04.07.2019

Interview mit Julian Nast-Kolb von Cliniserve

Wie ist die Idee für Ihr Unternehmen entstanden?
Quirin Körner, Jaakko Nurkka und ich haben uns beim Center for Digital Technology and Management (CDTM) in München kennengelernt. Das CDTM ist eine Kooperation der LMU und TU München und bietet ein Innovationszusatzstudium an. Es werden jedes Semester 25 Studenten aus einem großen, interdisziplinären Bewerberpool ausgesucht und diese arbeiten dann gemeinsam an einem Innovationsprojekt. Wir drei Gründer hatten sehr unterschiedliche Hintergründe, haben uns im Rahmen des Programms aber schnell angefreundet und durch gemeinsame Projekte gemerkt, dass wir uns als Team perfekt ergänzen. Während des gemeinsamen Auslandssemesters in Berkeley haben wir dann beschlossen zu gründen. Wir sind ohne Idee gestartet und haben uns deshalb als nächstes auf die Ideensuche begeben. Zum einen wollten wir in ein Feld gehen, in dem wir für jeden einzelnen Nutzer einen spürbaren Mehrwert generieren können. Zum anderen wollten wir in einem Bereich arbeiten, in dem man lange an einem Produkt entwickeln kann. Das hat sich in der Pflege erfüllt. Vor allem, weil der Bereich einen enormen Nachholbedarf in der Digitalisierung hat. Man kann schnell einen großen Mehrwert generieren und hat ein praktisch unerschöpfliches Potential an Neuerungen, die man in sein Produkt einfließen lassen kann.
In welchen Bereichen der Pflege findet Ihr Produkt Anwendung?
Prinzipiell konzentrieren wir uns auf die stationäre Pflege, insbesondere in Krankenhäusern. Wir befinden uns aber auch schon in Gesprächen mit Reha- und Altenpflegeeinrichtungen, da die Herausforderungen dort ähnlich sind, anders als im ambulanten Bereich. Wir haben zudem auch schon andere Prozesse neben der Pflege miteingeschlossen. Zum Beispiel wollen wir auch die Kommunikation mit dem OP, dem Transportdienst oder dem Reinigungspersonal verbessern und die einzelnen Prozesse automatisiert steuern. Wir binden aber aktuell bewusst keine Mediziner mit ein, da dies ein komplett anderes Feld mit anderen Anforderungen ist.
Wie funktioniert Ihr Produkt?
Zu Beginn unserer Gründung haben wir den roten Notfallknopf durch ein digitales Angebot ergänzt. Der Patient hat durch uns die Möglichkeit von seinem eigenen Smartphone aus mit dem Pflegepersonal zu kommunizieren. So können dann beispielsweise Anfragen nach einem Glas Wasser gestellt werden. Die App teilt dies dann einem passenden Mitarbeiter zu. So bekommt die Pflege nur die für sie passenden Aufgaben zugeteilt. Alles andere wird automatisch an das Servicepersonal weitergeleitet. Dadurch spart sich jeder Mitarbeiter einen doppelten Laufweg. Inzwischen haben wir diese Idee weiterentwickelt. So ermöglichen wir eine direktere Kommunikation zwischen den einzelnen Mitarbeitern. Wir haben einen flexiblen Aufgabendialog, mit dem wir auch gewisse Logistikprozesse ansprechen können.
Was sind Ihre zukünftigen Ziele?
Wir wollen den Personaleinsatz verbessern. Bisher arbeiten alle nach festen Schichten und nicht nach tatsächlicher Belastung. Dieses Modell wird in Zukunft, im Hinblick auf den Pflegeengpass, nicht mehr funktionieren. Daher wollen wir flexiblere Schichtmodelle ermöglichen, so dass Mitarbeiter verstärkt nach ihren Präferenzen und für auf sie angepasste Aufgaben eingesetzt werden können. Um in diesem Bereich einfacher einsteigen zu können, schauen wir uns das Thema Ausfallmanagement an. Wir wollen über sofort definierte Aufgaben dafür sorgen, dass der Ersatz nach einem Ausfall viel schneller und ohne lange Erklärungen arbeiten kann.
