Blog

Reinklicken. Inspirieren lassen.

02.09.2024

Top Thema

Die Ideenphase von Science4Life

Weiterlesen

Alle Beiträge

Ein Impfstoff nach dem Baukastenprinzip: Interview mit Prime Vector Technologies

09.04.2020

Wer seid Ihr und was macht Ihr? Wir sind die Prime Vector Technologies GmbH und haben uns Ende 2019 aus der Abteilung Immunologie der Universität Tübingen ausgegründet. Wir entwickeln Impfstoffe der nächsten Generation auf Basis eines viralen Vektors. Nach dem Baukastenprinzip können wir diesen mit Antigenen und immunstimulierenden Elementen ausstatten und somit den idealen Impfstoff konzipieren der exakt auf die entsprechenden Bedürfnisse der Erkrankung ausgerichtet ist. Welches Problem löst Euer Start-up? Obwohl Impfstoffe als eine der größten medizinischen Errungenschaften gelten und ein sehr hoher Bedarf vorhanden ist, sind insbesondere in der jüngeren Vergangenheit nur wenig neue Impfstoffe zugelassen worden. Hauptgrund hierfür ist, dass die etablierten Technologien nicht ausreichend immunogen sind und gegen viele Erreger kein ausreichender Schutz vermittelt wird. Mit unserer Technologie sind wir in der Lage, das Immunsystem optimal gegen den Erreger zu aktivieren und ein immunologisches Gedächtnis zu etablieren, das vor nachfolgenden Infektionen schützt. Was waren bislang die größten Herausforderungen für Euch? Die größte Herausforderung war wohl die Formulierung der Bedingungen, zu denen ein Technologietransfer von der Universität in das Start-Up erfolgen kann. Da es nur wenig Referenzen gibt und jedes Ausgründungsvorhaben unterschiedlich ist, müssen die Konditionen in intensiven Gesprächen definiert werden. Letztlich hatten aber beide Parteien dasselbe Interesse: Ein Startup zu realisieren, dass nachhaltig wirtschaften und wachsen kann. Auf welche erreichten Meilensteine seid ihr besonders stolz? Der Sprung von der Uni in ein eigenes Unternehmen war sehr aufregend. Den ersten Kunden zu akquirieren und das erste Geld zu verdienen war eine tolle Erfahrung. Derzeit sind wir in den finalen Verhandlungen mit einem großen Pharmaunternehmen und hoffen den erfolgreichen Abschluss zeitnah bekannt geben zu können. Zudem zeigt uns das große Interesse vonseiten der VCs, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Dass uns das Ministerium mit der Entwicklung eines COVID-19 Impfstoffs beauftragt hat und uns dafür 1,35 Mio. € zur Verfügung stellt, ist eine extrem motivierende Auszeichnung, eine große Wertschätzung und ein toller Vertrauensbeweis. Wer oder was hat euch bisher einen echten Erfolgsschub gegeben? Das kritische Feedback im Rahmen des Science4Life Businessplan-Wettbewerbs ist super hilfreich, da es von Experten mit unterschiedlicher Expertise kommt. Auch Gespräche mit dem Projektträger Jülich, den regionalen Gründungsnetzwerken (Uni Tübingen, BioRegio STERN, Bio-Pro, TF R-T), industriellen Kooperationspartnern und anderen Gründern haben uns sehr geholfen, unsere Kunden zu verstehen und unser Geschäftsmodell zu verfeinern. Wo möchtet ihr in einem Jahr sein und was wollt ihr in drei Jahren erreicht haben? In einem Jahr möchten wir unsere erste präklinische Studie abgeschlossen haben und eine Serie A Finanzierungsrunde abgeschlossen haben. Innerhalb der nächsten 3 Jahre planen wir zusammen mit strategischen Partnern die Initiierung der klinischen Entwicklung eines Impfstoffs gegen einen Infektionserreger, sowie die eines Impfstoffs gegen Krebs. Welche drei Tipps habt ihr für andere Life-Sciences-Start-ups? Positiven Spirit entwickeln und beibehalten Netzwerke nutzen Eigenes Geschäftsmodell kontinuierlich hinterfragen, verproben und anpassen

