil eines umfassenden Sicherheitsplans genutzt werden, um menschliche Prozesse zu ergänzen und der wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe effektiv entgegenzuwirken.  Flächendeckende Facharztdiagnosen, eine optimierte Energiewende und mehr IT-Sicherheit in allen Bereichen. Richtig eingesetzt könnte Künstliche Intelligenz viele Probleme unserer aktuellen Gesellschaft Lösen oder zumindest verbessern. Auf dem Weg dahin müssen natürlich noch einige Fragestellungen geklärt werden, um Mehrwerte der Technologie unter sicheren Bedingungen nutzen zu können.   *https://healthcare-in-europe.com/de/news/ki-erkennt-lungenkrebs-bis-zu-einem-jahr-frueher.html#:~:text=Ein%20auf%20K%C3%BCnstlicher%20Intelligenz%20(KI,Universit%C3%A9%20C%C3%B4te%20d'Azur%20zeigt.  **dena-Analyse „Künstliche Intelligenz für die integrierte Energiewende“

Digitalisierung und Nachhaltigkeit – die Gewinner der Konzeptphase 2023

15.03.2023

Akribion Genomics, ArtifiCell, DeepEn, FLIPoQ, MAKROPHAGEN 2.0, Noxon, OSORA medical, PROXIMY, PHABIOC und SAFIA Technologies gewinnen in der Konzeptphase des Science4Life Venture Cup. In der Konzeptphase des Science4Life Energy Cup setzten sich retoflow, Voltfang und xemX durch.  Die diesjährige Konzeptphase von Science4Life war ein voller Erfolg: Mit 90 Einreichungen aus Life Sciences, Chemie und Energie verzeichnet der Businessplan-Wettbewerb nicht nur besonders viele Einreichungen, sondern auch eine enorme Innovationskraft. Die zehn besten Geschäftskonzepte des Science4Life Venture Cup und die drei besten Geschäftskonzepte des Science4Life Energy Cup wurden auf der Konzeptprämierung in Berlin ausgezeichnet. Neben digitalen Lösungen, Medizintechnik und Digital Health waren in dieser Runde auch Energie Start-ups besonders stark vertreten.  Die Zukunft der Medizin: Innovationen aus Life Science und Chemie Im diesjährigen Science4Life Venture Cup überzeugten diese Start-ups: Akribion Genomics aus Zwingenberg entwickelt neue CRISPR-Technologien. Ziel ist es, mit der “DNA-Schere” weitreichende Behandlungsmöglichkeiten für verschiedene Krankheiten zu erschließen. Das Göttinger Gründerteam von ArtifiCell entwickelt ein System zur tierversuchsfreien Medikamentenforschung. Um präzise Wirkstofftests zu ermöglichen, züchten sie menschliches 3D-Herzgewebe in-vitro. Ebenfalls mit 3D-Druck beschäftigt sich FLIPoQ. Sie haben ein mehrachsiges 3D-Druckverfahren entwickelt, welches eine nachhaltigere und effizientere Fertigung von großvolumigen Bauteilen im Prototypen- und Kleinserien-Bereich ermöglicht. DeepEn aus Jena hat sich auf die Entwicklung und Vermarktung der dünnsten Endoskope der Welt spezialisiert. Mit ihnen soll eine minimalinvasive Bildgebung in empfindlichen Körperregionen ermöglicht werden. Das eröffnet Neurowissenschaftlern und Pharmakologen neue Potenziale in der Forschung und Diagnose. Das Dresdner Team rund um MAKROPHAGEN 2.0 will die Tumortherapie revolutionieren. Sie entwickeln patentgeschützte Makrophagen als Zelltherapie gegen solide Tumore. Diese befinden sich in einem stabilen Anti-Tumor-Zustand und töten die Tumorzellen. Die Noxon GmbH aus München entwickelt kostengünstige Biosensoren, welche die Muskelaktivität im Alltag erfassen können. Bisher war