Kann Ihr Produkt dem Pflegenotstand in Deutschland entgegenwirken?
Ja. Natürlich können wir ihn nicht alleine lösen, aber wir können eine digitale Unterstützung für das Personal bieten. So können wir dazu beitragen einzelne Personen zu entlasten. Dadurch, dass viele Aufgaben über uns delegiert werden, können wir es den Pflegenden zudem ermöglichen, wieder mehr Zeit mit den Patienten zu verbringen und Freude an ihrem Beruf zu finden.
Vor welchen Herausforderungen standen Sie bei der Grünung?
Auf der Makroebene ist es sehr schwierig als Startup im Gesundheitswesen Geld zu verdienen. Das liegt daran, wie der Markt in Deutschland finanziert ist. Viele Krankenhäuser sind an der Kante zur Profitabilität (oder dem Verlust) und man muss gut argumentieren, um seine Lösung zu verkaufen. Auch wenn diese nachweislich hilft. Das haben wir aber mit der Zeit ganz gut hinbekommen. Eine andere Schwierigkeit, vor allem bei unserer ersten Idee, war, dass wir darauf angewiesen waren, dass sowohl Pflegekräfte als auch Patienten die App nutzen. Gerade ältere Patienten sind oftmals nicht in der Lage ein solches System zu bedienen. Daher mussten wir unser Produkt weiterentwickeln, um auch in Stationen mit alten Patienten einen Mehrwert zu bieten. Eine weitere Hürde entstand durch die Datenschutzverordnung. Wir konnten letztendlich nur deshalb so schnell wachsen, weil wir keine Patientendaten verarbeiten und die Kliniken uns einsetzen können ohne dass wir in ihre IT integrieren müssen. Dies ermöglichen wir durch Pseudonymisierungen. So wissen wir nicht wer der Patient ist, sondern in welchem Bett und Raum er sich befindet, was dem Personal zur Beantwortung von Anfragen und Aufgaben ausreicht.
Was war Ihr bisher größtes Erfolgserlebnis?
Wir sind kurz vor Abschluss unserer Finanzierungsrunde. Das ist für uns der größte Meilenstein. Ansonsten war es definitiv der Moment, als wir das Produkt zum ersten Mal im Einsatz gesehen haben. Es war sehr schön zu beobachten, wie das Produkt von den Pflegern und den Patienten verwendet wurde. Ansonsten gibt es noch viele kleine Erlebnisse, die wir hatten. Aber es sind dann doch immer die großen Meilensteine, die aus einer Idee ein Unternehmen machen und dann aus einem Gründerunternehmen ein größeres Unternehmen.
Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?
Unser Grundziel war es schon immer ein cooles Unternehmen aufzubauen, dass auch der Gesellschaft etwas zurückgibt. So versuchen wir uns aktiv im Kleinen am Klimaschutz zu beteiligen, beispielsweise durch die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Verzicht innerhalb Deutschlands zu fliegen. Ansonsten soll es auch einfach Spaß machen bei uns zu arbeiten. Des weiteren wollen wir den Pflegekräften so viel Arbeit, wie nur möglich abnehmen. Konkret wollen wir aufbrechen, wie Pflegekräfte eingesetzt werden, damit mehr Zeit für die Patienten bleibt.
Was sind Ihre Tipps für andere Gründer?
Alle Aspekte der Gründung müssen gründlich durchdacht und begründet werden. Das ist etwas was man am Anfang gerne vergisst. Ein weiterer Tipp ist, mit möglichst vielen anderen Leuten über die Idee zu sprechen. Denn nur so kann man Feedback bekommen.