Eigenerzeugten Strom mit Nachbarn teilen – Interview mit Pionierkraft

06.04.2020

Wer seid Ihr und was macht Ihr? Ich heiße Nicolas Schwaab (Dipl. Betriebswirtschaft, 38 J.) und zusammen mit Andreas Eberhardt (M.Sc. Elektrotechnik, 28 J.) habe ich Pionierkraft gegründet. Das Besondere an unserem Produkt ist, dass wir mit einer neuen, innovativen Lösung aus Hardware, Software und Dienstleistung erstmals einen wirtschaftlichen, rechtssicheren und betreiberfreundlichen Peer-to-Peer Stromhandel von eigenerzeugter Energie zwischen Bürgern ermöglichen. Damit wird der Anteil der vor Ort verbrauchten Energie erhöht, mehr Menschen bekommen Zugang zu bezahlbarer, erneuerbarer Energie und bestehende, sowie neu installierte Photovoltaik‑Anlagen, werden effizienter und rentabler betrieben. Welches Problem löst Euer Start-up? Mein Mitgründer Andy arbeitet seit seinem 14. Lebensjahr im elterlichen Photovoltaik-Betrieb. Hier erkannte er schnell, welches Potential an ungenutzter Dachfläche leider nicht realisierbar war, weil es keine Möglichkeit gab, weder technisch noch regulatorisch, erneuerbare Energien mit anderen Haushalten in unmittelbarer Umgebung zu teilen. Als er im Rahmen seines Elektrotechnikstudiums die Chance hatte an einer Lösung zu arbeiten, erneuerbare Energien auch weniger gut situierten Menschen ohne Eigenheim und eigener Erzeugungsanlage zugänglich zu machen, war die Idee für unsere Energy-Sharing-Lösung geboren. Durch die Verbesserung der Rentabilität von dezentralen Erzeugungsanlagen sowie der innovativen und kostensparenden Art Energie zu teilen, ermöglichen wir zudem die wirtschaftliche Umsetzung von Mieterstromprojekten in kleineren Mehrfamilienhäusern und bringen somit die Energiewende in den urbanen Raum. Was waren bislang die größten Herausforderungen für Euch? Eine der größten Herausforderungen für uns war es, als wir nach dem Exist-Gründerstipendium „gebootstrapped“ haben bzw. uns aus eigenen Mitteln finanziert haben. Mit begrenzten Mitteln, personellen Rückschlägen und ohne finanzielle Sicherheit ein Team aufzubauen, Investitionen zu tätigen und unsere Hardware weiter zu entwickeln, war für uns beide ein großes Risiko und hat uns viele Nerven gekostet. Aus heutiger Sicht war es die richtige Entscheidung diesen steinigen Weg zu gehen und für uns eine sehr lehrreiche Zeit. Auf welche erreichten Meilensteine seid ihr besonders stolz? Wir sind sehr stolz auf die geplante Umsetzung des ersten Feldtests unter realen Bedingungen im Allgäu, welche in einigen Wochen stattfinden soll. Darauf haben wir lange hingearbeitet und mit einigen technischen Herausforderungen zu kämpfen gehabt. Dieser Meilenstein ist nicht nur für uns sehr wichtig, sondern auch ein wichtiges Zeichen für unsere Kooperationspartner und unsere vielen Produktinteressenten. Wer oder was hat euch bisher einen echten Erfolgsschub gegeben? (Teilnahme Businessplan-Wettbewerb, Investor, Business-Angel…) Für uns gibt es nicht diesen einen Moment, den wir hervorheben wollen. Die letzten 12 Monate waren für das Unternehmen generell sehr positiv. Zum einem wären da der erfolgreiche Abschluss der Finanzierungsrunde, Auszeichnungen bei Gründerwettbewerben oder auch der 1. Platz bei Perfect Match. Aber auch auf unser Team sind wir extrem stolz, denn nur dadurch sind wir in den letzten Monaten so deutlich vorangekommen. Von der Auszeichnung bei Science4Life erwarten wir natürlich auch Einiges. Wo möchtet Ihr in einem Jahr sein und was wollt ihr in drei Jahren erreicht haben? Unser Ziel ist es, in einem Jahr die ersten zahlenden Kunden zu haben. Außerdem sind wir gerade dabei unsere Lösung zu skalieren. In drei Jahren soll es unsere Lösung auch im Ausland zu kaufen geben und wir haben weitere innovative Produkte und Services entwickelt, die für unsere Kunden und die Energiewende einen relevanten Mehrwert bieten werden. Welche drei Tipps habt ihr für andere Energie-Start-ups? Das wichtigste meiner Meinung nach ist, dass ihr an euch und euer Produkt glaubt, bleibt authentisch und nutzt die vielfältigen Unterstützungsleistungen, die es in Deutschland für Start-ups gibt.

3D-Hirn-Organoide für die Forschung: Interview mit Organo Therapeutics

02.04.2020

Wer seid Ihr und was macht Ihr? Mein Name ist Jens Schwamborn und gemeinsam mit Javier Jarazo habe ich OrganoTherapeutics (OT) gegründet, als Spin-off der University of Luxembourg / Luxembourg Centre for Systems Biomedicine. Wir verwenden Stammzellen von Parkinson Patienten, um daraus 3D Hirn-Organoide (Mini-Brains), spezifisch für das Mittelhirn, herzustellen. Diese Organoide setzen wir ein und entwickeln neue potentielle Medikamente gegen Parkinson. Das machen wir mit eigenen Wirkstoffen, aber auch in Zusammenarbeit mit anderen Biotech- und Pharma Unternehmen. Welches Problem löst Euer Start-up? Bisher gibt es gegen Parkinson nur symptomatische Therapien. Wir wollen Therapien entwickeln die neuroprotektiv sind und damit an der Ursache der Erkrankung, dem Verlust von Nervenzellen, ansetzen. So soll das Fortschreiten der Erkankung verlangsamt werden. Da sich neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson in einer immer weiter alternden Gesellschaft häufen, möchten wir die pharmazeutische Industrie bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen diese Erkrankung unterstützen. Die Erfolgsquote von klinischen Studien im Neuro-Bereich ist erschreckend niedrig. Wir wollen, durch die Verwendung unseres neuartigen pre-klinischen Models, dazu beitragen, dass sich diese Quote verbessert. Was waren bislang die größten Herausforderungen für Euch? In unserem frühen Stadium ist ganz klar die Finanzierung eine große Herausforderung. Bisher finanzieren wir uns komplett durch Förderprogramme und laufende Projekte. Auf welche erreichten Meilensteine seid ihr besonders stolz? Wir sind sehr stolz darauf überhaupt den Schritt zur Gründung geschafft zu haben. Weitere wichtige Meilensteine waren die Akquise eines ersten Kunden/Projektpartners, sowie natürlich die erfolgreiche Teilnahme an der Konzeptphase des Science4Life Venture Cups. Wer oder was hat euch bisher einen echten Erfolgsschub gegeben? (Teilnahme Businessplan-Wettbewerb, Investor, Business-Angel…) Eine gute Frage. Zu unserem bisherigen Erfolg haben viele einzelne Mosaiksteine beigetragen. Die Aufnahme in den Inkubator an der Uni Luxembourg war ein großer Erfolg für uns. Aber auch die vielen Gespräche mit potentiellen Kunden und Kollaborationspartnern waren natürlich enorm wichtig. Außerdem ist noch der erste erfolgreiche Forschungsantrag hervorzuheben. Wo möchtet Ihr in einem Jahr sein und was wollt ihr in drei Jahren erreicht haben? In einem Jahr hätten wir sehr gerne eine stabile Finanzierung für die nächsten drei Jahre auf die Beine gestellt. Außerdem hätten wir dann gerne ein erstes Projekt mit einem größeren Pharma-Partner abgeschlossen. Erste Verhandlungen finden diesbezüglich bereits statt. In drei Jahren ist es unser Ziel, das erste eigene Molekül soweit pre-klinisch getestet und validiert zu haben – sodass es nicht mehr weit zur klinischen Phase 1 Studie ist. Welche drei Tipps habt ihr für andere Life-Sciences-Start-ups ? Wir möchten anderen Start-ups gerne diese drei Tipps mit auf den Weg geben: 1. Viel probieren und keine Angst vor Fehlern haben. 2. Coaching und Mentoring nutzen. 3. Immer zuversichtlich sein.

Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups in der Corona-Krise

31.03.2020

Die wirtschaftliche Lage aufgrund von Corona betrifft auch viele Start-ups. Glücklicherweise hat die Bundesregierung das Hilfspaket noch mal nachjustiert und auch Start-ups unter den Schutzschirm genommen – allerdings erst ab 50 Millionen Unternehmensbewertung. Wer neu gegründet hat oder gerade kurz vor der Gründung steht, muss die richtige Finanzierungslösung für sich finden. Darum möchten wir die Möglichkeiten für Gründungsinteressierte, neu gegründete Unternehmen und Start-ups, die schon länger am Markt sind, aufzeigen und neben den verschiedenen Finanzierungslösungen auch gleich die Antragsstellen vorstellen. Finanzierung für bereits gegründete Unternehmen Wer bereits gegründet hat, macht sich in der aktuellen Situation Gedanken um die weitere Entwicklung seines Unternehmens und wie man Mitarbeiter halten und langfristig beschäftigen kann. Das Hilfspaket der Bundesregierung für die Wirtschaft sieht verschiedene Möglichkeiten und Entlastungen vor – kurzfristig und mittelfristig. Der erste Schritt für mehr Liquidität: Steuerstundungen Relativ schnell und unkompliziert können beim Finanzamt zinsfreie Steuerstundungen für die Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer beantragt werden, sofern glaubhaft gemacht werden kann, dass die Corona-Krise Ursache für den Liquiditätsengpass sind. Doch hier ist Vorsicht geboten: Die fälligen Steuern und Vorauszahlungen können zwar gestundet werden, müssen aber dennoch nach einer gewissen Zeit beim Finanzamt eingehen. Antragsstelle: Finanzamt, kann über den Steuerberater beantragt werden Je nach Bundesland: Soforthilfen bis zu 30.000 Euro Die Bundesregierung verspricht unbürokratische Hilfe für Unternehmen, die aufgrund der Corona-Krise in akute wirtschaftliche Not geraten sind. Selbstständige und Kleinunternehmer können je nach Bundesland bis zu 30.000 Euro beantragen. Die Formulare können auf den Webseiten der Länder und Kommunen heruntergeladen werden. Im Antrag muss versichert werden, dass sich das Unternehmen erst seit Corona in einer schwierigen Lage befindet, Stichtag dafür ist der 11. März 2020. Antragsstelle: Länder und Kommunen Förderkredite bei KfW und Co. Sofern das Unternehmen bis zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten war, das heißt, eine positive Bilanz oder betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) vorweisen kann, kann ab sofort bei der Bank oder Sparkasse einen KfW Kredit beantragen. Tipp: Start-ups können sich an die Existenzgründerzentren wenden, die beispielsweise die Sparkasse anbietet. Die Berater kennen sich sehr gut mit Fördermitteln aus und erklären, welche Unterlagen benötigt werden und was man alternativ tun kann, wenn man noch keinen (positiven) Jahresabschluss vorweisen kann. Die KfW unterstützt Unternehmen mit verschiedenen Kreditprogrammen: ERP Gründerkredit – Startgeld für Gründungsvorhaben: Der ERP-Gründerkredit umfasst bis zu 100.000 Euro für Neugründungen. Vorteil: Es ist kein Eigenkapital erforderlich und man kann den Kredit innerhalb von 9 Monaten abrufen. Darüber hinaus kann man eine tilgungsfreie Zeit vereinbaren und beispielsweise erst nach einem Jahr damit beginnen, die fälligen Raten zu bezahlen. ERP-Gründerkredit Universell für Unternehmen bis 5 Jahre nach Gründung: Diesen Kredit gab es – genau wie alle KfW-Kredite – schon vor der Corona-Krise, nur waren die Zinsen höher angesetzt. Bei dieser Kreditform können Unternehmen bis zu 1 Milliarde Euro aufnehmen, die KfW übernimmt bis zu 90 Prozent der Risikos. KfW-Kredit für Unternehmen, die länger als 5 Jahre am Markt sind: Der KfW-Unternehmerkredit ist für die Anschaffung von Betriebsmitteln oder für Investitionen gedacht. Bei kleinen und mittleren Unternehmen unter 250 Mitarbeiter und weniger als 50 Millionen Umsatz übernimmt die KfW-Bank bis zu 90 Prozent des Risikos. Alle Details zu den KfW Krediten können hier nachgelesen werden: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html Antragsstelle: Hausbank Mitarbeiter halten: Kurzarbeit beantragen Besonders für Start-ups im Technologiebereich ist es schwierig, mit großen Unternehmen zu konkurrieren und Mitarbeiter mit dem nötigen Know-how von sich zu begeistern. Umso ärgerlicher wäre es, gute Arbeitskräfte aufgrund der Corona-Pandemie zu verlieren. Darum wurden die Regelungen für Kurzarbeit gelockert. Das Kurzarbeitergeld ist eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung und wird daher bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt. Die Leistung kann maximal 12 Monate bezogen werden und es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, mehr Details dazu gibt es hier: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-video Die neuen Regelungen ermöglichen, dass bereits für 10 Prozent der Beschäftigten Kurzarbeitergeld beantragt werden kann. Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent von der Arbeitsagentur erstattet. Der Arbeitnehmer erhält 60 Prozent des entgangenen Nettogehalts, lebt mindestens ein Kind im Haushalt bekommt er 67 Prozent. Antragsstelle: Agentur für Arbeit Finanzierung für die geplante Gründung Wer jetzt sein Start-up gründen möchte, ist ebenfalls in einer unklaren Lage. Zum einen was die Entwicklung des jeweiligen Marktes betrifft, zum anderen wenn es um Finanzierung geht. Doch Gründer werden in Deutschland schon lange vor der Corona-Krise gefördert – darum stellen wir nun einige Finanzierungsmöglichkeiten vor, von denen die meisten Förderungen sind und darum nicht zurückgezahlt werden müssen. Ein dickes Plus auf dem Start-up-Konto! Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit Wer arbeitslos ist oder möglicherweise auch aufgrund der Corona-Krise seinen Job verloren hat, kann die Situation für die Gründung seines eigenen Unternehmens nutzen. Die Bundesagentur für Arbeit vergibt Gründungszuschüsse, die über ein Jahr die Selbstständigkeit unterstützen und fördern. Dafür müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein wie beispielsweise die hauptberufliche Tätigkeit und bei Beginn noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld. Der Gründungszuschuss errechnet sich aus der Höhe des zuletzt erhaltenen Arbeitslosengelds zuzüglich 300 Euro für zunächst sechs Monate. Anschließend kann der Gründungszuschuss für weitere neun Monate beantragt werden. Antragsstelle: Agentur für Arbeit  Businessplan schreiben und EXIST-Gründerstipendium beantragen Das EXIST-Gründerstipendium richtet sich an Wissenschaftler/innen aus öffentlichen, nicht gewinnorientierten Forschungseinrichtungen oder Hochschulen, Hochschulabsolventen oder Studenten sowie Gründerteams bis maximal drei Personen. EXIST fördert innovative, technologieorientiere oder wissenschaftliche Ideen in Form eines Produkts oder einer Dienstleistung mit 1.000 bis 3.000 Euro Zuschuss pro Monat. Insgesamt geht die Förderung über 12 Monate. Zusätzlich zur Unterstützung des Lebensunterhalts werden bis zu 30.000 Euro Sachausgaben 5.000 Euro Coaching-Leistungen gefördert. Um EXIST zu beantragen, darf das Unternehmen noch nicht gegründet sein. Antragsstelle: Über Hochschulen oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen Gute Idee? Teilnahme an Wettbewerben! Eine sehr gute Möglichkeit, um sein Gründungsvorhaben auf den Prüfstand zu stellen und zu optimieren sind Businessplan-Wettbewerbe. Neben wertvollem Feedback der Juroren und Coaches werden die Gewinner mit Preisgeldern bis zu 100.0000 Euro prämiert. Auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie findet man eine Übersicht über die verschiedenen Businessplan-Wettbewerbe in Deutschland und deren Teilnahmebedingungen. Neben allgemeinen Wettbewerben gibt es eine Vielzahl an Programmen, die sich auf bestimmte Branchen spezialisieren. Vorteil ist, dass man neben den Prämien auch sein Netzwerk ausbauen und sich mit fachkundigen Experten austauschen kann. Antragsstelle: Direkt auf der Webseite des jeweiligen Wettbewerbs 164 Millionen Euro für innovative Unternehmen gegen Corona Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen, die mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung bei der Behandlung, Prüfung oder Überwachung des Corona-Virus helfen, können sich beim EIC Accelerator bewerben. Obwohl es keine thematische Beschränkung gibt, werden aktuell ausdrücklich Covid-19 relevante Innovationen gesucht. Für die Einreichung benötigt man einen überzeugenden Businessplan. Die nächste Einreichungsfrist ist der 19. Mai 2020. Antragsstelle: European Innovation Council (EIC): https://ec.europa.eu/easme/en/section/sme-instrument/eic-accelerator-sme-instrument-funding-opportunities Noch ein Hinweis: Wir sind keine Finanzberater, stellen aber gerne über unser Netzwerk gerne den Kontakt für eine professionelle Beratung durch einen unserer Partner her. Einfach eine Mail an info@science4life.de schreiben.