das nur im Labor möglich und mit hohem Kostenaufwand verbunden. Die Biosensoren machen es möglich, die Muskelaktivität durch das Tragen von Kleidung zu messen und bieten damit neue Möglichkeiten für den Healthcare-Bereich. Das Team der OSORA medical GmbH hat sich der Heilung von Knochenbrüchen verschrieben. Ihre Predictive-Analytics-Software ermöglicht Ärzten ein smartes Therapiemanagement und die Simulation des Heilungsverlaufs ihrer Patienten. So kann die Wirksamkeit von Therapien bereits im Vorfeld getestet werden. PROXIMY entwickelt ein klinisches Wearable-System zur kontinuierlichen Überwachung von Vitalparametern auf Normalbettstationen. Das System ermöglicht eine lückenlose und zeiteffiziente Erfassung der Vitalparameter und ist gleichzeitig benutzerfreundlich und nachhaltig. Für mehr Lebensmittelsicherheit will die SAFIA Technologies GmbH sorgen. Sie entwickelt ein System zur schnellen und kostengünstigen Identifizierung von hochtoxischen Schimmelpilzgiften. Da die bestehenden Methoden meist teuer und aufwendig sind, werden Lebensmittel oft unzureichend getestet. SAFIA bietet hier eine Lösung, um das Gesundheitsrisiko für Verbraucher zu senken. Das Team der PHABIOC GmbH entwickelt Multiwellplatten für die pharmazeutische und biotechnologische Forschung. Die “SpecPlate” ermöglicht eine verbesserte Konzentrationsbestimmung von Proben, beschleunigt Messprozesse und reduziert den Materialverbrauch. KI und Nachhaltigkeit im Fokus beim Science4Life Energy Cup Auch der Science4Life Energy Cup brachte innovative Geschäftskonzepte hervor. Im Fokus standen Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz. Die retoflow GmbH aus Kassel bietet eine Softwareplattform zur digitalen Planung von Energienetzen an. Sie ermöglicht es Netzbetreibern, optimale Netzstrukturen für eine CO2-freie Energieversorgung zu planen. Werden neue Anlagen ans Netz angeschlossen, können diese zudem automatisiert überprüft werden. Die  Voltfang GmbH aus Aachen baut nachhaltige Second-life Batteriespeicher. Damit können gebrauchte Autobatterien für eine zweite Lebensdauer als Energiespeicher genutzt werden. Das Konzept kombiniert die Vorteile der stationären Energiespeicherung mit der Nachhaltigkeit der Weiterverwendung von ausgedienten Autobatterien. Das Team von xemX entwickelt maßgeschneiderte Katalysatoren für elektrochemische Prozesse wie der Wasserstofferzeugung. Mithilfe einer künstlichen Intelligenz werden geeignete Kandidaten für Elektrokatalysatoren gefunden, welche individuell an die Anforderungen der Nutzer angepasst werden können. Jetzt für die Businessplanphase bewerben! Einsendeschluss: 21. April 2023 Ab sofort beginnt die letzte Phase von Science4Life: Die Businessplanphase. Hier erhalten die Teilnehmer professionelles Feedback von Branchenexperten, um ihren Businessplan investorenreif zu gestalten. Alle teilnehmenden Teams haben außerdem die Chance auf Zugang zu den Academy-Days der Businessplanphase und attraktive Preisgelder. Bewerben können sich alle Start-ups, auch ohne vorherige Teilnahme an den anderen Phasen, unter www.science4life.de. Einsendeschluss ist der 21. April 2023. 

Von Finanzierung bis Erfahrung: 7 vermeintliche Fakten zur weiblichen Gründerszene unter der Lupe