 

Über Julian Nast-Kolb:
Julian Nast-Kolb ist einer der Gründer und CEO von Cliniserve. Er ist zuständig für den Vertrieb und die Unternehmensfinanzierung des Start-ups. Cliniserve bietet eine App, die die digitale Kommunikation zwischen Patienten und Pflege verbessert, Aufgaben des Pflegepersonals automatisiert und interne Prozesse steuert. Ziel ist es jeden Mitarbeiter spürbar zu entlasten und ihm wieder mehr Zeit für die Patienten zu geben. Zudem ist das Produkt sicher und verarbeitet keine personenbezogenen Daten der Patienten.

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Für ein starkes Life Sciences Ökosystem im Rhein-Main Gebiet – Interview mit Dr. Nicole Fehrenbacher von FUTURY

23.08.2026

Wie blickst Du auf das Life-Science-Ökosystem im Rhein-Main-Gebiet? Die Rhein-Main-Region besitzt ein sehr reichhaltiges Life-Science-Ökosystem, das insbesondere während und seit der COVID-Pandemie stark gewachsen ist mit den Erfolgen der mRNA-gemeinsamen Impfstoffentwicklung von BioNTech und Pfizer. Die Region beheimatet eine überdurchschnittliche Anzahl an globalen Pharmaunternehmen, zahlreiche führende universitäre und institutionelle Forschungseinrichtungen sowie Frankfurt als internationalen Finanzplatz. Die wirtschaftliche Bedeutung zeigt sich auch auf Landesebene: Die hessische Gesundheitsindustrie steht für knapp 94.000 Arbeitsplätze und eine Bruttowertschöpfung von 11,8 Milliarden Euro im Jahr 2024. Insofern könnte man denken, dass das hiesige Ökosystem bei der Translation von Forschung in Startups und deren Skalierung ähnliche Erfolge wie beispielsweise Basel oder München vorweisen kann, dem ist aber leider nicht so. Dies muss sich schnellstmöglich ändern, um im weltweiten Wettbewerb den Anschluss nicht zu verlieren! Welche Vision hast du persönlich für die Rolle von FUTURY in diesem Ökosystem? Als Startup Factory FUTURY setzen wir genau an diesem Punkt an: Wir wollen das enorme Potential an den Universitäten und Forschungseinrichtungen in erfolgreiche, skalierbare, investierbare Unternehmen überführen! Dies ist unser Auftrag durch die Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und unsere über 30 Unternehmens- und Stiftungspartner, darunter sehr innovative Familienunternehmen, denen der Erfolg dieser Region wichtig ist. Konkret bringen wir zusammen mit den Technologietransferzentren der Universitäten und mit Forschungsinstitutionen Technologien und Startups mit etablierten Unternehmen in Kontakt, unterstützen die Teams gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern und Mentoren (insbesondere d-fine, Healthcare Shapers) durch Programme wie Lab2Market und Market Sounding Boards. Ich durfte mit FUTURY bereits einige Startups bei ihren Erfolgen begleiten, so zum Beispiel die Ausgründung NUVOTIS der Goethe-Universität. Das Team hat die DISTR@L Förderung bekommen und wurde bereits mit einigen Unternehmenspartnern in Austausch gebracht. Was braucht eine Region, damit Startups, Unternehmen und Forschung wirklich zusammenfinden – und wo hakt es aktuell? Es braucht eine sehr gute und aktive Zusammenarbeit aller Akteure, es braucht fähige Brückenbauer, um alle Bereiche gewinnbringend zusammenzuführen - wir bei FUTURY sehen uns als solche Brückenbauer. Verschiedenste Analysen wie der EY Biotech Report 2026 belegen eindeutig, dass die immense Fragmentierung in den einzelnen Life-Science-Clustern in Deutschland sehr hinderlich ist. Man wundert sich über den schleppenden Fortschritt, stellt sich aber immer wieder selbst ein Bein. Es braucht dringend eine orchestrierte Zusammenarbeit all der Startup-Initiativen auf Bundesebene, nur so können wir auch morgen im globalen Wettbewerb noch mithalten. Insbesondere China lebt uns dies vor: Life Science & Biotech sind zentraler Bestandteil der 5-Jahres-Strategie der Regierung, entsprechend ist auch die Kapitalausstattung, und man sieht die Erfolge dieser aktiven Begleitung durch den Staat. Denn eine gute Strategie allein bringt noch nichts, wenn die finanziellen Mittel fehlen. Deutschland ist weltweit führend in Grundlagenforschung, es bedarf aber viel mehr Wachstumskapital, insbesondere durch die Aktivierung von Privatkapital, die Beteiligung von Pensionskassen am Kapitalmarkt (wie in den USA und einigen EU-Ländern gelebte Praxis) und die schnelle Etablierung von pragmatischen und unbürokratischen Investmentvehikeln. Der Kapitalbedarf in der entscheidenden Skalierungsphase junger Unternehmen wird in Deutschland weiterhin hauptsächlich von ausländischen Investoren gedeckt - ein Zustand, der sich dringend ändern muss! Was wäre für dich in einem Jahr ein Zeichen, dass sich im Netzwerk wirklich etwas bewegt hat? Für mich wäre es ein Erfolg, wenn wir in einem Jahr die ersten Series-A-Investitionen für die Startups sehen würden, die wir bei FUTURY aktiv auf ihrem Weg begleiten. Außerdem wenn innerhalb der kommenden 12 Monate alle Akteure unseres Life-Science-Ökosystems konkrete Ambitionen beim Transfer von Forschung in erfolgreiche Startups und Technologieschwerpunkte formulieren würden. Und wenn der Kapitalmarkt adäquat aktiviert wurde, um Scaleups heimisches Wachstumskapital zur Verfügung stellen zu können. Großartig wäre es auch, wenn wir diverse Inkubatoren aufstellen würden, um uns weiter Richtung Basel & Boston zu bewegen. Denn wir sehen dort, was möglich ist, wenn alle Player an einem Strang ziehen. Wir haben dies auch hier während der COVID-Pandemie beobachten können und sollten genau diesen Ball wieder aufnehmen: Wenn alle Akteure zusammenarbeiten und ausreichend Kapital mobilisiert wird, können wir gemeinsam sehr viel erreichen!

