So können Startups die Energiewende unterstützen

17. Oktober 2018

Experten

Solarstrom, Smart Meter und Blockchain sind nur drei von unzähligen Begriffen, die mit der Energiewende zusammenhängen und deutlich zeigen, dass es die „eine“ Energiewende nicht geben wird – schon gar nicht von heute auf morgen. Vielmehr ist die Energiewende ein Prozess, der von innovativen, auf digitale Technologie aufbauenden Lösungen geprägt wird und den vor allem junge Unternehmen proaktiv unterstützen können. Sowohl durch den akuten Bedarf an Innovationen als auch durch das breite Spannungsfeld erneuerbarer Energien und Effizienzmaßnahmen zum Klimaschutz bietet die Energiewende Raum für neue Geschäftsmodelle.

Start-ups fördern die Digitalisierung des Energiesystems
Das Energiesystem wird schon bald ganz anders aussehen als heute. Die Trennung von Energieerzeuger und Energieverbraucher (hin zu sogenannten „Prosumern“) sowie von Strom- und Wärmeversorgung gibt es nicht mehr. Die dezentrale Energieversorgung ist ein entscheidender Faktor für die Energiewende und es sind intelligente Lösungen gefragt, damit der dezentral erzeugte Strom, z.B. einer Solaranlage, bedarfsgerecht gespeichert, selbst verbraucht oder ins Netz eingespeist wird.

Um solche intelligenten Lösungen realisieren zu können, müssen zunächst die infrastrukturellen Voraussetzungen hierfür geschaffen werden. Dazu gehört zum Beispiel der Smart Meter, der die Abrechnung einer bedarfsgerechten Stromnutzung ermöglicht. Darüber hinaus bietet er noch weitere Funktionen wie Netzfrequenzmessung an, die für die Realisierung eines Smart Grids erforderlich sind.

Die Energieerzeugung, aber auch der Vertrieb von Energie muss sich wandeln. Neben einem zentralen Anbieter müssen auch Produkte und Plattformen für das Teilen von Energie geschaffen werden – im Sinne der Sharing Community. Dabei gewinnen unter anderem Peer-to-Peer-Netzwerke zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Blockchain-Technologie bietet in diesem Zusammenhang viele interessante Use Cases, die dabei helfen können, Lösungen zu skalieren. Die Energiewende fordert also nicht nur ein Umdenken in der Erzeugung und im Verbrauch von Energie, sondern bedeutet auch einen Kulturwandel. Gleichzeitig müssen aber auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die notwendige Flexibilität aller Marktteilnehmer zu gewährleisten und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen.

Etablierte Unternehmen und Start-ups: Eine ideale Symbiose
Start-ups zeichnen sich häufig durch eine hohe Innovationskraft und Agilität aus. Das verschafft ihnen einen entscheidenden Vorteil, um sehr schnell auf einem dynamischen Markt reagieren zu können, was etablierten Unternehmen mit ihren aktuellen Strukturen eher schwerfällt. Auf der anderen Seite verfügen etablierte Unternehmen über ein starkes Netzwerk, das nötige branchenspezifische Know-how und die richtigen Partner für den Markteintritt. Um die Energiewende schnell und effektiv voranzutreiben, ist eine Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups die beste Kombination, um die Kernkompetenzen beider Seiten zu vereinen und damit die Basis für einen langfristigen Erfolg zu schaffen.

Autor:
Fabian Stern, Head of Digital Innovation Management der Viessmann Werke GmbH & Co. KG

Seit 2016 werden herausragende Innovationen aus dem Bereich Energie mit dem Spezialpreis „Science4Life Energy Award“ ausgezeichnet. Dieser Spezialpreis wird vom Hessischen Wirtschaftsministerium und der Viessmann Group gesponsert.

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