Die Gewinner der Konzeptphase 2020: Kohlendioxidumwandlung in abbaubare Kunststoffe und rasante Impfstoff-Entwicklung

17.03.2020

Auch für Science4Life läuft die Konzeptphase aufgrund der Corona-Pandemie dieses Jahr anders als ursprünglich geplant. Statt in Berlin vor Ort haben wir die Academy Days als Online-Workshops durchgeführt. Dennoch wollten wir natürlich unsere Gewinnerteams küren und haben darum die Konzeptprämierung in eine Home-Zeremonie umgewandelt. Insgesamt wurden 78 Konzepte eingereicht, die unterschiedlicher und bahnbrechender nicht hätten sein können. Schnelle individualisierte Impfstoffentwicklung ist ein Hoffnungsträger in der Krebstherapie, aber auch im Kampf gegen Infektionskrankheiten – gerade in Zeiten des Corona-Virus – wichtiger denn je. Kohlendioxidumwandlung in abbaubare Kunststoffe – in Zeiten des Klimawandels relevanter denn je. Frequenzagile Bauteile für den Mobilfunkmarkt – in Zeiten von 5G zukunftsweisend. Das sind nur einige Beispiele der Einreichungen der diesjährigen Konzeptphase. Mehr als ein Dritter der Einreichungen waren innovative digitale Lösungen, 22 Gründerteams haben sich mit einem Konzept für den Energiesektor beworben. Innovationen beim Science4Life Venture Cup: Ein innovatives Gehirnmodell und eine App für Rheumatiker Das Team von DEOXY aus München nutzt DNA-Nanopartikel, um die Genaktivität innerhalb tausender einzelner Zellen exakt zu quantifizieren und hochpräzise personalisierte Diagnosen für die Krebstherapie zu stellen. Die Gründer der DERMAGNOSTIX GmbH aus München schließen in der Dermatologie die Lücke zwischen hocheffizienten Therapeutika und unzureichenden, antiquierten diagnostischen Verfahren. Ein molekulardiagnostisches Point-of-Care Gerät wird genutzt, um Psoriasis von Ekzemen zu unterscheiden. Die plasma-basierte Plattformtechnologie der Freiburger Medizintechnik GmbH aus Freiburg erforscht neuartige Methoden und entwickelt verschiedene innovative Instrumente für die Zahnmedizin. Damit sollen Zahn- und Zahnimplantat-bezogene Erkrankungen wie Parodontitis und Endodontie sicherer und einfacher behandelt werden. Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen benötigen eine konstante ganzheitliche Betreuung. Midaia i. Gr. aus Mannheim sammelt mit Hilfe eines intelligenten Chatbots Gesundheitsdaten, um personalisierte Therapiepläne zu entwickeln und so bei der Behandlung zu unterstützen. Organo Therapeutics SARL aus Esch-sur-Alzette verwendet die Stammzellen von Parkinson Patienten, um daraus Mini-Gehirne – sogenannte 3D Hirn-Organoide – herzustellen. Damit sollen neue Medikamente gegen den Verlust von Nervenzellen entdeckt werden. Das Darmstädter Team von Oxtune entwickelt ein frequenzagiles Bauteil für den Mobilfunkmarkt. Die Technologie kann ein breites Frequenzband agil und mit hoher Qualität abdecken und nutzen, um mobile Geräte mit neuen Frequenzbändern wie 5G zu verbinden. Die Prime Vector Technologies GmbH konzipiert Impfstoffe nach dem Baukastenprinzip. Die Plattformtechnologie ermöglicht die individuelle Anpassung der Impfvektoren an verschiedene Anforderungen. Fehlende individuelle Bauteilkennzeichnungen verhindern aktuell die vollständige Digitalisierung der Warmumformung. Mit der Ceracode-Kennzeichnungslösung ermöglicht die Senodis Technologies GmbH aus Dresden eine lückenlose Produktkennzeichnung, Bauteilverfolgung und Prozessdatenerfassung. Die Surgical Audio Guidance – SurAG aus Magdeburg hat eine Technologie entwickelt, die am chirurgischen Instrument lauscht und diese akustischen Informationen nutzt, um die Schlüsselloch-Chirurgie noch präziser und sicherer zu machen. Für die medizinische Forschung werden Zell- und Vesikelfraktionen benötigt. Diese müssen aus komplexen Körperflüssigkeiten wie beispielsweise Blut oder Urin abgetrennt werden. Das Dresdner Team von Zellekt bietet ein automatisiertes chip-basiertes Trennverfahren, das hochfrequente Akustik nutzt. Spannende Konzepte beim Science4Life Energy Cup: Photovoltaik-Anlagen mit der Nachbarschaft teilen Im Bereich Energie begeisterten folgende drei Konzepte besonders: CO2BioClean aus Frankfurt schafft eine innovative, dezentrale Wertschöpfungskette, bei der CO2 als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Biopolymeren genutzt wird. Biopolymere sind biologisch abbaubare Kunststoffe. Die Lösung der Pionierkraft GmbH aus München ermöglicht, eigenerzeugte erneuerbare Energie aus Photovoltaik-Anlagen mit Nachbarschaftshaushalten zu teilen. Smela – Smarte elektrische Antriebe aus Magdeburg entwickelt einen neuartigen Linearantrieb, der elektrische und mechanische Komponenten intelligent vereint. Damit bildet er die kompakteste Plug & Play-Alternative zu pneumatischen Zylindern. Jetzt für die Businessplanphase bewerben! Gerade ist die Konzeptphase vorüber und schon steht die nächste Phase in den Startlöchern: Die Businessplanphase und damit die letzte Phase der Wettbewerbsrunde 2020. Ab sofort können sich Gründerteams bewerben und ihre Unterlagen unter www.science4life.de einreichen. Einsendeschluss ist der 17. April 2020.