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Das sind die Gewinner der Businessplanphase 2026

23.06.2026

In der Businessplanphase des Science4Life Venture Cup gewinnen CaRO, InnoZell, iNSyT Solutions, MEDIRION und SoreAlert. Beim Science4Life Energy Award geht Voltalyon als Siegerteam hervor. Am 22. Juni 2026 war es wieder so weit. Im Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden trafen die vielversprechendsten Gründerteams aus Life Sciences, Chemie und Energie auf das Netzwerk des Science4Life e.V. Bei der feierlichen Abschlussprämierung von Science4Life wurden unter insgesamt 83 Einreichungen die besten Businesspläne aus den Branchen Life Sciences und Chemie mit dem Science4Life Venture Cup sowie das beste Team aus der Energie-Branche mit dem Science4Life Energy Award ausgezeichnet. Vor Ort in bester Location feierten und netzwerkten die Teams mit Branchenexperten, Förderern und anderen Vertretern aus dem Science4Life Netzwerk. Platz 1 des Science4Life Venture Cup und 25.000 Euro Preisgeld sicherte sich SoreAlert mit ihrem intelligenten Sensorpflaster. Der mit 10.000 Euro dotierte Sciencve4Life Energy Award ging an Voltalyon mit seiner intelligenten Ladelösung für Elektrofahrzeuge in Logistikdepots. Wertvolles Wissen für die Teams in den Academy-Days der Businessplanphase Gleich drei Tage intensives Coaching gab es im Vorfeld der Prämierung für die fünf besten Teams des Science4Life Venture Cup. Bei den Academy-Days kamen die jungen Unternehmen in intensiven Austausch mit Experten aus Wissenschaft, Industrie, Recht und Finanzierung. Das Ziel: Businessplan und Geschäftsidee bis zur Marktreife feinschleifen – von der Marktstrategie über regulatorische Fragen bis zum finalen Pitch vor der Jury. Spannende Diskussionen und eine hochkarätige Keynote Auf der Bühne des Museum Reinhard Ernst wurden allerdings nicht nur die innovativsten Start-ups prämiert. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm bot sich den Gästen der Veranstaltung und den anwesenden Finalisten gleichermaßen: Die Schirmherren der Veranstaltung – Dr. Johannes Loheide, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, und Heidrun Irschik-Hadjieff, Vorsitzende der Geschäftsführung von Sanofi in Deutschland – stellten sich den Fragen von Journalistin und Moderatorin Marion Kuchenny. Warme und inspirierende Worte für die Bedeutung der Beiträge der Teams und einen Exkurs in die Geschichte des Museums Reinhard Ernst steuerte auch Hausherr Reinhard Ernst bei. Ein weiteres Highlight war die Keynote des Chemie-Nobelpreisträgers Prof. Dr. Benjamin List, der den Teams aus der Geschichte hinter seinem Nobelpreis einige Learnings und sicherlich viel Inspiration mitgab. Vielseitige Lösungen für Patienten und die Medizin von morgen Gewinner des Science4Life Venture Cup ist SoreAlert aus München. Das Team entwickelt ein intelligentes