Platz 1 des Science4Life Venture Cup 2019: Interview mit mediaire

7. August 2019

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Das Team der mediaire GmbH hat eine Software entwickelt, die die Befundung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Multipler Sklerose verbessern soll. Sie arbeitet mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz und lässt sich nahtlos in den Workflow innerhalb einer Praxis integrieren. Mit dieser Idee sicherte sich das Team den ersten Platz des Science4Life Venture Cup 2019. Wir haben mit Dr. Andreas Lemke von mediaire über die Idee und das Leben als Gründer gesprochen.

Wie ist die Idee zu mediaire entstanden und wann wusstet Ihr, dass ein Unternehmen daraus wird?

Die Idee ist bei einem unserer damaligen Kunden und jetzigen Mitgründer entstanden. Er hat mir erklärt, dass er sich unbedingt eine automatisierte Auswertung der Gehirnregionen seiner Patienten wünscht. Das geschieht auf Basis von MRT-Bildern, die bei ihm lokal in seiner Praxis installiert sind. Ein paar Monate später funktionierte der erste Prototyp bei ihm in der Praxis. Außerdem hatten wir dann noch eine Anfrage eines weiteren Radiologen, der auch Mitgründer werden wollte. Da wusste ich, dass hier einiges an Potenzial steckt.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstest?

Die Anfangsphase mit einem begrenzten Budget und einem kleinen Team war definitiv die schwierigste Zeit. Man muss sich um alle Themen gleichzeitig kümmern und weiß nicht wohin die Reise geht.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast und was hast Du aus diesen gelernt?

In meinem letzten Start-up haben wir bei der Finanzierung und der Produktentwicklung einiges gemacht, was ich heute anders angehen würde. Bei mediaire lief bisher eigentlich alles sehr gut – fast zu gut. Vielleicht hätten wir in der Anfangsphase noch mehr Entwickler gebraucht, aber das sind nur Nuancen der Verbesserung.

Wie war die Teilnahme bei Science4Life für Euch? Was habt Ihr mitgenommen?

Die Teilnahme bei Science4Life war eine große Ehre und krasse Erfahrung. In den vier Tagen, die wir gemeinsam mit anderen Teams an verschiedensten Themen gearbeitet haben, waren der Druck und die Arbeitslast sehr hoch. Das hat uns aber letztendlich noch mehr zusammengeschweißt und man hat sich am Ende wie in einer Familie gefühlt. Die Arbeit an der perfekten Präsentation mit zwei individuellen Trainern habe ich in dieser Form auch noch nie erlebt.

 Was war bisher Euer schönster Moment bzw. Euer größter Erfolg als Start-up?

Der größte Erfolg war sicherlich die bestandene Zertifizierung zum Medizinprodukt, nach zweitägiger Begutachtung. Bei der anschließenden Feier kann ich mich nicht mehr an alle Details erinnern *lacht*.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?

Das Wichtigste ist, dass man gemeinsam interessante Projekte angeht und jeder weiß, welchen Einfluss die eigene Arbeit auf das Unternehmen und das Produkt hat. Darüber hinaus versuchen wir große Erfolge gemeinsam, entweder durch Team-Events wie GoKart-Fahren oder gemeinsame Feierabendveranstaltungen, zu feiern. Für das leibliche Wohl muss natürlich auch gesorgt werden, sonst kann es bei zu langer Abstinenz von Kaffee, kühlen Getränken oder Obst schnell zu Streik kommen.

Hast Du noch einen Tipp für andere Gründer?

Ja und zwar sich frühzeitig auf den Kunden in der Produktentwicklung konzentrieren und immer wieder das Produkt nach diesen Feedbacks anpassen. Der zweite wichtige Punkt ist frühzeitig eine klare Finanzierungsstrategie zu haben. Wenn man mit seinem Produkt direkt Kunden adressiert und Umsätze generieren will, kann man eventuell auch auf externe Finanzierungsquellen verzichten. Das ist aber in vielen sehr forschungsintensiven Technologien kaum möglich.

 

Über Dr. Andreas Lemke:

Dr. Andreas Lemke hat 2011 im Bereich der MRT-Bildgebung promoviert und sammelte anschließend Erfahrungen als Experte für die Anwendung von Machine Learning Modellen. 2015 war er Mitgründer des Start-ups HQ Imaging GmbH, bevor er 2018 die mediaire GmbH mitgründete. Das Team der mediaire GmbH sicherte sich den ersten Platz im Science4Life Venture Cup 2019.

 

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