Warum das unlogische Denken meist zum Ziel führt: Experte Jakob Lipp über Mindset als Erfolgsfaktor

28.02.2020

Am 2. März 2021 werden die besten Geschäftskonzepte des Science4Life Venture Cup und Energy Cup 2021 prämiert. Im Rahmen der Veranstaltung wird Jakob Lipp, Buchautor, Mutmacher und Experte für nonverbale Kommunikation, auf der Bühne Einblicke in die faszinierende Welt des mutigen unlogischen Denkens als Erfolgsmodell der Zukunft für Gründer und Start-ups geben. Grund genug einmal nachzufragen, was das Besondere am unlogischen Denken für Unternehmen im Allgemeinen und die Start-up-Szene im Besonderen ist. Herr Lipp, warum sind die Themen Mindset und unlogisches Denken so wichtig für Gründer, Start-ups und Führungskräfte? Ganz einfach: Erfolg ist untrennbar verbunden mit Mut und Vertrauen. Mut und Vertrauen brauchen alle, die erfolgreich etwas gründen, bewegen, verändern und erreichen wollen. Mut, Entscheidungen zu treffen – im Vertrauen darauf, dass es die richtige Entscheidung ist. Mut, eine auf den ersten Blick verrückte Idee umzusetzen im Vertrauen darauf, dass diese Idee funktioniert. Mut, es anders zu machen als üblich und dabei auf das Bauchgefühl zu vertrauen. Was ist denn falsch am logischen und folgerichtigen „Geradeausdenken“? Es gibt bei den verschiedenen Denkmethoden weder falsch noch richtig. Unlogisches Denken steht für laterales Denken, frei von den starren Denkmustern, die typisch sind beim linearen Denken. In diesem Sinne ist ein mutiges Mindset für die Gründer- und Start-up-Szene eine höchst effektive Kreativitätstechnik, die es ermöglicht, unkonventionelle und zielführende Lösungswege zu finden. In meinem Vortrag „Mut zur Veränderung. Change!“ beschäftige ich mich mit den Themen digitaler Wandel, Digital Mindset, Change Management, Mut und Veränderungen im Unternehmen, denn Andersdenkende sind hier klar im Vorteil. Insofern führt Experimentierfreundlichkeit nicht nur geradeaus, sondern pro-aktiv nach vorne zum Erfolg. Gibt es charakteristische Merkmale des richtigen Mindsets? Ja, es gibt einige Grundsätze. Beim mutigen Mindset werden Einzelheiten und Informationen anders als gewohnt nicht analytisch, sondern intuitiv erfasst. Es geht nicht um ein klares Ja oder ein klares Nein. Anstelle einer geradlinigen, objektiven, möglichst vollständigen Bewertung, dürfen die Gedanken springen, es darf frei assoziiert werden und Zwischenergebnisse müssen nicht unbedingt richtig sein. Diese Art zu Denken lebt davon, konventionelle Denkmuster infrage zu stellen, nichts als unveränderlich hinzunehmen – weder Rahmenbedingungen noch Ausgangssituationen – und bewusst auch nach unwahrscheinlichen Problemlösungen zu suchen. Das klingt sehr theoretisch. Können Sie unlogisches Denken an einem praktischen Beispiel erläutern? Stellen Sie sich dieses Szenario vor: Es geht um eine Geschäftsidee, eine Gründung, eine neue Strategie – um Erfolg oder Misserfolg. Alle sind sich einig und sagen einstimmig „Nein“. Sie tanzen aus der Reihe und sagen „Ja“. Was spielt sich in diesem Moment in Ihrem Gehirn ab? Das „Nein“ wäre die logische Entscheidung der linken Gehirnhälfte. Wenn Sie aber auf die rechte Gehirnhälfte umswitchen, können Sie die Logik des „Nein“ hinterfragen und erkennen, ob eine unlogische, experimentierfreudige, damit aber auch risikoreichere Entscheidung in diesem Fall besser ist. Den Mut dazu bringen Sie mit dem richtigen Mindset auf. Sie haben um die Ecke gedacht und sind zu der Überzeugung gelangt sind, dass es die richtige Entscheidung ist – UND dass Sie die Verantwortung dafür übernehmen können, weil Ihr „Ja“ zum Erfolg führen wird. Verstand, Bauch und Herz sind gleichermaßen an der Entscheidungsfindung beteiligt. Wie wird man mutig – und wann wurden Sie zum Mutmacher? Jeder kann lernen, Herausforderungen mithilfe neuer Kreativitätstechniken zu meistern. In meinen Keynotes und Impulsvorträgen betone ich immer wieder, dass Veränderungsprozesse naturgemäß anstrengend sind. Aber mutiges Denken ist der Schlüssel zum Erfolg, und darum lohnt es sich, erfolgreiche Techniken kennenzulernen, die Kreativität und Innovationen fördern und die das ewige „Ja – aber“ beenden. Gerade im Bereich Start-up und Geschäftsgründung ist es essenziell wichtig, gedanklich alle Fenster zu öffnen, die man uns durch Erziehung zum Mainstream-Denken zugeschlossen hat. Es sind die Fenster, an denen steht: Das kann ich nicht, das macht man nicht so, das haben wir schon immer so gemacht, das braucht kein Mensch, das ist zu teuer, das funktioniert nicht … die Liste lässt sich beliebig erweitern. Wir müssen uns vergegenwärtigen: Würden alle nur das tun, was die anderen auch tun und genau so, wie es die anderen tun, dann gäbe es keinen Fortschritt, keine Innovation, keinen Erfolg. Darum müssen wir anders denken und es anders machen! Zum zweiten Teil der Frage: Bevor ich Speaker und Gastredner wurde, stand ich fast 20 Jahre als Mentalist auf der Bühne, unter anderem mit der preisgekrönten Bühnenshow GEDANKEN.EXPERIMENTE. Genauso lange bin ich mutig, denke unlogisch und bin experimentierfreudig. Als Mentalist muss ich um die Ecke denken, meinem Bauchgefühl vertrauen, und mutige – richtige – Entscheidungen treffen. Das gehört zu meinen Anforderungen auf der Bühne. Die Chance, mich weiterzubilden als Keynote Speaker, Gastredner und Experte für nonverbale Kommunikation hat sich mir durch unlogisches Denken, dem für mich passenden Mindset, eröffnet. Es ist für mich essenziell, im beruflichen und zugleich im privaten Bereich. Wie profitieren Start-ups bzw. Gründer ganz konkret durch unlogisches Denken? Kurz und bündig durch Erfolg! Das bereits genannte Auflösen von Denkblockaden legt enormes Potenzial frei, es gelingt besser, Wesentliches zu erkennen und entsprechende Prioritäten zu setzen. Ganz elementar ist auch, dass Start-ups und Gründer mutiger und entschlussfreudiger sind, in aller Regel nicht verzagen und jammern, sondern Herausforderungen annehmen, bewältigen und lösungsorientiert handeln. Über Jakob Lipp Jakob Lipp, Jahrgang 1970, blickt auf über 20 Jahre Bühnenerfahrung als Mentalist zurück. Über eine Million Menschen hat er auf rund 2.500 Veranstaltungen begeistert und wurde zum Künstler des Jahres 2017 gewählt. In seinen Bühnenshows hat der Kommunikationsexperte mit großem Erfolg auf beeindruckende Weise demonstriert, wie der Mensch „tickt“, wie der Mensch „denkt“ und wie der Mensch „entscheidet“. Sein Wissen gibt Lipp heute als gefragter Keynote Speaker, Gastredner und Mutmacher weiter. Er gehört zu den Top-Experten und Speakern, motiviert Führungskräfte und inspiriert mit interaktiven Impulsvorträgen wie MindSet4.0 dazu, innovative Denkansätze zu wagen, um erfolgreich neue Wege zu gehen. In seinem neuen Buch "Kommunikative Kompetenz – 36 Mentalistenkniffe für Führungskräfte" (Campus Verlag) hat Jakob Lipp sein Wissen – die Key Skills für Management und Führung – zusammengefasst.