Sensorpflaster zur Dekubitusprävention bei bewegungseingeschränkten Menschen. Als Ausgründung des Fraunhofer EMFT erfasst das Team erstmals die Auswirkungen aller Risikofaktoren auf die Dekubitusgefahr, ermöglicht so eine präzise Wundvorsorge und lässt diese automatisch dokumentieren. Das erhöht die Lebensqualität der Betroffenen und spart Pflegezeit. Platz zwei belegt iNSyT Solutions aus München mit ihrer neuartigen Qualitätskontrolle für Nanomaterialien. Statt nur Durchschnittswerte zu messen, analysiert die Technologie Tausende einzelner Nanopartikel in Echtzeit und macht versteckte Abweichungen sichtbar. So können Hersteller Fehlchargen früher erkennen, Ausschuss reduzieren und Produktionsentscheidungen schneller treffen. Zielgruppe sind Hersteller von Quantenpunkten und anderen fortschrittlichen Nanomaterialien sowie Unternehmen aus den Bereichen Displays, Energie, Chemie, Beschichtungen und Biotech. InnoZell aus Konstanz entwickelt Designer-Zellen, die Tierversuche ersetzen und belegt damit Platz drei. Das Produkt “CellAlarm” ist ein zellbasiertes Frühwarnsystem, das wie der menschliche Körper Spuren von fremden Stoffen (z.B. Bakterien) extrem schnell und verlässlich erkennt. Mit diesem Bio-Detektor können Medikamente und Medizinprodukte schnell, einfach und ohne großen Aufwand, kostengünstig und vollständig ohne Tierversuche getestet und überwacht werden. Der vierte Platz geht an CaRO aus Weilburg. Das Team entwickelt die erste auf Rezept verordnete App für Patientinnen und Patienten mit Parodontitis. Zwischen den Praxisterminen unterstützt sie die Betroffenen im Alltag mit personalisierter Anleitung, Erinnerungen und fundiertem Wissen direkt auf dem Smartphone. MEDIRION aus Duisburg belegt Platz fünf und nutzt Sensorsysteme und Deep Learning-Methoden zur Früherkennung von rheumatoider Arthritis. Das Ziel: Die Wartezeit von Rheumapatienten von aktuell 9 Monaten auf eine zehnminütige Entscheidung verkürzen und somit die Behandlung der Patienten vor Chronifizierung der Krankheit zu ermöglichen. Voltalyon gewinnt den Science4Life Energy Award Der Science4Life Energy Award zeichnet die beste Einreichung aus der Energiebranche aus und geht an Voltalyon. Das Team aus Hamburg löst ein Problem, das in jedem Logistikdepot in Deutschland offen sichtbar ist: Elektrofahrzeuge stehen ungeladen, weil niemand daran gedacht hat, sie einzustecken, der Transporter nicht präzise an der vorgesehenen Ladestation positioniert wurde oder schlicht nicht genug Kabel vorhanden waren. Da Nutzfahrzeugflotten im Zuge der EU-Mandate elektrifiziert werden, entwickelt sich dieser Koordinationsaufwand zu einem der größten versteckten Kostenfaktoren in der Logistik – geschätzt auf 350 Millionen Euro pro Jahr alleine in Deutschland. Voltalyon setzt drahtlose Infrastruktur ein, bei der jedes Elektrofahrzeug in Reichweite geladen wird, sobald es parkt.