30.01.2023

Der Anteil an Gründerinnen in der deutschen Start-up Szene steigt; gerade in IT und Naturwissenschaft sind Frauen aber noch unterrepräsentiert. Außerdem denken männliche Teams wirtschaftlicher und kommen einfacher an Kapital – soweit die Vorurteile. Aber was ist dran an den vermeintlichen Fakten zur Gründerinnenszene? Wir werfen einen Blick auf sieben Behauptungen rund um Start-up Gründerinnen und verraten, welche Annahmen mittlerweile wirklich überholt sind. Der Anteil an Gründerinnen in der deutschen Start-up Szene steigt kontinuierlich Das ist beinahe korrekt. Betrachtet man die vergangenen zehn Jahre, ist der Anteil an Gründerinnen pro Jahr gestiegen. Lediglich 2014 gab es einen kleinen Einbruch auf 10,7 Prozent, der sich im folgenden Jahr jedoch wieder erholen konnte. Im Vergleichszeitraum von 2013 bis 2022 ist ein Anstieg von 12,8 auf 20,3 Prozent zu verzeichnen. Auch spannend: 2022 war in nur 37 Prozent aller Gründungsteams überhaupt mindestens eine Frau vertreten. Mit diesen Zahlen liegt Deutschland im internationalen Durchschnitt übrigens im direkten Mittelfeld.  Frauen haben weniger Gründungserfahrung Das stimmt – und ist zunächst auch nicht weiter verwunderlich, blickt man auf die Anzahl von Gründerinnen generell. In reinen Gründerinnenteams verfügen rund 26 Prozent bereits über Gründungserfahrung, bei Gründerteams sind es 46 Prozent und bei gemischten Teams sogar 47 Prozent.  Frauen gründen eher im sozialen Bereich und sind in Technik und Naturwissenschaft unterrepräsentiert Tatsächlich sind Gründerinnen vor allem im Bereich Konsumgüter und Food vertreten – weitaus stärker als ihre männlichen Kollegen. Aber auch im Bereich Medizin und Gesundheitswesen sowie Bildung dominieren Gründerinnenteams. Zu den weiteren Top-Branchen zählen die Textilbranche, Freizeit und Gaming sowie Human Ressources. Wahr ist auch, dass Männer-Teams vor allem in der ITK-Branche deutlich häufiger gründen.  Blickt man eher auf die Geschäftsmodelle als die Branchen an sich, fällt auf: Gründerinnenteams sind vor allem im E-Commerce und Online-Netzwerken sowie Plattformen aktiv, während Gründerteams stark im Bereich SaaS und Softwareentwicklung vertreten sind. Ausgeglichener sieht es bei der Zielgruppe aus: Beinahe 50 Prozent der Geschäftsmodelle von Gründerinnen stammen aus dem B2C Bereich, die anderen 50 Prozent sind B2B-Geschäftsmodelle. Männliche Gründer haben mit 77 Prozent den Fokus eindeutiger auf B2B.  Schuld daran ist das Studium Auch wenn nicht alle Gründerinnen und Gründer ein abgeschlossenes Studium haben, lohnt sich ein Blick auf die Verteilung, um die Zusammenhänge zu erkennen. Mehr Gründerinnen als Gründer haben einen (für das Gründen generell vorteilhaften) Studienabschluss in wirtschaftswissenschaftlichen Fächern. Auch im Bereich Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Naturwissenschaften liegen sie leicht vorne – also in genau den Branchen, in denen sie auch mit ihren Geschäftsmodellen stärker vertreten sind. Deutlich geringer sind entsprechend auch die Abschlüsse in Ingenieurwissenschaften oder technischen Fächern wie Information, Computer Science und Mathematik.  Männliche Teams denken wirtschaftlicher Das ist falsch. Die Profitabilität ihres Start-ups ist Männer und Frauen-Teams beinahe gleich wichtig. Gründerteams streben aber eher nach schnellem Wachstum, während Gründerinnenteams durchschnittlich mehr Wert auf den gesellschaftlichen und ökonomischen Impact legen.  Gründer bekommen einfacher und mehr Finanzierungsvolumen als Gründerinnen Hier wollen wir die Zahlen sprechen lassen: Zwar erhalten Gründerinnenteams annähernd gleich häufig eine externe Finanzierung wie Gründerteams – das Finanzierungsvolumen fällt jedoch deutlich geringer aus, denn Männer sammeln gut dreimal so viel Kapital ein. Dabei ist der Bedarf an externen Finanzierungen annähernd gleich. Zwar subjektiv, aber dennoch nennenswert ist auch die Einschätzung von 84 Prozent der Gründerinnen, bei Investmententscheidungen seitens der Kapitalgeber kritischer hinterfragt zu werden.  Das Ökosystem für Gründerinnen ist noch zu schwach Eine eindeutige Antwort ist hier schwierig, da die Bewertung des Ökosystems vor allem auch eine Frage der persönlichen Wahrnehmung ist. Spannend ist jedoch, dass immerhin 82 Prozent der Gründerinnenteams ihr Ökosystem positiv bewertet – das sind mehr als Gründerteams mit 70 Prozent. Geschlechterübergreifend fällt aber auf, dass Teams hier positiver bewerten als Solo-Gründerinnen und Solo-Gründer.    Quelle: Female Founders Monitor 2022, siehe: https://startupverband.de/fileadmin/startupverband/forschung/studien/ffm/Female_Founders_Monitor_2022.pdf 