Erneuerbare Energien: So gestalten Start-ups die Energiewende

21.02.2020

Nach langen Verhandlungen hat die Bundesregierung Anfang des Jahres einen neuen Beschluss rund um die Energieversorgung der Zukunft getroffen: Bis Ende 2038 soll in Deutschland kein Strom mehr aus Kohle erzeugt werden. Blickt man auf den aktuellen Stand der Technologie rund um grüne, erneuerbare Modelle, bleibt eine Frage offen: Ist das wirklich machbar? Denn egal, ob bei der Produktion, der Speicherung oder der Koordination innerhalb nachhaltiger Energieversorgungssysteme – alle Bereiche sind mit komplexen Anforderungen verbunden. In diesem Beitrag beleuchten wir einige Herausforderungen aus dem Bereich erneuerbare Energie und welche Lösungsansätze es bereits gibt. Die Schattenseite der Solarenergie – und wie ein Energie Start-up sie sich zu nutzen macht Eine Erfahrung, die wahrscheinlich jeder schon gemacht hat: Man stellt sich auf einen sonnigen Tag ein, genießt die Sonnenstrahlen auf der Haut und als es gerade am schönsten ist, ziehen Wolken auf. Was dem Menschen schlimmstenfalls die sommerliche Bräune ruiniert, wirkt sich auf Solaranlagen viel schlimmer aus. Das offensichtliche Problem: Photovoltaikanlagen sind auf Sonne angewiesen, um Energie zu produzieren. Liegen die Module im Schatten, wird zwar weiter Energie produziert, diese kann jedoch nicht in Strom verwandelt werden. Stattdessen wandelt sich die Energie in Wärme um und geht ungenutzt verloren. Ein weiteres weitreichendes Problem: Die Verschattung der Anlage führt langfristig zum Defekt der Module. Die perfekte Lösung liegt also in einer Technologie, die es erlaubt, die aus dem Schatten gewonnene Energie nutzbar zu machen. Das Energie Start-up BRC Solar hat ein System entwickelt, das genau das ermöglicht. Es wird einfach am entsprechenden Modul angebracht und erkennt, wann die Sonneneinstrahlung nur sehr gering ist. Genau dann aktiviert das Modul die Optimierungsschaltung. Diese sorgt dafür, dass die aus dem Schatten gewonnene Energie nicht in Form von Wärme verloren geht, sondern nutzbar bleibt. So wird die Leistung der gesamten Solaranlage erhöht und der Verlust von Energie verhindert. Stabilere Stromversorgung durch die Kaffeemaschine Die mangelnde Steuerbarkeit des Wetters bringt noch ein weiteres Problem mit sich: Die stetige, gleichmäßige Produktion von Energie ist nicht gewährleistet. Außerdem produzieren nachhaltige Lösungen nur im seltensten Fall genau so viel Energie, wie verbraucht wird. Das Resultat: Engpässe oder Überschüsse destabilisieren das Stromnetz. Um dieses Problem zu lösen, muss sämtliche Energie, die überschüssig produziert wurde, solange gespeichert werden, bis man sie bei einem Engpass benötigt. Aktuell sind unsere Stromnetze auf diese Herausforderung nicht ausgelegt. Vor allem bei den wetterabhängigen Energien, wie Solar- oder Windenenergie, wird das deutlich. Um das Stromnetz dennoch stabil zu halten, müssen neue Lösungen entwickelt werden, die sich flexibel an die unvorhersehbare Produktion anpassen. Das Energie Start-up KOENA Tec hat genau das getan. Bisher wird ihre Lösung hauptsächlich in der Gastronomie eingesetzt. Dazu wird ein intelligenter Zwischenstecker zwischen die Steckdose und ein Gastronomiegerät, wie beispielsweise eine Kaffeemaschine, gesteckt. Dieses wertet den individuellen Stromverbrauch des Geräts aus. Es werden verschiedene Geräte intelligent zusammengeschlossen und können sich gegenseitig und damit auch das Stromnetz stabilisieren. Weil keine neuen Geräte angeschafft, sondern bereits vorhandene Geräte durch den Adapter aufgerüstet werden, werden Ressourcen und Investitionskosten ganz im Sinne der Nachhaltigkeit eingespart. 30 Prozent weniger CO2 – dank eines einzigen Algorithmus Die vielen neuen Lösungen im Bereich der erneuerbaren Energien bringen zwar großes Potenzial für eine grünere Zukunft, gleichzeitig steigt aber auch die Komplexität von Energiesystemen. Immer mehr verschiedene Anlagen, wie Windkraft- oder Photovoltaikanlagen, aber auch unterschiedliche Arten der Zwischenspeicherung, müssen in bestehende Versorgungssysteme eingebunden und miteinander in Einklang gebracht werden, um effizient zusammen zu arbeiten. Hierbei gilt: Je komplexer das System, desto schwieriger die Steuerbarkeit. Umgekehrt lässt sich diese Hürde mit einer präzisen Abbildung des jeweiligen Energiesystems überwinden. Je präziser das System, desto einfacher die Steuerung. Das Start-up Qantic hat das Problem erkannt