Tipps für die Gründung eines High-Tech Start-ups

12. Juni 2018

Gründer

Die Idee ist gefunden, das erste Konzept steht und die Gründung steht bevor. Aber wie geht man die nächsten Schritte an? Wir zeigen euch, auf was ihr bei der Gründung eines High-Tech Start-ups in den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie achten müsst.

Egal aus welchem Bereich man kommt und was man sich von der Gründung erhofft: Bevor erste Erfolge sichtbar werden, braucht es die richtige Vorbereitung und eine zielführende Herangehensweise:

1. Perspektivenwechsel
Nach der intensiven Beschäftigung mit dem eigenen Produkt, vergisst man als Gründer leicht, dass der Endverbraucher zum ersten Mal davon hört. Hier hilft es, sich selbst bewusst in die Rolle des Kunden zu versetzen und zu überprüfen: Ist der Mehrwert meines Produktes klar ersichtlich? Dafür eignet sich eine SWOT-Analyse, bei der Stärken, Schwächen, Chancen und Bedrohungen des eigenen Produkts oder der Geschäftsidee betrachtet werden. Tipp: Das Thema Außenstehenden vorstellen, um zu überprüfen, ob es leicht verständlich ist und man alles beachtet hat.

2. Mit einem interdisziplinären Team zum Erfolg
Um in der High-Tech-Branche ein gutes Produkt zu entwickeln, braucht man in erster Linie Wissenschaftler, die Ahnung von der Materie haben. Doch um ein Start-up erfolgreich weiterzubringen, braucht es auch Teammitglieder mit betriebswissenschaftlichem Hintergrund. Wer zusätzlich zur Wissenschaft also beispielsweise Ahnung von Businessplänen, Marketing oder Finanzierungsmöglichkeiten hat, nutzt dem Start-up und glänzt zusätzlich mit breiterem Wissen bei Investoren. Ist niemand mit den entsprechenden Qualifikationen vorhanden, kann man einzelne Themen am Anfang auch outsourcen oder sich einen Experten ins Team holen.

3. Prototypen
Wer in den Bereichen Life Sciences, Chemie oder Energie neu gründet, bewegt sich meist in einem unsicheren Umfeld: Denn der Markt für eine innovative Idee ist noch nicht erprobt. Um möglichst schnell den sogenannten „Product-Market-Fit“ zu erreichen, sollte das Start-up so bald wie möglich einen Prototyp entwickeln. In erster Linie geht es darum, mit dem Prototyp erste Kunden-Feedbacks zu sammeln, um das Produkt weiter auszuarbeiten und es für Investoren greifbar zu machen. Bei der Entwicklung wird schnell klar, welche Ziele vielleicht doch nicht so leicht umsetzbar sind und was noch nachgebessert werden muss.

4. Ausdauer und Geduld bei der Finanzierung
Die Suche nach einem Investor mit ausreichender Finanzierung für das eigene Start-up ist bei High-Tech-Gründungen oft schwierig, da der Weg bis zum finalen Produkt viel Zeit in Anspruch nimmt. Wer nur still vor sich hinarbeitet, wird nicht wahrgenommen. Um Investoren auf sich aufmerksam zu machen, sollte man früh mit Marketingmaßnahmen beginnen. Öffentliche Veranstaltungen wie Slams, Talks und Pitches für Gründer bieten eine gute Bühne, um das Produkt vorzustellen und gleichzeitig das Präsentieren vor Publikum zu üben. Zeigt sich ein Geldgeber interessiert, lohnt sich der Gang zum Anwalt, um eine Vertraulichkeitserklärung aufsetzen und den vorgelegten Investorenvertrag prüfen zu lassen, um die eigenen Risiken zu minimieren. Auch von Seite des Staates werden Gründer unterstützt: Die Agentur für Arbeit oder das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sind hier ein paar beispielhafte Ansprechpartner. Sind die finanziellen Mittel dann geklärt, ist leider wieder viel Geduld gefragt, bis Forschung und Entwicklung abgeschlossen sind.

5. Auf Expertenwissen zurückgreifen
Junge Gründer haben oft noch nicht das Wissen eines erfolgreichen Unternehmens, das bereits lange am Markt ist – der Zugang zu einzelnen Experten oder einem Netzwerk ist deswegen essentiell für Start-ups. Eine gute Möglichkeit, um mit den passenden Personen in Kontakt zu kommen, sind unter anderem Wettbewerbe und Netzwerk-Veranstaltungen für Start-ups. Die Angebote reichen hier von struktureller Beratung wie dem Erstellen eines Businessplans über Workshops und Seminare bis hin zu Finanzierungen und Preisgeldern. Auch Unternehmen aus der Gesundheitsbranche, Pharmazie, Chemie oder auch aus dem Segment der erneuerbaren Energien haben den Mehrwert einer Zusammenarbeit mit Gründern erkannt und unterstützen solche Wettbewerbe.

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