Startup-Förderung bei der Viessmann Group – Interview mit Tim Oberlies

22.12.2022

Die Beiträge von Energie Start-ups im Bereich Sustainability und bei der Erreichung der Klimaziele sind essenziell. Damit diese Startups ihren Beitrag leisten können, benötigen sie jedoch die richtige Unterstützung. Zu diesen Unterstützern zählt auch die Viessmann Group. Wie die Förderung funktioniert und warum diese so wichtig ist, erzählt Tim Oberlies von der Viessmann Group im Interview. Hi Tim, stell dich gerne kurz vor! Mein Name ist Tim Oberlies und ich bin bei der Viessmann Group als Manager Sustainable Strategy tätig. In den drei Jahren davor habe ich gemeinsam mit einem Team einen Company Builder für Mobilitätsstartups aufgebaut. Neben meiner beruflichen Tätigkeit habe ich 2015 ein regionales Unternehmer- und Talentnetzwerk und einen regionalen Coworking-Space mitgegründet. Wie bist du im Startup-Ökosystem gelandet? Was begeistert dich an der Szene? Mit der Startup-Szene bin ich sehr früh in Kontakt gekommen, da mich das Unternehmertum schon immer interessiert hat. Verstärkt wurde dies durch mein Studium der Betriebswirtschaft, mit dem Fokus auf Innovations- und Technologiemanagement. Ich habe als Venture Architect unterschiedliche Startups begleitet und gemeinsam mit den Teams bestehende Ideen geschärft, Geschäftsmodelle aufgebaut und digitale Produkte entwickelt - zuletzt eine Plattform zur Analyse des CO2-Footprints von Leasingfahrzeugen und der optimalen Ausschreibung bzw. des optimalen Einkaufs anhand einer Fahrzeug-Policy, sowie eine Plattform für den Handel mit second-life Autobatterien. Wie wichtig ist die Startup-Förderung für Viessmann? Für Viessmann ist die Startup-Szene und deren Förderung enorm wichtig. Dies stellen wir durch zahlreiche Investments unter Beweis, aber auch durch die beiden Investmentvehikel Vito Ventures und VitoOne, die Teil unseres Innovationsökosystems VC/O sind. Wir sind in vielerlei Hinsicht daran interessiert, neue Unternehmer:innen zu unterstützen und Technologien und Geschäftsmodelle frühzeitig zu erkennen und in Pilotprojekten zu begleiten. Kannst du uns einen Einblick in die Programme geben, die ihr aktuell für Startups anbietet? Wir sind Teil des Science4Life Programms, des NorthHessenAccelerator und unterschiedlicher anderer Investmentmöglichkeiten. Wie bewertest du die Innovationen von deutschen Energie-Startups im internationalen Vergleich? Deutsche Startups sollten sich grundsätzlich weniger unter den “Scheffel” stellen. Wir haben im Energiesektor zahlreiche, hochqualifizierte und leistungsstarke Startups. Gerade im Energie-Markt ist es mehr denn je wichtig neue Lösungen zu entwickeln, die zu einer Reduzierung von Treibhausgasen führen und diese Welt und unsere Lebensräume für nachfolgende Generationen sichert. Wie sieht es mit Finanzierungen aus? Haben die VCs in Deutschland deiner Meinung nach genug Risikobereitschaft oder sollten Gründende ab Series-A in den USA nach Investoren suchen? Allgemein muss man natürlich sagen, dass bei einem VC grundsätzlich ein Maß an Risikobereitschaft vorliegt. Die Venture-Capital-Szene hat sich sicherlich in den letzten zwei Jahren, u.a. durch die globalen Entwicklungen, verändert. Was man sicher sagen kann, dass Deutschland oder Europa starke Funds aufzuweisen hat. 2021 wurden 4 Mrd. Euro in Deutschland investiert, was sicherlich eine sehr positive Entwicklung ist. Stichwort Klimaziele: Welche Rolle spielen Startups? Startups spielen auch im Bereich Sustainability und bei der Erreichung der Klimaziele eine wichtige Rolle. Wir erleben seit einigen Jahren ein enormes Aufkommen von Startups, die sich z. B. mit der Bilanzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen beschäftigen und mit der Entwicklung von Data Analytics, die dazu befähigen soll u.a. die Klimaziele zu erreichen. Auch im Kontext der VC-Welt erkennen wir durchaus hohe Dynamik - spezielle VCs entstehen, die sich ausschließlich eine Finanzierung von nachhaltigen Startups auf die Fahne geschrieben haben. Welche Entwicklungen im Energie-Bereich findest du aktuell besonders spannend? Allgemein gesprochen ist es für uns natürlich spannend, welche Digitallösungen oder auch technologischen Weiterentwicklungen auf dem Markt ihren Platz finden. Wir brauchen gerade diese neuen Lösungen, um die geforderten Klimaziele zu erreichen und unsere Erde für nachfolgende Generationen zu erhalten.