und eine Lösung entwickelt, die komplexe energietechnische Systeme detailliert abbildet. Ein Algorithmus analysiert die verschiedenen Komponenten des Systems und ermittelt daraus eine Strategie zur Steuerung des gesamten Systems. So wird die Erzeugung, der Verbrauch und die Speicherung der Energie innerhalb des Systems optimiert. Dadurch können nicht nur CO2-Emmissionen um bis zu 30 Prozent reduziert, sondern auch der nutzbare Anteil erneuerbarer Energien erhöht werden. Obwohl erneuerbare Energiequellen der Schlüssel zu einer grünen Zukunft sind, stecken viele Lösungsansätze noch in den Kinderschuhen. Auch weiterhin werden viel Forschung und neue Ideen notwendig sein, um die Zukunftsfähigkeit der Lösungen auszubauen und eines Tages komplett auf konventionelle Methoden der Stromerzeugung verzichten zu können. Vor allem Start-ups haben das Potenzial mit frischen Lösungsansätzen die Innovation in der Branche voranzutreiben. Science4Life unterstützt junge Gründer aus dem Energiebereich dabei, die Energiewende aktiv voranzutreiben. Mit dem Science4Life Energy Cup bietet die Gründerinitiative einen eigenständigen Wettbewerb, der exakt auf die Bedürfnisse und Fragestellungen von Energie Start-ups zugeschnitten ist. Experten aus der Branche kennen die Herausforderungen, Regularien und speziellen Anforderungen der Energiebranche und unterstützen Gründer von der ersten Idee bis zur Ausformulierung des Businessplans. Energie Start-ups, die ihren Businessplan bereits fertig haben, können ihn bis zum 17. April 2020 online beim Science4Life Energy Cup einreichen.

Was kann Deine Geschäftsidee? – Science4Life Satellite Events: Meetup für die Start-up-Szene

29.01.2020

Professionelles Coaching, Networking und Zugang zu Experten Know-How. Besonders in den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie kommt es dabei auf langjährige internationale Erfahrung an.  Die Science4Life Satellite-Events bieten genau das. Unter dem Thema „Was kann Deine Geschäftsidee?“ lädt CityHost Mario Schäfer am 11.02.2020 nach Berlin ein. Satellite-Events: Coaching für Start-ups mit Network-Charakter Science4Life steht für aktive Netzwerkarbeit und den Austausch von Know-How in der Gründerszene. Bei unseren Satellite-Events bringen wir Start-ups, Gründungsinteressierte, Experten und Unternehmer zusammen. Spannende Impulsvorträge rund um das Thema Gründung und anschließendes Networking stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Gastgeber kann jeder aus unserem Expertennetzwerk werden – natürlich nehmen wir auch jederzeit neue Branchenkenner und Fachexperten rund um Gründungen in unser Netzwerk auf. Von dem Wissen des CityHosts und von dem gegenseitigen Austausch profitieren dabei alle Besucher der Veranstaltung. Das erste Meetup in Berlin Am 11. Februar ist es so weit – CityHost Mario Schäfer lädt zum ersten Satellite-Event nach Berlin ein. In seiner Keynote erklärt der Gründer und CEO der 1IB International Business GmbH, worauf es bei einem erfolgreichen Geschäftsmodell wirklich ankommt. „Viele Geschäftsideen und Start-ups scheitern bereits von ihrem Eintritt in den Markt. Wir werden uns anschauen, wie man ein Geschäftsmodell konsequent an den Bedürfnissen des Kunden ausrichtet, seine Tragfähigkeit validiert und geeignete Benchmarks zur Bewertung findet.“ Mario Schäfer verfügt in diesen Bereichen über umfangreiche Erfahrungen, er selbst hat bereits vier erfolgreiche Start-ups gegründet und kennt sich daher mit den Herausforderungen einer Gründung und den Problemen junger Gründer bestens aus. Wertvolle Kontakte für Start-ups und Experten Beim Networking-Teil des Abends haben Gründerteams, Gründungsinteressierte, potenzielle Partner, Investoren und Branchenexperten die Möglichkeit, sich auszutauschen und zukünftige, gemeinsame Projekte zu besprechen. Damit möchte unser CityHost ein bewährtes Konzept fortsetzen: „Im Umfeld von Science4Life wurden bis heute über 1.000 Unternehmen neu gegründet. Gründer können damit auf ein sehr großes und erfahrenes Netzwerk zurückgreifen. Dieses Netzwerk wollen wir nun über ganz Deutschland hinweg ausweiten. Als überzeugter Netzwerker gebe ich als CityHost gerne meine Erfahrungen und Kontakte weiter und freue mich auf den gemeinsamen Abend.“ Das erste Science4Life Satellite-Event mit CityHost Mario Schäfer findet am 11. Februar 2020 um 18.30 Uhr im CoWoS Schöneberg, Kolonnenstr. 8 in Berlin statt. Teilnehmer können sich hier anmelden. Der Eintritt ist kostenfrei.

