Interview mit Prof. Dr. Jochen Maas

21. Mai 2018

Experten

Das Gesundheitsunternehmen Sanofi hat – schon lange bevor sich das Wort „Start-up“ in Deutschland etabliert hat – erkannt, dass die Gesundheitsindustrie nur mit neuen Ideen angekurbelt werden kann und dass es dafür einer besonderen Förderung bedarf. Nur ein Grund, warum Sanofi die Gründerinitiative Science4Life von Anfang an unterstützt hat. Interview mit Prof. Dr. Jochen Maas – Geschäftsführer Forschung und Entwicklung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und Schirmherr von Science4Life.

Herr Maas, was ist für Sie das Besondere an Science4Life?

Das Besondere sind für mich seit Jahren die Menschen rundum die Gründerinitiative Science4Life und damit meine ich sowohl die Macher, das Experten-Netzwerk, als auch die Teilnehmer. Gerade für die Teilnehmer ist es ungeheuer wichtig, Perspektiven für die Zukunft zu bieten – und deswegen sind die dazu beitragenden Menschen meiner Meinung nach das Wichtigste bei Science4Life.

Was ist für Sie der Unterschied vom Science4Life Venture Cup zu anderen Businessplan-Wettbewerben?

Ein Unterschied ist insbesondere die Trägerschaft, die sich bei Science4Life durch das Land Hessen, Sanofi sowie Viessmann äußert. Zudem ist das gesamte Konzept mit den Workshops, Webinaren, dem Technology Slam sowie den Prämierungen in den verschiedenen Städten, einzigartig. Und last but not least glaube ich persönlich auch, dass der Erfolg für die Teilnehmer am Ende bei Science4Life einfach etwas Besonderes ist. Wenn ich mir die Teilnehmer und die Gewinner der letzten Jahre anschaue – aus denen ist allen etwas Beachtliches geworden. Das kann sicher nicht jeder Businessplan-Wettbewerb von sich sagen!

Warum lohnt sich Ihrer Meinung nach eine Teilnahme am Science4Life Venture Cup?

Erst einmal: Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmer müssen natürlich Aktivität investieren und Gehirnschmalz aktivieren – aber dann kann ich garantieren, dass sich das Investment lohnt und dass es mit das Beste ist, das Gründer für Ihre zukünftige Firma tun können.

Sie sind Geschäftsführer Forschung und Entwicklung von Sanofi in Deutschland – Was können Konzerne von Start-ups lernen?

Konzerne können sehr viel von Start-ups lernen! Das Wichtigste ist meiner Meinung nach die vollkommene Hingabe und Empathie für ein spezifisches Projekt. Junge Gründer leben für ihr Projekt und für ihre Firma und zwar mit Haut und Haaren. Ein Spirit, der auch für die großen Konzerne von hoher Relevanz ist. Ein zweiter Punkt ist die Risikobereitschaft, die normalerweise bei Start-ups etwas größer ist, als bei etablierten Projekten innerhalb großer Konzerne. Und dann der dritte Punkt: Flexibilität und Agilität – diese Punkte sind bei Start-ups unschlagbar!

Haben Sie Tipps, die Sie den potentiellen Gründern und den Teilnehmern mitgeben können?

Mein wichtigster Tipp wäre: Machen Sie mit und probieren Sie es einmal selbst aus! Mein zweiter Tipp ist: Sie werden immer gewinnen, auch wenn Sie nicht zu den offiziellen Preisträgern auf dem Siegertreppchen gehören. Sie werden, selbst wenn Sie siebter oder zwölfter werden, wichtige Erkenntnisse gewinnen, die für ihre Zukunft hilfreich sind. Und mein dritter Tipp ist, wenn es irgendwann mal nicht klappt mit einer Geschäftsidee, versuchen Sie es einfach wieder. Auch einmal oder sogar mehrmals gescheitert zu sein, ist kein Makel.

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