Innovativ, professionell, mit klarer Vision: Das sind die Gewinner der Ideenphase

28.11.2022

Die Gewinner der Ideenphase der 25. Wettbewerbsrunde von Science4Life stehen fest. Die Teams überzeugten auf ganzer Linie – aber welche Ideen stecken hinter den Namen und warum war diese Ideenphase so spannend?  Am vergangenen Freitag war es so weit: Die 25. Runde des Science4Life Businessplan-Wettbewerbs erreichte ihren ersten Höhepunkt: Die besten Geschäftsideen aus den Branchen Life Sciences, Energie und Chemie wurden ausgezeichnet. Und was für Ideen das waren! Die Qualität der Einreichungen war in diesem Jahr wieder ausgesprochen hoch. Nicht nur qualitativ überzeugten die Teams, auch die Quantität kann sich sehen lassen: Mit 114 Geschäftsideen gab es in dieser Runde besonders viele Einreichungen.   Wirft man einen genauen Blick auf die thematische Ausrichtung der eingereichten Geschäftsideen, wird schnell deutlich, dass die Start-ups und angehenden Gründerteams genau wissen, welche Herausforderungen aktuell und künftig anzupacken sind. Auffällig ist vor allem die hohe Anzahl an Einreichungen aus der Energie-Branche: Ob Energienutzung, -umwandlung, -speicherung oder -transport –  neue, nachhaltige Lösungen sind gefragt und unsere Teams haben die Antwort! Insgesamt haben außerdem fast die Hälfte der Ideen einen Digitalisierungsaspekt.  Bereit für den Start – die Coachings des Academy-Day  Bevor die Gewinner am späten Nachmittag prämiert wurden, ging es für die besten Teams aus der Ideenphase zum Science4Life Academy Day. In den Twin-Coachings ging es ins intensive und individuelle Coaching mit unseren Experten. Auf dem Marktplatz der Informationen konnten die Teams alle Fragen zu den Themen Finanzierung, Recht und Patent und Marketing diskutieren sowie in den Dialog mit anderen Gründern gehen. Dann wurde es spannend: Moderator Holger Bengs führte durch die Prämierung der besten Ideen. Im Interview mit Dr. Jens Atzrodt und Dr. Rainer Waldschmidt wurde nochmals deutlich, was eine starke Gründerszene in Deutschland benötigt: Mutige Gründerteams mit einer klaren Vision und einem Plan, diese Vision umzusetzen – und das sind Gewinner der Ideenphase des Science4Life Venture Cup und des Science4Life Energy Cup definitiv!  Das sind Gewinner der Ideenphase des Science4Life Venture Cup In der Ideenphase des Science4Life Venture Cup gewinnen BioThrust, Cyclize, DeepEn, LigniLabs und RaidoGene. BioThrust entwickelt ein Membranmodul zur komplett blasenfreien Bioreaktorbegasung. Diese disruptive Technologie ermöglicht eine deutlich günstigere und effizientere Herstellung von Arzneimitteln, Impfstoffen oder innovativen Produkten für die Gen- und Zelltherapie in Bioreaktoren. Das Start-up Cyclize arbeitet an einem Erdgasersatz für die Chemieindustrie. Mit dem plasmabasierten Verfahren können fossile Energieträger wie Erdgas oder Erdöl durch Kunststoffabfälle und Abgas-CO2 ersetzt werden. DeepEn aus dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien in Jena entwickelt und vermarktet die dünnsten Endoskope der Welt. Durch minimalinvasive Bildgebung in empfindlichen Körperregionen eröffnet das Team neue Möglichkeiten für die Neurowissenschaften, medizinische Forschung und Pharmakologie. LigniLabs entwickelt und produziert mit ihrer neuartigen Plattformtechnologie der Lignin-Microcarrier neue biobasierte Lösungen im Bereich der biologischen Verkapselung von Wirkstoffen. Mit dem Initialprodukt ESCApe gegen die bislang als unheilbar geltende Weinrebenerkrankung ESCA ermöglicht LigniLabs den Weinproduzenten mit einem biobasierten Pflanzenschutzpräparat erstmals bereits mit ESCA infizierte Pflanzen zu heilen oder sie präventiv zu schützen. RaidoGene entwickelt eine neuartige, patentgeschützte Bildgebungstechnologie, welche mittels Positronen-Emissions-Tomographie nicht-invasive Therapiekontrolle von Zell- und Gen-Therapien ermöglicht. Dadurch wird es dem behandelnden Arzt zukünftig durch einen kurzen PET-Scan ermöglicht, zu sehen, wie sich diese „lebenden Arzneimittel“ im Patienten verhalten und wie die Therapie verläuft. Das sind Gewinner der Ideenphase des Science4Life Energy Cup In der Ideenphase des Science4Life Energy Cup gewinnen HOPES, PEROSOL und ViMi Labs. HOPES entwickelt ein innovatives, umweltfreundliches Energiespeichersytems für Windkraftanlagen. Der Speicher besteht aus einer Kombination eines Pump- und eines Osmosespeichers und soll dazu beitragen, einerseits die Auslastung und den Betrieb von Windkraftanlagen zu optimieren und andererseits das Speicherproblem im Rahmen der Energiewende zu lösen. Der Speicher ist flexibel und skalierbar und so in Leistung und Kapazität an unterschiedliche Anwendungsszenarien anpassbar. PEROSOL entwickelt Solarzellen mit einem umfangreichen Leistungsversprechen: Sie bieten eine hohe Effizienz, sind leistungsvoll unter niedrigen Lichtbedingungen und anwendbar bei künstlichem Licht. Die Zellen zeichnen sich durch leichtes Gewicht und Biegsamkeit aus; Formgebung, Farbauswahl, Design & Ästhetik sind kundenspezifisch. ViMi Labs ist eine Unternehmenssoftware, die die fortschrittlichsten KI-Algorithmen einsetzt, um Wissenschaftler im Bereich der Energiematerialien zu unterstützen und den Weg von der Materialentdeckung zu ihrer Geräteintegration zu beschleunigen. Start der Konzeptphase: Bewerbt Euch bis zum 13. Januar 2023! Das klingt alles spannend, aber dein Start-up hat die Ideenphase verpasst? Kein Problem, denn ab sofort beginnt die Konzeptphase des Science4Life Venture Cup und des Science4Life Energy Cup. Auch wer nicht an der Ideenphase teilgenommen hat, kann jetzt in den Wettbewerb einsteigen. Meldet euch einfach online unter www.science4life.de an und reicht euer Geschäftskonzept oder Read Deck bis zum 13. Januar 2023 ein. Neben Feedback von Experten und Zugang zum großen Science4Life-Netzwerk habt ihr auch die Chance auf Preisgeld und die Teilnahme an den zweitägigen Academy-Days der Konzeptphase. Wir freuen uns auf eure Konzepte!