Die Science4Life Academy: Persönliches Coaching auf Augenhöhe

16.01.2020

Professionelle Unterstützung und Feedback von echten Experten sind während der Gründungsphase oft schwer zu finden. Vielen fehlen schlichtweg die Kontakte, um sich das benötigte Fachwissen einzuholen. Deshalb gibt es die Science4Life Academy, die es den Gründerteams ermöglicht, Expertenmeinungen aus den unterschiedlichsten Branchen zu bekommen und offene Fragen rund um ihre Businesspläne zu klären. Die Academy-Days: Expertenfeedback und Networking Die Academy-Days sind integrierter Bestandteil des Science4Life Businessplan-Wettbewerbs. Die besten Gründerteams des Science4Life Venture Cup erhalten in der Ideenphase, der Konzeptphase und der Businessplanphase die Möglichkeit, an den Veranstaltungen teilzunehmen. Auch für die besten Teams des Science4Life Energy Cup gibt es eigene Academy-Days während jeder der drei Wettbewerbsrunden. Durch die strikte Trennung wird sichergestellt, dass die Fragen, Wünsche und Problemstellungen branchenspezifisch behandelt werden können. Dazu stehen die Start-ups Experten gegenüber und erhalten professionelle Einschätzungen für ihre Geschäftsideen, -konzepte und Businesspläne. „Der dreitägige Academy-Day von Science4Life hat alle anderen Workshops oder Coachings, an denen wir bisher teilgenommen haben, in den Schatten gestellt. In einem Rundumschlag wurden sämtliche Aspekte unseres Geschäftskonzepts gemeinsam mit echten Profis analysiert und anschließend geschärft“, erzählt das Team von Ebenbuild. Drei Phasen, drei Academy-Days Während der Ideenphase erhalten die besten 20 Teams des Venture Cup und die besten 10 Teams des Energy Cup die Gelegenheit, am eintägigen Academy-Day in Frankfurt teilzunehmen. In persönlichen Gesprächen mit den Branchenexperten erhalten die Start-ups die Möglichkeit, ihre Pläne zu diskutieren und weiterzuentwickeln. In der Konzeptphase geht es für die besten 20 Teams des Venture Cup und die 6 besten Teams des Energy Cup zu den zweitägigen Academy-Days nach Berlin. Hier steht jedem Team ein persönlicher Coach zur Verfügung, der individuell auf die Geschäftskonzepte des jeweiligen Teams eingeht. Außerdem werden in moderierten Kleingruppen wichtige juristische Fragen rund um die Unternehmensgründung besprochen, der Inhalt richtet sich dabei nach der individuellen Interessenslage der Gründerteams. Vor der großen Abschlussprämierung nehmen die besten fünf Teams der Businessplanphase des Venture Cup an den dreitägigen Academy-Days im Rheingau teil. Für die besten drei Teams des Energy Cup geht es zu den zweitägigen Academy-Days nach Wiesbaden. Zusammen mit einem persönlichen Coach wird der Businessplan noch einmal gründlich unter die Lupe genommen, von Branchenexperten überprüft und letzte Fragen geklärt. Experten aus Bereichen wie Recht, Finanzen, Patent, Förderungen, Vertrieb oder Marketing stehen den Start-ups beratend zur Seite. Außerdem erhalten alle Teams ein intensives Präsentationstraining, das sie auf die abschließende Präsentation ihrer Unternehmensidee vor der Science4Life Experten-Jury vorbereitet. Auch ehemalige Teilnehmer des Businessplan-Wettbewerbs sind vor Ort und teilen ihre Erfahrungen mit der neuen Generation an Gründern. Die Online-Seminare: Insiderwissen kompakt Für alle Teilnehmer des Businessplan-Wettbewerbs werden im Laufe der einzelnen Wettbewerbsrunden zahlreiche Online-Seminare angeboten. Fachexperten klären in den zirka einstündigen Online-Sitzungen zu gründungsrelevanten Themen wie der Investorensuche, Vermarktung & PR, Markteintrittsstrategien, Patenten oder Finanzplanung auf. So lässt sich Wissen aus erster Hand unkompliziert von Zuhause aus erlernen. Die Science4Life Expertensuche: Finde deinen richtigen Ansprechpartner! Ein weiterer Vorteil für alle Teilnehmer ist die Online-Expertensuche. Dank des Tools können die Gründerteams einfach und unkompliziert passende Ansprechpartner aus dem Science4Life-Expertennetzwerk suchen und direkt kontaktieren. Hierbei kann nach verschiedenen Suchkriterien, wie zum Beispiel der Expertise, der Branche oder den PLZ-Bereichen gefiltert werden. So besteht nicht nur die Möglichkeit wichtige Fragen zu klären, sondern auch das Netzwerk der Gründer zu erweitern und nachhaltige Kontakte aufzubauen. Das Science4Life-Handbuch: Nachschlagwerk für Gründer Die Erstellung eines professionellen Businessplans kann komplizierter sein, als gedacht. Hier hilft das Science4Life-Handbuch. Der Leitfaden dient als Mustervorlage und führt Schritt für Schritt durch die Erstellung des Businessplans oder Geschäftskonzepts. Er enthält außerdem wichtige Tipps zur Gliederung, den Kapitelinhalten und zur Finanzplanung. Wer mit seinem Start-up vom Netzwerk und dem Expertenwissen von Science4Life profitieren und Teil der Science4Life-Academy werden möchte, kann sich jetzt online bewerben. Bis zum 17. Januar läuft die Bewerbungsfrist für die Konzeptphase.