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Das ist die Businessplanphase von Science4Life

18.03.2026

Aus Ideen entstehen Unternehmen – bei unserem Science4Life Venture Cup und Science4Life Energy Award unterstützen wir Gründer dabei, ihre Geschäftsidee zu realisieren. Gründer aus den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie haben noch bis zum 13. April 2026 die Chance, ihre Businesspläne in Form von Read-Decks online einzureichen. So profitieren Teilnehmer von einer Teilnahme bei Science4Life Das Besondere am Science4Life Businessplan-Wettbewerb: Unser Netzwerk. Erfahrene Branchen-Experten, Rechtsanwälte, Marketing-Profis sowie Business Angels und Investoren arbeiten seit Jahrzehnten mit uns zusammen, um Gründer zu fördern. In der Businessplanphase können sich die Gewinner auf Preisgelder in Höhe von insgesamt mehr als 60.000 Euro freuen. Der Businessplan-Wettbewerb besteht aus drei Phasen: Ideenphase, Konzeptphase und Businessplanphase. Während den Bewerbungsphasen profitieren Start-ups außerdem von Online-Seminaren unserer Experten. Heute erklären wir im Detail, wie die Businessplanphase abläuft. Das Read-Deck als Grundstein der Unternehmensgründung Ziel der dritten und letzten Phase des Businessplan-Wettbewerbs ist es, Gründer bei der Ausarbeitung eines fundierten Businessplans in Form eines Read-Decks zu unterstützen. Denn das Read-Deck ist das Dokument, das wegweisend für die Zukunft eines Start-ups ist. Egal ob bei der Suche nach Business Angels, Venture-Capital-Gebern oder Geschäftspartnern – immer mehr Akteure bewerten das Potential anhand eines Read-Deck statt des klassischen Businessplans in schriftlicher Form. Deshalb müssen die Unterlagen auch die unterschiedlichen Informationsbedürfnisse der Stakeholder erfüllen. Aber nicht nur während der Gründung sind Businessplan und Read-Deck essentiell, auch als Steuerungs- und Kontrollinstrument übernehmen sie eine wichtige Funktion: Die definierten Unternehmensziele und Planungen dienen nämlich auch dazu, das große Ganze im Blick zu behalten, auf die gesetzten Meilensteine hinzuarbeiten und sich zu fokussieren. Die Bewerbung zur Businessplanphase Der Einstieg in den Science4Life Venture Cup und den Science4Life Energy Award ist jederzeit möglich. Für die Businessplanphase kann man sich also auch bewerben, wenn man an den vorherigen beiden Wettbewerbsrunden nicht teilgenommen hat. Die Teilnahme am Wettbewerb ist simpel: Die Einreichung des Businessplans findet online über die Science4Life-Webseite statt. Die Teilnehmer müssen sich registrieren, ihren Businessplan in Form eines Read-Decks über das Science4Life-Portal hochladen und erhalten dann eine Teilnahmebestätigung. Science4Life hat über die letzten 28 Jahre ein Expertennetzwerk mit über 300 Partnern aus den jeweiligen Fachbereichen und Branchen sowie aus Rechts- und Patentanwälten, Marketing- und Finanzprofis, Business Angels, Investoren und vielen weiteren Experten aufgebaut. Einige von ihnen bewerten auch die eingereichten Read-Decks: Jedes Gründerteam erhält eine individuelle, schriftliche Einschätzung der Stärken und Schwächen des Read-Decks und damit auch zum Gründungsvorhaben. Die Start-ups haben so die Möglichkeit, das Feedback in Ruhe einzuarbeiten und ihre Geschäftsidee weiterzuentwickeln. Die Bewertungen werden von Gutachtern aus verschiedenen Fachrichtungen, wie beispielsweise Forschung, Marketing, Unternehmensberatung oder Patentrecht, abgegeben. Die unterschiedlichen Blickwinkel geben den Teilnehmern ein umfassendes Feedback in allen wichtigen Bereichen. So profitieren die Gewinnerteams von der Teilnahme an der Businessplanphase Neben den Bewertungen, die alle Gründerteams bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsidee unterstützen, erhalten die fünf besten Teams des Venture Cup zusätzlich die Möglichkeit, an den Academy-Days, einem mehrtägigen Workshop, teilzunehmen. Dabei haben sie die Gelegenheit sich intensiv mit verschiedenen hochkarätigen Experten aus Wissenschaft, Industrie und Finanzwelt auszutauschen. Mit den Branchen-Experten werden die Stärken und Schwächen des Geschäftsmodells und des Read-Decks diskutiert, mit Kommunikationsfachleuten wird der dazugehörigen Präsentation der letzte Feinschliff verpasst. Denn die besten fünf Teams des Venture Cup präsentieren ihre Geschäftsideen vor der Science4Life-Experten-Jury.  Diese legt anschließend die endgültige Reihenfolge der Plätze fest. Preisgelder für die besten fünf Start-ups des Venture Cup  runden den Gewinn ab.  Das Preisgled für den 1. Platz im Venture Cup liegt bei 25.000 Euro. Das Gewinnerteam des Energy Award erwarten 5.000 Euro. Weitere Informationen zur Businessplanphase und für die Erstellung eines Read-Decks Hilfestellung zum Businessplan bekommen Start-ups schon vor der Einreichung des Businessplans: Das Science4Life-Handbuch gibt detaillierte Infos, wie ein Businessplan in Form eines Read-Decks aufgebaut und wie die Inhalte aufbereitet sein sollten.

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